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Pascal Blöchlinger: «Die SVP ist definitiv die richtige Partei»

Der 42-jährige Altdorfer soll den Urner Sitz der SVP verteidigen. Punkten will der frische Familienvater mit seiner klaren Linie.
Florian Arnold
Landratspräsident und somit «höchster Urner», Pascal Blöchlinger, vor dem Rathaus in Altdorf. (Bild: Florian Arnold, Juni 2019)

Landratspräsident und somit «höchster Urner», Pascal Blöchlinger, vor dem Rathaus in Altdorf. (Bild: Florian Arnold, Juni 2019)

Pascal Blöchlinger schwimmt zurzeit im Glück: Vor gut einem halben Jahr kam sein erster Sohn Elija auf die Welt, im Juni konnte er das Amt des Landratspräsidenten und damit des «höchsten Urners» übernehmen und vor knapp zwei Wochen läuteten in Altdorf für Frau Andrea und ihn die Hochzeitsglocken. Das Ganze toppen könnte wohl nur noch die Wahl in den Nationalrat: Und das strebt der 42-jährige SVP-Politiker an. «Das Jahr ist sehr gedrängt. Dass alles gleich miteinander kommt, habe ich nicht gesucht», meint er. Zufälle hätten dazu geführt.

Als Nationalrat Beat Arnold aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, war für die SVP-Kantonalpartei klar, dass der Sitz verteidigt werden sollte. Und so liess sich Blöchlinger als deren damaliger Präsident aufstellen. «Mir gefällt die Arbeit im Parlament, sodass ich mir sehr gut vorstellen kann, in Bern Erfüllung zu finden.» Als Landrat habe er Erfahrung sammeln können. «Ich mache mir keine Illusionen, dass man in der Legislative Berge versetzen kann. Aber es ist möglich, mit kleinen Schritten vorwärts zu kommen.» Blöchlinger glaubt: «Als Vertreter eines Gebirgskantons steht man nicht alleine da». Es brauche manchmal einen offeneren Blick. «Wenn es um den Ausbau der Axenstrasse geht, verbündet man sich nicht nur mit Schwyz, sondern auch mit den Kantonen Luzern und Nidwalden, die auf diese Weise entlastet werden.» Blöchlinger ärgert sich über den Widerstand der grünen Verbände gegen die neue Axenstrasse. «Sie sind Verhinderer, deren Tun in Uri endlich politisch diskutiert werden müsste.»

«Ich war der einzige, der nicht streckte»

Der Verkehr ist also ein wichtiges Thema für Blöchlinger – und das nicht erst seit Kurzem: In den 1990er-Jahren sei er unter anderem dadurch politisiert worden. Und schon damals habe er gelernt, für seine Meinung einzustehen. Er erinnert sich an eine Geschichtsstunde im Kollegi: «Unser Lehrer fragte in die Runde, wer für die Alpeninitiative sei. Ich war der Einzige, der nicht streckte.» Er habe sich dann erklären müssen. «Zu einer anderen Meinung stehen, das muss ich oft. Aber ich habe gemerkt, dass im Kanton Uri andere Meinungen akzeptiert werden. Man muss selber offen sein, dann sind es die anderen auch.»

Beeindruckt ist er von Christoph Blocher, der in den 1990er-Jahren gegen den Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) kämpfte. Wegen dieser Debatte und weil die Politik damals KMU-feindlicher geworden sei, hätten er, seine Eltern und ein Bruder bei der Gründung der SVP Uri teilgenommen. «Die SVP ist definitiv die richtige Partei für mich», sagt Blöchlinger nicht ohne Stolz. «Mir gefällt an der Partei vor allem der Umgang untereinander. Alle sind sehr zugänglich, man ist miteinander per Du.» Blöchlinger steht aber auch klar hinter der Politik. «Wir sind die einzigen, die konsequent dranbleiben an unseren Themen», glaubt er und zieht den Vergleich zur FDP. Diese habe in den 1990er-Jahren gegen eine zweite Gotthard-Strassenröhre gestimmt, um dann in den 2000er-Jahren wieder umzuschwenken. «Konsequent sein, bedeutet nicht, dass man nicht auch klüger werden kann. Aber wir verfolgen unseren Weg klarer.» So stellt sich auch Blöchlinger hinter die restriktive Ausländerpolitik, welche die SVP auszeichnet. «Wir wollen motivierte, von unserer Kultur überzeugte Menschen in der Schweiz», betont er. «Denn es gibt keine historische Schuld, jeden aufnehmen zu müssen, der in der Schweiz leben will.» Aufgrund dieser «Schuldfrage» würden sich Links und Rechts nie einig werden.

Bei Krankenkassen ist er offen für einen Systemwechsel

In Bern möchte sich Blöchlinger auch wirtschaftlichen Themen widmen und für den Föderalismus einstehen. «Die Kantone sollen ihre Freiheit behalten, so etwa bei den Steuern», sagt er. Diesbezüglich ziehe man am gleichen Strick wie die anderen bürgerlichen Parteien. Bei den Krankenkassen müsse man über einen Systemwechsel nachdenken, so der Ökonom, der sich in dieser Frage auch ein erfolgreiches System aus Fernost vorstellen könnte. «Was gegenwärtig im Gesundheitswesen läuft, ist Pflästerlipolitik.»

Um solche Themen anzugehen, wird in Bern ein gutes Netzwerk benötigt. Noch kennt Blöchlinger ausserhalb der SVP nur einige Parlamentarier persönlich. «Wichtig ist, dass ich in der SVP bereits bestens vernetzt bin und auf dieser Basis aufbauen kann», sagt er. Und der Altdorfer hat auch schon einen Plan, wie er dies angehen will: «In den Kommissionen kann man seinen Standpunkt aufzeigen und mit Argumenten überzeugen.» Nicht zuletzt können Urner auch auf den Bergkanton-Bonus setzen: «Der Kanton Uri geniesst in aller Regel ziemlich viele Sympathien.»

Volk unterscheidet zwischen Präsident und Kandidat

Vorerst gilt es, die Urner Wählerschaft zu überzeugen. Nicht ganz einfach als Landratspräsident, der sich politisch nicht äussern sollte – zumindest was die Kantonspolitik betrifft. «Das Volk erwartet keinen komplett neutralen Wahlkampf», glaubt Blöchlinger. Und: «Wenn ich als Landratspräsident unterwegs bin, dann mache ich keinen Wahlkampf und umgekehrt.»

Die Urner Zeitung stellt in diesen Wochen sämtliche Kandidaten für die Wahlen vom 20. Oktober vor. Schon erschienen sind die Porträts der beiden Ständeratskandidaten Josef Dittli und Heidi Z’graggen.

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