Cham
Vom Zugersee in die Lüfte empor – Wasserflugzeuge sorgen für Aufsehen

Aus historischem Anlass hoben am Wochenende Wasserflugzeuge zu Rundflügen ab.

Nils Rogenmoser
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Kleine und grosse Flugzeuge sind zu bestaunen.
18 Bilder
Ein Flugzeug ist gelandet.
Ein Modell hebt ab.
Die Modellbauer haben ganze Arbeit geleistet.
Dieses Flugzeug fliegt Heinz Sägesser, Präsident SPAS Seaplane Pilots Association Switzerland, mit dabei ist seine Tochter Carole Mäder.
Fotos wurden viele gemacht.
Ein Modell und ein Original im Hintergrund.
Auch die Modelle ziehen Publikum an.
Die Flugzeuge müssen auf den See fahren, damit sie starten dürfen.
Ein Flugzeug auf dem Weg abzuheben.
Vor 110 Jahren fand die erste Wasserlandung auf dem Zugersee statt.
Die Modelle werden mit viel Liebe betreut.
Die Wasserflugzeuge sorgen für Aufsehen auch im Villettepark.
Ein Wasserflugzeug hebt ab
Ein Wasserflugzeug gleitet zum Ufer.
Am Seaplane Meeting in Cham.
Am Seaplane Meeting in Cham.
Am Seaplane Meeting in Cham.

Kleine und grosse Flugzeuge sind zu bestaunen.

Bild: Matthias Jurt (Cham, 20. August 2022)

Im Jahr 1912 steckte die Fliegerei noch in den Kinderschuhen. Da man damals nur über sehr wenige Flugplätze verfügte, führten experimentierfreudige Piloten Landungen im Wasser durch. Dem Welschen Aviatik-Pionier René Grandjean gelangen vor 110 Jahren die ersten Wasserlandungen auf dem Zugersee – das muss für die damalige Generation von Zugerinnen und Zugern am Seeufer ein Riesenspektakel gewesen sein.

Der Verein der Schweizerischen Wasserflug-Piloten (SPAS) hat dieses Ereignis zum historischen Anlass genommen, um am vergangenen Wochenende im Hirsgarten in Cham ein Wasserflug-Treffen zu organisieren.

Bewilligungen sind schwer zu kriegen

Heinz Sägesser ist Präsident der SPAS und erklärt den speziellen Charakter dieser Veranstaltung: «Die Wasserfliegerei wird heute in der Schweiz und den umliegenden Ländern kaum mehr aktiv praktiziert. Nur noch wenige Gewässer dürfen mit viel administrativem Aufwand angeflogen werden. Wangen-Lachen am oberen Zürichsee bildet national die einzige definierte Landefläche für Wasserflugzeuge – unsere Piloten trainieren vor allem in abgelegenen Regionen der USA und Kanada.»

Bewusst habe man für dieses Treffen nicht geworben, erklärt Sägesser: «In erster Linie wollen wir der Bevölkerung die Tradition und die Schönheit der Wasserfliegerei vermitteln. In der Vergangenheit haben jedoch vereinzelt Leute mit unserer Leidenschaft Probleme bekundet und solche Anlässe zu vereiteln versucht – deshalb verhalten wir uns unauffällig.»

Insgesamt seien an diesem Wochenende vier Flugzeuge mit Rundflügen im Einsatz:

«Auch plötzliche Regenschauer tun der Stimmung keinen Abbruch. Es ist erfreulich, dass die Gemeinde Cham uns diese Gelegenheit bieten.»

Der erste Wasserflug in der Schweiz sei übrigens von Ad Astra Aero, dem Vorläufer der Swissair, durchgeführt worden, sagt Sägesser: «Die Route ging seinerzeit vom Zürichhorn über Luzern und den Brünig bis Bömigen bei Interlaken.»

Lärmfaktor ist kein Problem

Zwei bootsförmige, schlanke Schwimmer, die mit dem Flugzeugrumpf verbunden sind, ermöglichen es den Wasserflugzeugen, im Gewässer zu starten und zu landen. Auch Hans Meer aus Steinhausen ist fasziniert: «Ich wollte spontan mit eigenen Augen sehen, wie diese Wasserflugzeuge auf mich wirken. Sie machen mir grossen Eindruck.»

Bruno Rüedi ist Event Coordinator und erklärt, dass die SPAS jährlich etwa vier bis sechs solche Anlässe durchführe: «Die Treffen unserer Wasserflugszene sind stets urchig, gesellig und wirken nach unseren Rückmeldungen jeweils sympathisch auf die Bevölkerung. Die Flugzeuge sind sogar leiser als Motorboote.»

Die Vereinsmitglieder seien in der Regel Piloten, die eine Zusatzausbildung zum Wasserflugpiloten gemacht hätten. Dieses Wochenende dürfe der Verein einen speziellen Gast begrüssen: «Ein leidenschaftlicher Wasserflugfan aus Indien fliegt für einige Tage in die Schweiz und wird mit uns dieses Wochenende verbringen», erläutert Rüedi mit einem Zwinkern.

Auch Modellflugzeuge heben ab

Sie sind deutlich kleiner als die Wasserflugzeuge, aber nicht minder unterhaltsam – auch einige Modellflugzeuge fliegen fast geräuschlos waghalsige Pirouetten im Hirsgarten. Werner Glanzmann, Obmann der Modellfluggruppe Zugerland, weist auf die Schönheit der Geräte hin: «Viele Modellflugzeuge stammen vom Prestigeunternehmen Dornier und zeichnen sich durch hohe Detailtreue und umfangreichen Bauaufwand aus.»

Die Gruppe zähle leidenschaftliche Mitglieder von Jung bis Alt. Dieses Hobbys sei sehr vielseitig und verlange viel handwerkliches Können, manuelles Geschick und auch Kenntnisse der Elektronik.