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Die Rettungskräfte sind am Eidgenössischen Schwingfest in Zug im Dauereinsatz

Ob Sonnenstich, Alkoholvergiftung oder Herzinfarkt: Das Zuger Kantonsspital hat als Medical Partner am Eidgenössischen viel zu tun.
Laura Sibold
Spitaldirektor Matthias Winistörfer (links) und Adrian Walder, leitender Arzt Notfallzentrum, in der Notfallaufnahme des Kantonsspitals. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 6. August 2019)

Spitaldirektor Matthias Winistörfer (links) und Adrian Walder, leitender Arzt Notfallzentrum, in der Notfallaufnahme des Kantonsspitals. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 6. August 2019)

Wenn in drei Wochen bis zu 350000 Schwingfans auf das Festgelände des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf) in Zug strömen und den Bösen im Sägemehl zujubeln, stellen im Hintergrund Ärzte, Rettungssanitäter, Samariter und Armeeangehörige rund um die Uhr die medizinische Erstversorgung sicher. Sie sind zur Stelle, sobald bei den Besuchern körperliche Beschwerden auftreten.

Matthias Winistörfer, Direktor des Zuger Kantonsspitals geht davon aus, dass es davon einige geben wird. Der 48-jährige Steinhauser ist im Esaf-OK für das Ressort Sanität verantwortlich. Das Zuger Kantonsspital selber übernimmt als Medical Partner des Eidgenössischen die medizinische Versorgung der Schwinger, Zuschauer und Festbesucher. «Erste Hilfe bei einem Anlass solchen Ausmasses zu organisieren, ist eine anspruchsvolle Herausforderung. Da ist einerseits die medizinische Erstversorgung auf dem Festgelände selbst und andererseits die allfällige weitere Betreuung im Kantonsspital, die wir gewährleisten müssen», erklärt Winistörfer.

Ausnüchterungsplätze
 und Chirurgen vor Ort

Für die medizinische Versorgung auf dem Festareal ist während des Schwingfests Schutz und Rettung Zürich (SRZ), die grösste zivile Rettungsorganisation der Schweiz, zuständig. Indem eine einzige Organisation sämtliche Rettungseinsätze koordiniere, werde im Austausch mit Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz grösstmögliche Effizienz in der Zusammenarbeit erreicht, ist Matthias Winistörfer überzeugt. SRZ liefert auch das gesamte Sanitätsmaterial samt Medikamenten fürs Fest, das Kantonsspital hilft aber bei allfälligen Engpässen aus. In der Arena selber sind sechs Sanitätspatrouillen vorgesehen, auf dem gesamten Festgelände acht Sanitätsposten. «Von jedem Punkt ist ein Sanitätsposten in maximal 200 Metern zu erreichen. Unser Konzept sieht vor, dass einfachere Fälle wie Sonnenstiche, Verstauchungen oder Schnittverletzungen direkt auf dem Festgelände behandelt werden.» Dazu sind gesamthaft zwischen 60 und 90 Rettungssanitäter, Samariter und Notfallärzte vor Ort, die allesamt von SRZ gestellt werden. Hinzu kommen pro Schicht knapp zehn Mitarbeiter des Zuger Kantonsspitals.

Zwei Fachärzte des Kantonsspitals kümmern sich am Samstag und Sonntag direkt in der Schwingarena um allfällige Verletzungen der Schwinger. An zwei Sanitätsposten ist je ein chirurgischer Oberärzte stationiert, der sich um die Wundversorgung kümmert. «Beim Eidgenössischen in Estavayer wurden etwa 70 Schnittverletzungen behandelt. Diese hatten sich Besucher durch zerbrochene Glasflaschen zugezogen», erinnert sich Winistörfer, der damals im Rahmen der Vorbereitungen fürs Esaf vor Ort war. Da es auch in Zug Glasflaschen geben werde, sei man auf dieses Szenario vorbereitet. Auch gegen die Hitze hat man in Zug vorgesorgt. Man habe Eskalationsstufen definiert, verrät der Sanitätschef. Sollten hohe Temperaturen auftreten, werden die Festbesucher aufgefordert, genug zu trinken und sich vor direkter Sonnenstrahlung zu schützen.

Zudem richtet das Zuger Kantonsspital neben der Schwingarena 15 Ausnüchterungsplätze ein, die jeweils nachts von einem Oberarzt und drei Pflegefachpersonen betreut werden. Diese Plätze sind für Einzelpersonen gedacht, die im Laufe des Abends so viel getrunken haben, dass eine Rückkehr nach Hause nicht mehr möglich ist. Sollte sich jemand eine Alkoholvergiftung zuziehen, wird er umgehend ins Kantonsspital in Baar gebracht. Dort sind auch 20 weitere Ausnüchterungsplätze vorgesehen. Bei schlimmeren Vorfällen wie Herzinfarkten oder Hirnschlägen werden die Besucher sogleich ins Spital eingeliefert.

Eine Herkulesaufgabe neben dem Sägemehl

Unweit des Esaf-Geländes stehen vom 23. bis 25. August im Zuger Kantonsspital im Drei-Schicht-Betrieb pro Schicht jeweils 100 bis 150 Personen im Einsatz. Das seien etwa doppelt so viel wie an einem strengen Wochenende, erklärt Winistörfer. So könne man voraussichtlich doppelt so viele Patienten behandeln wie üblich. Steht normalerweise am Wochenende ein einziger Notfall-Operationssaal zur Verfügung, sind es während des Eidgenössischen drei. Zudem wird die Kapazität an stationären Betten erhöht, indem am Donnerstag und Freitag vor dem Esaf keine geplanten Eingriffe durchgeführt werden.

Vor zwei Jahren habe das Kantonsspital mit der Detailplanung begonnen, wobei man viele Annahmen habe treffen müssen, was allenfalls passieren könnte, so der Spitaldirektor. Deshalb sei man auf verschiedene Szenarien auch gut vorbereitet. Matthias Winistörfer und sein Team sind für die Herkulesaufgabe neben dem Sägemehl also gerüstet.

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