Wegen Totalsanierung: 200 Mieter in einem Hochhaus in Baar müssen umziehen

Wegen einer Totalsanierung müssen die Bewohner eines Baarer Hochhauses umziehen. Die Absicht sei nicht, die Rendite zu erhöhen.

Fabian Gubser
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Das zwölfstöckige Hochhaus an der Landhausstrasse 21 wird totalsaniert.

Das zwölfstöckige Hochhaus an der Landhausstrasse 21 wird totalsaniert.

Bild: Stefan Kaiser (Baar, 11. Februar 2020)

Heute wohnen im Hochhaus an der Landhausstrasse in Baar Menschen aus aller Welt, die in den Kantonen Zug, Luzern oder Zürich arbeiten. Die rund 200 Wohneinheiten bestehen fast nur aus temporär vermieteten Zimmern oder Studios. Die Besitzerin, die Stiftung Pflegezentrum Baar, teilte nun mit, dass 2021 eine Totalsanierung geplant ist. Das Baugesuch wurde am letzten Donnerstag eingereicht. Den ungefähr 200 Mietern stehen während rund 18 Monaten keine Wohnungen zur Verfügung.

«Inzwischen sind alle Mieter über die Totalsanierung und deren Konsequenzen informiert worden», sagt Gregor Frei, Präsident Stiftungsrat Pflegezen­trum Baar. Man habe bisher nur zwei Reaktionen ihrerseits erhalten, die beide die Frage nach dem genauen Zeitplan aufwarfen. «Wenn alles gut geht, können wir im Frühjahr 2021 anfangen, zu bauen», sagt Frei. Dementsprechend müssten zu diesem Zeitpunkt auch die Mieter ausziehen. Diese hätten die Möglichkeit, später wieder zurückzukehren. Da aber die meisten von ihnen nur über kurze Zeit in Baar sind, gehe er davon aus, dass nur wenige von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden.

Die Mieten sollen «preiswert» bleiben

Je nachdem, wie die weiteren Reaktionen der Mieter ausfallen, könne man sich vorstellen, diese bei der Suche nach einer neuen Wohnung zu unterstützen. Eventuell könne der oberste Stock des Pflegezentrums Baar, auf dem ebenfalls Einzelzimmer vermietet werden, als Übergangslösung dienen. Diese Zimmer gehören allerdings zu den teureren im Angebot.

Die Mieten werden nach Abschluss der Bauarbeiten laut Gregor Frei sicherlich steigen. Noch sei aber unklar, um wie viel, da auch die Gesamtkosten der Totalsanierung noch nicht genau evaluiert seien. Ziel der Stiftung Pflegezentrum Baar sei es aber, preiswerten Wohnraum zu Verfügung zu stellen. Frei betont, dass die Totalsanierung nicht durch den Wunsch einer höheren Rendite getrieben sei. Dies liegt wohl auch daran, dass die privatrechtliche Stiftung durch die Einwohnergemeinde Baar, die Einwohnergemeinde Zug und die Bürgergemeinde Baar getragen wird.

Leitungen und Lüftungen müssen erneuert werden

«Den Ausschlag zur Totalsanierung gaben sowohl die alten Wasser- und Elektrizitätsleitungen als auch die Lüftungen», sagt Gregor Frei. Zudem werden alle Fenster ausgetauscht, wodurch sich die Isolation verbessere. Bezüglich der Ausstattung erhielten nun alle Zimmer ein eigenes Badezimmer.