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Wie viel weiss die Zuger Regierung über den Airbnb-Markt?

Die SP-Kantonsratsfraktion stellt der Regierung Fragen zum Angebot von Wohnformen mit kurzer oder beschränkter Mietdauer.
Andrea Muff

Zimmer oder Wohnungen über die Übernachtungsplattform Airbnb anzubieten, sei in erster Linie finanziell lukrativ für die Vermieter. Solche Anbieter – auch professionelle – würden der Bevölkerung Wohnraum entziehen, so das Hauptargument der Airbnb-Kritiker. Die SP-Fraktion stellt der Zuger Regierung nun kritische Fragen zum Airbnb-Angebot im Kanton Zug.

Mit der Interpellation zu Wohnformen mit kurzer oder beschränkter Mietdauer (Airbnb, Expats) möchte die SP feststellen, wie viel die Regierung über den Airbnb-Markt weiss. «Wir wollen mit unseren Fragen, die Regierung auffordern, eine Bestandesaufnahme zu machen», erklärt SP-Kantonsrat Guido Suter (Walchwil). In der Interpellation spricht die SP-Fraktion den Zuger Wohnungsmarkt an.

Die Konkurrenz der Nutzungsformen

Dabei führt die Fraktion die Wohnungsleerstände ins Feld. Das Bundesamt für Statistik (BfS) ermittelt jeweils die Leerwohnungsziffern der Kantone. Bei einem Leerwohnungsanteil von 1 bis 2 Prozent spricht das BfS von einem funktionierenden Wohnungsmarkt, bei Werten von 1 bis 0.5 Prozent herrscht Wohnungsmangel, heisst es im Interpellationstext. Darunterliegende Werte signalisieren eine Wohnungsnot. «Zug ist aktuell der einzige Kanton der Schweiz, welcher mit einer Ziffer von 0.42 Prozent in diesem dunkelroten Bereich liegt», schreibt die Fraktion weiter. Nun komme zur Konkurrenz der potenziellen Mieter auch noch die Konkurrenz der Nutzungsformen hinzu. Damit meint die Fraktion, die Kurzzeitvermietungen wie durch Airbnb oder die Miete durch Firmen für Menschen mit einer befristeten Aufenthaltsdauer (Expats). «Diese Formen ermöglichen eine intensivere Nutzung und höhere Renditen», heisst es weiter im Interpellationstext.

Guido Suter macht klar: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen Kurzzeitvermietungen. Wenn etwa Private ihre Wohnung während ihrer Ferien oder ab und zu ein leerstehendes Zimmer vermieten, ist das in Ordnung.» Im Fokus stehen indes Firmen oder Immobilienbesitzer, die ganze Unterkünfte geschäftsmässig vermieten würden. Um abschätzen zu können, ob überhaupt Regulierungen nötig sind, stellt die SP der Regierung Fragen. Dabei geht es etwa um die Anzahl der durch Airbnb und Expats genutzten Wohnungen, die Chancen und Risiken solcher Nutzungsformen, oder ob der Regierungsrat eine Strategie habe. «Wir möchten die Antworten abwarten und danach überlegen, ob wir gewisse Instrumente zur Regulierung fordern», sagt Suter. Einen weiteren Vorstoss schliesst er noch nicht aus. Denn: «Die Auswirkungen können derart gravierend sein, dass andere Länder und Regionen, aber auch Schweizer Städte wie Basel, Genf oder Luzern Airbnb bereits regulieren oder zu regulieren versuchen.»

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