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Hotellerie in Seelisberg entstand dank Marienstatue

Die ersten Pilger legten in Seelisberg den Grundstein für den Tourismus und spielen heute noch eine wichtige Rolle.
Eine Zeichnung der Hotelanlage mit Marienkapelle um 1900. (Bild: Christoph Näpflin, Seelisberg, 29. März 2017)

Eine Zeichnung der Hotelanlage mit Marienkapelle um 1900. (Bild: Christoph Näpflin, Seelisberg, 29. März 2017)

(NC)

Nachdem zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Marienstatue aus Holz zuerst in einem Bildstöcklein, später in einer Kapelle und ab 1666 in der heutigen Wallfahrtskapelle Wallfahrer aus nah und fern nach Seelisberg brachte, stellte sich auch die Frage nach Übernachtungsmöglichkeiten im Dorf. Diese gab es zu Beginn bei den Einheimischen in deren Häusern und später in einfachen Gaststätten. Was die Gastgeber an Entgelt erhielten, steckten sie oft in die Vergrösserung der Schlafzimmer, sodass sie im kommenden Jahr mehr Gäste aufnehmen konnten.

Im Jahr 1852 kaufte der erst 19-jährige Michael Truttmann aus Seelisberg die Pilgergaststätte bei der Wallfahrtskapelle beim Sonnenberg und vergrösserte diese laufend. Im Jahr 1874 baute er nach Plänen des Stararchitekten Davinet aus Bern das heutige Grandhotel Sonnenberg und benutzte die ehemalige Pilgergaststätte als Kuranstalt mit kalten und warmen Bädern.

Antrag auf Vergrösserung wurde abgelehnt

Der junge innovative Hotelier Truttmann konnte in seinem Grandhotel bald vornehme Gäste aus ganz Europa begrüssen. Er war es, der sich um eine Badeanstalt am Seelisberger Seeli bemühte, die Spazierwege ausbaute, die erste elektrische Terrassenbeleuchtung ganz Europas installierte und sogar eine eigene Poststelle im Hotel betrieb. Er regte auch den Neubau des Hauses zur Treib an, das in seinen Augen nicht mehr schön genug war, die ankommenden Gäste am See zu begrüssen. Nicht alle Ideen liessen sich aber umsetzen. So scheiterte sein Gesuch für eine Bergbahn vom Rütli zum Seelisberg, der Bau eines Hotels auf dem Rütli und auch die Erweiterung der Wallfahrtskapelle Maria Sonnenberg erhielt bei den Kirchgenossen von Seelisberg keine Mehrheit.

Die Wallfahrt war auch in der Hochblüte des Tourismus, um 1900, ein wichtiges Standbein. Hotelier Truttmann war überzeugt, mit einer markanten Vergrösserung der Wallfahrtskapelle auch viel mehr Pilger und somit Übernachtungsgäste nach Seelisberg zu bringen. Er sah vor allem den grossen Strom an Marienverehrer, welche nach Einsiedeln pilgerten und wollte Ähnliches auch in Seelisberg erreichen.

Die Wallfahrtskapelle Maria Sonnenberg hat bis heute nur wenige Veränderungen erlebt. Vielleicht gerade deshalb ist die Kapelle Maria Sonnenberg bis heute ein viel besuchter Wallfahrtsort. «Die vielen Bitten und Danksagungen im Kapellbuch sowie die zahlreichen brennenden Kerzen zeigen, dass heute viele Marienverehrer die Kapelle Sonnenberg individuell besuchen», ist Pfarrer Daniel Guillet überzeugt.

Maria Himmelfahrt wird mit Festgottesdienst gefeiert

Der Festtag von Maria Himmelfahrt am kommenden Donnerstag, 15. August, ist der offizielle Wallfahrtstag mit Festgottesdienst um 10.30 Uhr und Marienfeier um 14 Uhr. «Wenn auch nicht mehr ganz so viele Besucher wie vor 100 Jahren am Wallfahrtstag nach Seelisberg kommen, ist doch bis heute dieser Festtag für viele Wallfahrer aus nah und fern ein grosses Bedürfnis und für uns Seelisberger ein bedeutender Tag», freut sich Daniel Guillet auf den Wallfahrtstag.

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