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Orascom stellt Weichen für die Zukunft

Der Orascom-CEO Khaled Bichara soll mit einem grossen Aktiengeschenk an die Holding gebunden werden, an dem sich auch Samih Sawiris persönlich beteiligt. Der Ägypter tut dies nicht ganz uneigennützig, wie er an der Generalversammlung sagte.
Florian Arnold

Es sollte die letzte Generalversammlung der Orascom in Altdorf werden: Denn im kommenden Jahr will die Holding, zu der auch das Tourismus-Unternehmen Andermatt Swiss Alps gehört, in die neue Konzerthalle des Hotels Radisson Blu einladen. Bald wird diese eröffnet.

Die Anträge des Verwaltungsrates wurden allesamt mit vereinzelten Gegenstimmen und Enthaltungen genehmigt. So wurde die Jahresrechnung gutgeheissen, welche ein Defizit von 50 Millionen Franken ausweist. Der kumulierte Gesamtverlust beträgt nun 2,4 Milliarden Franken. Dem Verwaltungsrat wurde die Décharge erteilt. Neben dem Präsidenten wurden im Verwaltungsrat folgende Mitglieder bestätigt: Adil Douiri, Franz Egle, Jürgen Fischer, Carolina Müller-Möhl Naguib Sawiris, Marco Sieber sowie Jürg Weber.

22 statt 8 Millionen für die Geschäftsleitung

Als maximale Vergütung des Verwaltungsrates wurde die Summe von 1,16 Millionen Franken festgelegt. Für die Geschäftsleitung ist eine maximale Gesamtvergütung für das Jahr 2020 von 7 Millionen Franken festgelegt worden.

Wichtigstes Geschäft der Versammlung war jedoch die Erhöhung der Vergütung für CEO Khaled Bichara. Für das laufende Geschäftsjahr 2019 war vor einem Jahr eine maximale Vergütung von 8 Millionen festgelegt worden. Nun wurde eine Erhöhung auf 22 Millionen beschlossen. Dadurch erhält der CEO über die kommenden fünf Jahre mehr Aktienanteile: 2,5 Prozent von der Holding und 2,5 Prozent aus dem Portfolio von Samih Sawiris selber. «Ich habe persönlich sehr viel davon, wenn ich abends gut schlafen kann, und weiss, dass ein anderer nicht schläft», scherzte der Grossinvestor. Im Vertrag mit dem CEO sind Verfallsbestimmungen eingebaut, sodass der Anreiz für ein langjähriges Engagement gesichert ist. Per Medienmitteilung hatte die Holding gestern Morgen bereits über die Pläne informiert, unter Vorbehalt des GV-Entscheids.

Verwaltungsratspräsident Samih Sawiris machte deutlich, dass dies eine Massnahme sei, um den CEO an das Unternehmen zu binden, indem sich dieser viel mehr als Partner denn als Angestellter des Unternehmens identifizieren könne. Er selbst sichere sich und seinen Kindern die Zukunft als Hauptaktionäre, so Sawiris. Er gab sich voll des Lobes über den 47-jährigen Manager, der seit 3 Jahren in der Holding tätig ist. Bichara bringe die nötige Innovation ins Unternehmen und gehe in die Tiefe, was ihm selber nicht liege, so Sawiris. Der Investor verheimlichte nicht, dass eine Lösung innerhalb der eigenen Familie angestrebt worden sei. Das Unternehmen des Sohns laufe aber «leider zu gut», sagte Sawiris.

Kopplung an Erfolg würde Risiken bergen

Einfach so wollten die Aktionäre jedoch nicht zustimmen. Einige erkundigten sich danach, ob die Vergütung auch an den Erfolg geknüpft sei. Von solchen Anreizen sei jedoch nicht viel zu halten, so Sawiris, denn damit werde die Kurzfristigkeit gepusht, wodurch man jedoch langfristig leiden werde. «Das wäre nicht die beste Route gewesen», so der Ägypter. Und auch den Ratschlag eines Aktionärs, mit innovativen Konzepten vermehrt in die Immobilienbranche der Schweiz zu investieren, verwarf Sawiris: «Wir gehen nicht auf die Uni, bevor wir das Abitur abgeschlossen haben.» Zuerst müsse Andermatt Überschüsse produzieren, bevor man andere Projekte angehe.

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