Fussball
Rotkreuz verliert nach 2:0-Führung

Der Tabellenvorletzte Langenthal gewinnt in Rotkreuz mit 3:2 Toren. Den Platzherren ging die Luft aus.

Martin Mühlebach
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Eine gefährliche Situation vor dem Torhüter Langenthals (grünes Trikot). Im Bild (Mitte) Rotkreuz-Stürmer Genc Krasniqi und Langenthals Sven Zimmermann.

Eine gefährliche Situation vor dem Torhüter Langenthals (grünes Trikot). Im Bild (Mitte) Rotkreuz-Stürmer Genc Krasniqi und Langenthals Sven Zimmermann.

Nach dem 2:1-Cupsieg nach Verlängerung gegen Kriens und dem 1:1-Unentschieden beim Leader Delémont empfing Rotkreuz am Samstag den Tabellenvorletzten Langenthal. Für Rotkreuz war es die dritte Partie innerhalb von sieben Tagen, das ohne die etatmässigen Aussenverteidiger Simon Grether (abwesend) und Nedim Sacirovic (verletzt) auskommen musste. Zu allem Überfluss musste der Innenverteidiger Lucas Clasen in der 26. Minute verletzungsbedingt durch den jungen Ayo Akinrinmade ersetzt werden.

Rotkreuz war von Beginn weg mehrheitlich in Ballbesitz. Langenthal, von Cheftrainer Willy Neuenschwander taktisch klug eingestellt, vermochte sein Tor lange reinzuhalten. Es lief bereits die 36. Spielminute, als die Platzherren durch einen herrlichen Kopfballtreffer von Genc Krasniqi 1:0 in Front zogen. Und als Guto Cappellini in der 50. Minute einen Freistoss magistral zur 2:0-Führung verwandelte, schien der Rotkreuzer Heimsieg bereits in trockenen Tüchern zu sein.

Rund 20-minütiger Spielunterbruch

Trainer René Erlachner meinte hinterher: «Nach dem 2:0-Vorsprung hätte ich alles gewettet, dass wir dieses Spiel gewinnen würden.» Doch es kam anders. In der 64. Minute erzielte der zehn Zeigerumdrehungen zuvor eingewechselte Kenan das Anschlusstor zum 2:1, und 50 Sekunden später stellte Miani den 2:2-Gleichstand her. Unmittelbar nach dem 2:2-Ausgleich fiel ein 85-jähriger Langenthal-Fan in Ohnmacht. Beim Sturz auf den Asphalt erlitt er eine stark blutende Wunde am Hinterkopf. Die Partie wurde bis zum Abtransport des Verunfallten mit dem Notfalldienst rund 20 Minuten unterbrochen.

Beide Teams spielten daraufhin mit angezogener Handbremse. Rotkreuz schienen die Kräfte auszugehen, und Langenthal schien sich mit dem Unentschieden zufriedenzugeben. Das Publikum rieb sich verwundert die Augen, als der Gästestürmer Miani plötzlich allein vor dem Rotkreuzer Tor auftauchte und seine Farben 3:2 in Führung schoss. Die Platzherren reagierten heftig. Sie kamen in der noch verbleibenden Spielzeit zu mehreren Einschussmöglichkeiten, doch der Ausgleichstreffer fiel nicht mehr.

Der Langenthaler Cheftrainer Willy Neuenschwander sagte zufrieden strahlend: «Meine Spieler haben Moral bewiesen und einen alles in allem glücklichen Sieg errungen.» Der Rotkreuzer Cheftrainer René Erlachner befand: «Wir haben bei den ersten beiden Gegentoren hinten zweimal den gleichen Fehler gemacht und vorne mehrere gute Torchancen vergeben. Wir sind noch nicht gefestigt und müssen als Aufsteiger noch Lehrgeld bezahlen.»