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«Neue Axenstrasse» liegt noch in weiter Ferne

In einer Kleinen Anfrage wollte Landrat Pascal Blöchlinger (SVP, Altdorf) vom Urner Regierungsrat wissen, wie der aktuelle Stand zum Projekt «Neue Axenstrasse» lautet. Gemäss Regierung konnte bislang mit 53 Einsprechern eine Einigung erzielt werden – vier Einsprachen sind nach wie vor hängig.
Philipp Zurfluh
Das grosse Verkehrsaufkommen ist für die Gemeinde Sisikon eine grosse Belastung. (Bild: Corinne Glanzmann, 6. Juni 2018)

Das grosse Verkehrsaufkommen ist für die Gemeinde Sisikon eine grosse Belastung. (Bild: Corinne Glanzmann, 6. Juni 2018)

Am 3. Juni hat Landrat Pascal Blöchlinger (SVP, Altdorf) eine Kleine Anfrage zum Stand des Projekts «A4 Neue Axenstrasse» (siehe Box) und Senkung der maximalen Last auf den Routen Seelisbergtunnel und Axen eingereicht. Anlass zum Vorstoss gaben laut Blöchlinger die Bedeutung der Axenstrasse für Pendler und für das Urner Gewerbe sowie die seit Jahren fehlende Projektgenehmigungsverfügung für die Realisierung der neuen Axenstrasse.

Derzeit läuft das Instruktionsverfahren. Danach hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) – dieses ist auch verfahrensführend – sechs Monate Zeit für die Ausarbeitung der Plangenehmigungsverfügung (PGV). «Diese dürfte frühestens Ende 2019/Anfang 2020 vorliegen», hält die Urner Regierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage von Pascal Blöchlinger fest. Nach Vorliegen der PGV hätten die Einsprecher die Möglichkeit, ihre Einsprache an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuziehen und bei einem erneuten abschlägigen Entscheid schliesslich an das Bundesgericht zu gelangen.

Umweltverbände
befürchten mehr Verkehr

Bauherren des Projekts sind die Kantone Uri und Schwyz, die sich zu einer Bauherrengemeinschaft zusammengeschlossen haben. Wie aus der Antwort der Regierung hervorgeht, hat die Bauherrschaft mit 53 Einsprechern eine Einigung erzielt. Vier Einsprachen konnten noch nicht bereinigt werden. Drei stammen von Privatpersonen, eine von Umweltverbänden (Gemeinschaft von Alpeninitiative, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz und VCS-Sektionen UR und SZ). Gemäss Urner Regierung lehnen sie das Projekt grundsätzlich ab, da dieses ihrer Meinung nach verkehrstechnisch eine Kapazitätserhöhung zur Folge haben könnte.

Zwei Tunnels sind in Planung

(pz) Das Projekt «A 4 Neue Axenstrasse» besteht aus zwei Tunnels und aus einer 120 Meter langen offenen Strecke im Bereich Ort, wo man aus den beiden Tunnels ans Tageslicht gelangt. Ziel ist die Anbindung an die bisherige Axenstrasse. Der Morschacher Tunnel beginnt beim Anschluss Ingenbohl und endet beim Südportal Ort. Damit wird Brunnen neu umfahren. Mit dem Sisikoner Tunnel vom Ort bis zum Gumpisch soll das Dorf Sisikon vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Die alte Axenstrasse wird den Kantonen Schwyz und Uri übertragen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 980 Millionen Franken. 916 Millionen Franken trägt der Bund. Die restlichen Kosten werden nach dem Territorialprinzip aufgeteilt: Der Kanton Uri trägt insgesamt 8 Millionen Franken. Der Kanton Schwyz muss 56 Millionen Franken berappen.

Auf die Frage von Blöchlinger, welche Möglichkeiten die Regierung wahrnehme, um positiv Einfluss zu nehmen, heisst es: «Der Regierungsrat hat Einsitz im Steuerungsausschuss, dem obersten Gremium der Projektorganisation und setzt sich dort dafür ein, dass das Projekt möglichst rasch realisiert wird.» Zudem nutze sie informell die guten Kontakte zu den Urner Kantonsvertretern in Bern und zur Astra-Leitung.

Sonderbewilligungen 
beim Astra einholen

Das Astra hat nach Neuberechnungen diverser Kunstbauten auf der A2 und A4 die maximalen Tonnagen für Schwertransporte stark gesenkt. So können am Axen nur noch Sondertransporte bis zu 60 Tonnen und via Seelisbergtunnel bis maximal 70 Tonnen bewilligt werden. Blöchlinger wollte von der Regierung wissen, wie sie die Erschliessung des Kantons Uri auch für Tonnagen über 70 Tonnen sicherstellen wolle. «Bei den auf 60 respektive 72 Tonnen festgelegten Begrenzungen handelt es sich nur um die Grenzwerte für Dauerbewilligungen», schreibt die Regierung. Für einen Transport, der diese Grenzwerte überschreite, müsse der Spediteur ein Gesuch bei der Abteilung Sonderbewilligungen des Astra einreichen. Die Regierung sehe deshalb mittelfristig keinen Handlungsbedarf.

Die Regierung nimmt auch zum Vorwurf von Blöchlinger Stellung, er habe keine Anstrengungen unternommen, um die Strecke Sisikon–Flüelen sicher auszubauen: «Diese Aussage ist falsch. Seit den 1970er-Jahren war Uri mit Nachdruck an dieser Aufgabe dran.» Es handle sich also nicht um eine Nachlässigkeit, sondern zeuge von weitsichtiger Planung und überzeugter Arbeit, dass dieser Abschnitt bereits erstellt sei.

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