Trotz Corona-Rekord und massiver Zunahme: So wenige Leute flogen zum Ferienstart ab Zürich

Normalerweise fallen in den Sommerferien an den Flughäfen die Rekorde. Auch in diesem Corona-Sommer haben sich die Zahlen leicht erholt, liegen aber noch weit hinter dem Vorjahr zurück – obwohl der Flugbetrieb wieder stark hochgefahren wird.

Reto Fehr, watson.ch
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solche Bilder dürfte es am Flughafen Zürich länger nicht mehr geben.

solche Bilder dürfte es am Flughafen Zürich länger nicht mehr geben.

Archivbild: Keystone

Sommerferienzeit bedeutet für viele Schweizer: Ab in den Flieger. Zumindest war dies bis 2019 so. In diesem Jahr bleibt der Flughafen Zürich in den Sommermonaten im Gegensatz zu früheren Jahren wie leergefegt.

Die Flugbranche leidet mit am meisten an der Coronakrise. Noch immer gelten in vielen Ländern strikte Einreisebestimmungen. Die Passagierzahlen brachen in den letzten Monaten nicht nur in der Schweiz ein.

Mit den Lockerungen nahm auch der Flugbetrieb wieder Fahrt auf, wobei die einstige Flughöhe noch lange nicht erreicht ist.

Im Juni nutzten rund 200'000 Passagiere den Flughafen Zürich, wie das Unternehmen am Montagabend berichtete. Das ist zwar eine Zunahme von rund 460 Prozent im Vergleich zum Mai 2020 aber ein Minus von 93 Prozent gegenüber Juni 2019.

Doch vom Normalbetrieb ist man weiterhin weit entfernt. Vor Corona nutzten an einem durchschnittlichen Tag rund 80'000 Personen den grössten Schweizer Flughafen, in den Sommermonaten kamen an Spitzentagen über 100'000. Der Rekord datiert vom 28. Juli 2019 mit knapp 115'000 Passagieren.

In diesem Jahr ist alles anders: «Am Samstag und Sonntag nutzten je rund 25'000 Passagiere den Flughafen Zürich», sagt Mediensprecherin Raffaela Stelzer auf Anfrage. Das entspricht rund einem Viertel der Vorjahresperiode. Immerhin: Seit Beginn der Coronakrise und dem Zusammenbruch der Passagierzahlen ist dies ein klarer Rekord. «Wir erwarten im Juli noch weitere Spitzentage mit rund 25'000 Passagieren.»

Nicht nur in Zürich sondern weltweit nimmt der Flugbetrieb wieder etwas Fahrt auf. Die Branche musste ihre Kapazitäten mit Beginn der Krise massiv herunterfahren.

Mittlerweile wurde der Einbruch gestoppt. Während der Flugtracker «Flightradar24» im Februar im Durchschnitt 100'000 kommerzielle Flüge weltweit zählte, brach die Zahl im April auf unter 28'000 ein.

Am Flughafen Zürich wurde am Freitag, 10. Juli ein erster Höchstwert bei den Abflügen in diesem Sommer erzielt: 171 hoben in Kloten ab. Am Samstag (156) und Sonntag (149) wurde diese Marke nicht ganz erreicht. Zum Vergleich: 2019 bewegte sich die Zahl zum ähnlichen Zeitpunkt bei rund 400 Abflügen täglich.

Das soll dann auch wieder das Ziel sein. Allerdings dürfte dies noch dauern. Bei der Swiss beispielsweise möchte man bis Ende Oktober wieder bei 40 Prozent der Flüge der Vor-Corona-Zeit ankommen. Aktuell zählt man wöchentlich rund 1400 Abflüge und 85 Prozent der Destinationen werden wieder angeflogen (hier gibt es das aktuelle Streckennetz der Swiss).

Beliebt waren im Sommer 2020 bisher Ziele in Spanien, Portugal oder Griechenland. Das hat aber nur wenig mit dem Coronavirus zu tun. «Diese Ziele waren auch letztes Jahr bei unseren Passagieren sehr beliebt», schreibt Swiss-Mediensprecherin Meike Fuhlrott.

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