Die dominante Rolle des Lichts in den Aquarellen

Es sind wortwörtlich grenzüberschreitende Arbeiten, die Urs J. Knobel in Baar ausstellt. Und seine neuen Aquarelle weisen eine freiere Gestaltung auf.

Monika Wegmann
Drucken
Teilen
Urs J. Knobels Aquarelle variieren durch ihre Farbgebung in Wirkung und Stimmung. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 14. März 2019)

Urs J. Knobels Aquarelle variieren durch ihre Farbgebung in Wirkung und Stimmung. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 14. März 2019)

Das Wasser des Zugersees und die ihn umgebende Landschaft erkennt man auf Anhieb. Es sind heimatliche Gefilde, die Urs J. Knobel zu verschiedenen Tageszeiten beobachtet hat. Was die Blau- und Gelb- oder Rottöne erklärt, die bei den fast gleichen Bildern zu entdecken sind. «Vor Ort skizziere oder fotografiere ich das ausgewählte Motiv. Manchmal entstehen direkt auch kleinere Bilder», erklärt Urs J. Knobel in der Z-Galerie in Baar, die derzeit seine neuen Aquarelle aus der Innerschweiz, aus Spanien und Asien ausstellt. «Über den Horizont» ist der Titel der Ausstellung, die ein umfangreiches Œuvre des Baarers zeigt, mit Stimmungsbildern aus der Region und von seinen Reiseerlebnissen aus fernen Ländern.

Die langen, schmalen Formate der Werke sind besonders augenfällig. «Es ermöglicht mir ein spannendes Arbeiten, ich bringe mehr von meinem Motiv darauf, was fast an ein Panoramabild erinnert», so Knobel. Und der Blick des Beschauers wird hier oft unwillkürlich vom Wasser zum Himmel gelenkt, der nicht einfach nur blau zu sehen ist, sondern faszinierende Farbspiele aufweist, sodass er in seiner farblichen Vielfalt fast wie eine Landschaft erscheint. Zudem nimmt dieser Himmel auf manchen Sujets einen sehr grossen Raum der Bildfläche ein. Bei einigen fragt man sich, wie dies mit der Aquarelltechnik zu bewerkstelligen ist. «Ja, das Licht spielt bei mir eine dominante Rolle. Allerdings ist damit eine spezielle Situation verbunden», so der Künstler. «Es ist nicht einfach zu aquarellieren, denn ich trage diverse Schichten – nämlich vier bis sieben – übereinander auf, um die verschiedenen Töne zu erzeugen. Die Farben trocknen nicht so schnell, was immer wieder warten bedeutet und das Malen fast zu einer meditativen Sache werden lässt.

Farben fliessen kontrolliert

Der Malstil hat sich bei Urs J. Knobel im Laufe der Zeit verändert: «Früher habe ich mit Öl und Acryl eher konkrete Motive gemalt, neuerdings arbeite ich mit den Aquarellfarben. Und die grossen Formate werden ab­strakter und freier. Genau das kommt den Aquarellen entgegen, wo die Farben fliessen dürfen – aber kontrolliert. Das ist jedoch ein Prozess bei dem man dranbleiben und schnell reagieren muss.» Auch auf Reisen malt er regelmässig, wie die kleinformativen Motive aus Spanien, Myanmar oder Laos zeigen, wo er Menschen in ihrem Alltag beobachtet hat. Voller Begeisterung sagt er: «Ich liege unterwegs nicht am Strand, sondern sehe mir immer vieles an.»

Urs J. Knobel (63) lebt in Baar und arbeitet als Grafiker, Illustrator und Maler. Seine Illustrationen sind in namhaften Medien erschienen, und er hat auch schon einige Auszeichnungen erhalten. Aber er betont besonders: «Die künstlerische Tätigkeit ist für mich mehr als ein Hobby, sie ist ein ernster und wichtiger Bestandteil in meinem Leben.»

Die Ausstellung «Über den Horizont mit neuen Aquarellen von Urs J. Knobel läuft bis 13. April in der Z-Galerie, Dorfstrasse 6a, Baar. Die Öffnungszeiten: Mi bis Fr 15–18 Uhr, Sa/So 11–14 Uhr.