Prinz Gregor I. lässt die Rekorde purzeln

Mit der Inthronisation von Letzibuzäli-Prinz Gregor I. im Casino ist die Vorfasnacht in Zug gestartet – mit zahlreichen Premieren.

Charly Keiser
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Zum dritten Mal krönte am Samstag, 11. Januar, die Stadtzuger Fasnachtszunft Letzibuzäli ihren Prinzen im Casino Zug. Auch dank dem Motto «Hollywood» war der feierlichste Saal des Kantons äusserst spektakulär dekoriert. Denn Marilyn Monroe, George Clooney, Daniel Craig und andere Filmstars gaben sich lebensgross auf Karton gedruckt die Ehre. Und auch Gäste aus wohl allen Zuger Gemeinden liessen sich nicht lumpen: Charlie Chaplin, Tom Cruise, Spiderman und viele Sujets mehr liessen sich auf dem roten Teppich mit Hollywood-Hintergrund ablichten, bevor es zum Apéro ging.

So richtig startete das Programm kurz nach 19 Uhr mit den «Blues Brothers». Zeremonius Jürg Messmer und Lebuzen-Zunftmeister Richard Rüegg mimten in schwarzen Anzügen, Hüten und Brillen John Belushi und Dan Aykroyd, die dank dem Hollywoodstreifen aus dem Jahr 1980 zu Weltruhm gelangten.

Der jüngste Prinz der Geschichte

Kurz und schmerzlos wurde danach Prinz André II. Odermatt ausser Amt gesetzt und mit seinen Prinzessinnen Madlen und Sandra für die vergangene Fasnacht verdankt sowie verabschiedet. Mit der Präsentation und Welturaufführung des Letzibuzälimarschs folgte im Casino ein weiter Höhepunkt. Begleitet von Trommelwirbeln, schritt das «neue» Trio in den Saal und nahm die Plätze seiner Vorgänger ein. Zeremonius Jürg Messmer schlug Gregor I. zum Prinz, womit zwei Rekorde fielen. Denn mit zarten 26 Lebensjahren ist Gregor I. Bruhin der jüngste Prinz der Lebuzen und der erste, der aus den Reihen der Zunft hervorgeht.

Es folgten die traditionellen Huldigungen an den Prinzen und seine Prinzessinnen Jessica und Laëtitia, bevor mit Ex-Miss Schweiz und Comedian Stéphanie Berger eine Frau das Kommando übernahm. Sie zog Männer und Frauen gleichermassen durch den Kakao und inszenierte ein mit viel Selbstironie gespicktes Feuerwerk. Das Fasnachtsvolk hatte seine Freude und liess nicht locker, bis Berger eine Zugabe zum Besten gab.

Feuchte Augen und Sprachlosigkeit

Mit Schnitzelbänken aus Hünenberg unterhielten danach die «Chickenhillers» die Gäste im ausverkauften Casino Zug. Als Nächstes und letztes vor dem Tanz und Barbesuch stand mit der Verleihung des Fasnächtlers des Jahres der letzte Programmpunkt an. Und dieser bot eine grosse Überraschung und führte zu feuchten Augen und Sprachlosigkeit. Denn Zeremonius Messmer hatte zuvor Richard Rüegg wochenlang an der Nase herumgeführt. Rüegg ist Teil des Gremiums, das den Fasnächtler des Jahres auswählt und konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass seine Kollegen ihn als Würdenträger auserkoren hatten. Noch fehlt nun ein Oberägerer, um den erlauchten Kreis der elf Zuger Gemeinden zu komplettieren.

Bis um 4 Uhr in der Früh war die Bar im ersten Stock des Casinos gut besetzt. «Es war einfach nur toll», konstatierte Gregor I., der den Abend und angebrochenen Morgen bis zur letzten Minute genoss. «Das hätte ich mir nicht einmal im Traum so unglaublich lässig vorgestellt.»