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Patrizia Hofstetter sorgt bei Zug Tourismus für frischen Wind

Sinkende Logiernächte und ein Geschäftsführer, der früh das Handtuch wirft – Zug Tourismus hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die neue Geschäftsführerin Patrizia Hofstetter (29) spricht über die Reorganisation und einen Megaevent im August.
Stephan Santschi
«Ich habe mich gut eingelebt», sagt Patrizia Hofstetter, hier in der Zuger Altstadt. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 16. Mai 2019)

«Ich habe mich gut eingelebt», sagt Patrizia Hofstetter, hier in der Zuger Altstadt. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 16. Mai 2019)

Es war eine Liaison der kurzen Sorte. Ende Oktober 2018, also nur sieben Monate nach seinem Dienstantritt als Geschäftsführer von Zug Tourismus, reichte Nicolas Ludin bereits wieder die Kündigung ein. Der Grund: Die Strategie, den Kanton Zug bis 2025 zu einer «klassischen Tourismusdestination im Voralpengebiet» zu machen, war aus finanziellen Gründen nicht umsetzbar – die Privatwirtschaft in der Region machte nicht mit.

Seit dem 1. März ist nun seine Nachfolgerin im Amt, die 29-jährige Patrizia Hofstetter aus Baar. Im Mai des letzten Jahres stiess sie als Leiterin Front Office zum Unternehmen, nun wurde sie zur Geschäftsführerin befördert. «Ich habe mich gut eingelebt, viele spannende Projekte stehen an», sagt die gebürtige Bündnerin, die den Tourismus-Bachelor an der Fachhochschule in Chur gemacht hat. Spannende Projekte, die denn auch nötig sind. Denn Zug Tourismus musste aus Kostengründen die innere Struktur reorganisieren und sich strategisch neu ausrichten.

Zug Tourismus wird auf Instagram populärer

Schliessende Hotels, ein um 80000 Franken gekürzter Beitrag des Kantons, zu hohe Personalkosten und die Erkenntnis, dass sich die internationale Strahlkraft des Kantons Zug als Feriendestination in Grenzen hält, sorgten für ein Umdenken. «Künftig werden wir bei der internationalen Marktbearbeitung kleinere Brötchen backen müssen», sagte Heini Schmid, der Präsident von Zug Tourismus, zu Jahresbeginn.

Am letzten Montag nun, an der 126. Generalversammlung von Zug Tourismus in Hünenberg, präsentierte Patrizia Hofstetter die Zahlen zum schwierigen Jahr 2018. Verzeichnet worden sind 30 2196 Logiernächte, was im Vergleich zu 2017 einem Rückgang um 0,9 Prozent entspricht. Die Erträge der Anlässe (MICE) seien derweil deutlich unter dem budgetierten Wert gewesen. Allerdings hatte Hofstetter auch Positives zu vermelden: So hätten die Stadtführungen (von 301 auf 329) ebenso gesteigert werden können, wie die Followers auf Instagram (von 800 auf 2300) und die Sitzungen auf der Website (von 330164 auf 362335).

Schweizer Gast bleibt der wichtigste Kunde

Und damit zum Blick ins aktuelle Jahr. Das Team sei zwar kleiner geworden, Entlassungen habe man aber keine aussprechen müssen. Patrizia Hofstetter betont, dass man die Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern, also den Hotels und Anbietern von touristischen Aktionen, wieder intensivieren wolle. «In einem so kleinen Kanton wie Zug müssen wir zusammen etwas auf die Beine stellen.» Wie sich die neue Ausrichtung gestalte, könne sie konkret noch nicht sagen, da diese in der Entwicklung sei. Tatsache aber ist, dass der Schweizer mit 37,6 Prozent der Logiernächte weiterhin die bedeutendste Gästegruppe stellt.

Die internationalen Bemühungen werden deshalb nicht eingestellt, in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus und Zürich Tourismus bleibt man hier weiterhin aktiv – etwa mit Auftritten an Messen in Deutschland. Auch China, das letztes Jahr 25 Prozent mehr Touristen nach Zug entsandte, ist ein interessanter Markt. Der Fokus allerdings liegt auf den eigenen Landsleuten, zumal im August ein Event mit grosser nationaler Strahlkraft in Zug stattfindet – das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (Esaf), das über 300 000 Besucher in seinem Fahrwasser hat. «Dadurch ist Zug in aller Munde, die Medien- und TV-Präsenz wird sehr gross sein. Momentan kann man bei uns auch noch Tickets gewinnen», berichtet Hofstetter.

Kein Kommentar zu Nationalrat Thomas Aeschi

Das Ziel von Zug Tourismus sei, die Besucher des Esaf später zur Rückkehr nach Zug zu bewegen. «Auch ein neues Hotelprojekt ist im Kanton ein Thema. An Wochenenden bräuchten wir derzeit zwar kein zusätzliches Hotel. Unter der Woche aber schon», erklärt Hofstetter und bestätigt damit auch, dass Zug noch immer mehr Wirtschafts- denn Tourismusort ist. Auf den Zuger Nationalrat Thomas Aeschi, der sich vor kurzem beim Skifahren in Engelberg über den «Overtourism» in der Schweiz beschwerte, geht Patrizia Hofstetter nicht ein. «Da wir politisch neutral sind, möchte ich mich nicht zu Aussagen von Politikern äussern.»

Das Potenzial, mehr Tourismus zu generieren, habe der Kanton Zug durchaus, davon ist Hofstetter überzeugt. «Ein Bad im See, die individuelle Besichtigung des Zytturms, die wunderschöne Altstadt mit kleinen Läden zum Entdecken, der Detektiv-Trail für die ganze Familie, Führungen durch die Höllgrotten, die Brauerei, die Distillerie und Ausflüge auf den Zugerberg, ins Ägerital oder durchs Lorzentobel – unser Kanton hat eine Menge zu bieten.» Wenn es darum geht, Projekte zu lancieren und Partner für die gemeinsame Sache zu gewinnen, blüht Patrizia Hofstetter auf. «In dieser Branche wird es nie langweilig.» Die Chancen stehen also gut, dass sie ihrem Amt länger treu bleibt, als ihr Vorgänger.

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