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Altdorf: Bahnhofgebäude kostet 49 statt 35 Millionen

Der Bankrat der Urner Kantonalbank (UKB) hat entschieden, das Gebäude am neuen Kantonalbahnhof in Altdorf definitiv zu realisieren.
So wird das neue Gebäude der UKB am Kantonalbahnhof aussehen. (Visualisierung: PD)

So wird das neue Gebäude der UKB am Kantonalbahnhof aussehen. (Visualisierung: PD)

(pd/zf) Die Baubewilligung der Gemeinde Altdorf soll schon bald rechtskräftig sein. Dann wird die UKB das alte Aufnahmegebäude der SBB sowie das Hotel Bahnhof erwerben, diese abbrechen und mit dem Neubau starten. Dies wurde im Rahmen der Medienkonferenz vom Donnerstagmorgen bekannt gegeben. Allerdings wird das Vorhaben einiges teurer als ursprünglich geplant. Ausgegangen war man von 35 Millionen Franken. Nun kommt der Kostenvoranschlag auf 49 Millionen zu stehen. «Die Mehrkosten sind durch Konkretisierungen im Projekt und lagebedingten Sonderkosten in der Höhe von 6,5 Millionen sowie eines höheren Ausbaustandards von 6,3 Millionen begründet», schreibt die UKB in einer Medienmitteilung. Der höhere Ausbaustandard werde sich aber entsprechend positiv auf die Mieterträge auswirken. Neben den Neuigkeiten zum Bahnhofgebäude gab die UKB im Rahmen der Medienkonferenz auch die Ergebnisse aus den Gesprächen mit den von Schliessungen betroffenen Gemeinden bekannt:

«Im ideal gelegenen, multifunktionalen Neubau entstehen vielfältige Angebote für Mieter», so die UKB. Ausserdem werde der Bankhauptsitz an den Bahnhofplatz 1 verlegt. Damit werde ein zweifaches Zeichen gesetzt: Für die Zukunft der Bank und für das wirtschaftliche Wachstum im Entwicklungsgebiet am Kantonsbahnhof. Die Regierung des Kantons Uri begrüsst diesen Entscheid.

Chance für Weiterentwicklung

Der Kantonsbahnhof in Altdorf wird per Dezember 2021 zur bedeutendsten Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr in der Region. Hier treffen alle Zug- und Busverbindungen zusammen, und es entsteht ein einladendes neues Eingangstor für den ganzen Kanton Uri. «Mit bis zu 21 Intercity-Halten und dem überregionalen Busterminal wird er zum Knotenpunkt in unserer Heimat schlechthin», sagt Bankratspräsident Heini Sommer. «Die UKB nimmt diese Chance aktiv wahr, um die angestrebte Weiterentwicklung des Kantons wie auch der Bank mit sicherzustellen.»

Parallel dazu würden sich rund um den Kantonsbahnhof innovative Arbeitsplätze und moderne Wohnungen an optimaler Lage entwickeln. Mit der Verlegung des Hauptsitzes in das neue Dienstleistungsgebäude werde die Neuausrichtung der Bank zusätzlich mit einem starken Symbol unterstrichen. Entsprechend ist die UKB überzeugt vom grossen Potenzial des aufstrebenden Standorts: «Wir sichern uns so wichtige Entwicklungsmöglichkeiten», sagt CEO Christoph Bugnon. «Mit dem Neubau können wir uns konsequent nach den agileren, bereichsübergreifenden Arbeitsprozessen ausrichten und damit rascher den veränderten Bedürfnissen der Kunden nachkommen. Gleichzeitig helfen wir als Investor mit, die Wirtschaftsentwicklung des Kantons zu unterstützen.»

Vom Entscheid überzeugt zeigt sich auch die Urner Regierung: «Mit dem Realisierungsentscheid zeigt die UKB ihren Glauben an die Zukunft des Entwicklungsschwerpunkts Urner Talboden und leistet mit dem Engagement am Bahnhofplatz auch einen wichtigen Beitrag an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Kantons, wie dies auch die Eigentümerstrategie vorsieht», sagt Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind. «Sie nimmt damit auch die UKB-Eigentümerstrategie wahr.»

Baustart für den Herbst geplant

Der Bankrat der UKB hat sich im April 2019 nach einem Austausch mit dem Regierungsrat klar dazu entschieden, das Projekt wie geplant zu realisieren. Gleichzeitig hat die Gemeinde Altdorf die Baubewilligung ohne Rekurs erteilt. «Es besteht indes die Auflage, dass auch die Bauprojekte des Kantons und der SBB für den Kantonsbahnhof ohne Rekurs genehmigt werden müssen, damit unser Projekt die volle Rechtskraft erlangt», erläutert Heini Sommer. «Somit ist die Genehmigung des Bundesamts für Verkehr nicht nur für den Kantonsbahnhof, sondern auch für das Vorhaben der UKB entscheidend. Wenn alles wunschgemäss läuft, steht dem gemeinsamen Spatenstich aller am Bahnhof beteiligter Partner im Herbst nichts mehr im Wege.»

Die UKB selber wird danach mit dem Erwerb und Abbruch des alten SBB-Aufnahmegebäudes und des ehemaligen Hotels Bahnhof die Bauphase starten. Anfang 2020 sollen die Tiefbau- und Baumeisterarbeiten beginnen.

Submissionsphase gestartet

Bereits angelaufen ist die Vorbereitung der Ausschreibung zur Vergabe der Arbeiten. «Wir setzen ein zweistufiges Einladungsverfahren um und werden nach den Vergabeverhandlungen durch den Gesamtplaner entscheiden, welche Unternehmen den Zuschlag erhalten», sagt Heini Sommer. Bei konkurrenzfähigen Angeboten will die UKB die Arbeiten möglichst in Uri vergeben. Als Generalplaner wirkt die Buchner Bründler Architekten AG/Proplaning AG, von der auch das Siegerprojekt zum neuen Dienstleistungsgebäude stammt. Die örtliche Bauleitung erfolgt durch die HTS Architekten AG in Altdorf.

Alle baulichen Aktivitäten werden zwischen UKB, SBB (Perronverlängerung und Unterführung) und Kanton (Busterminal) koordiniert, damit zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 die Komponenten des neuen Kantonsbahnhofs betriebsbereit sind. «Ebenfalls auf diesen Termin möchten wir die Aussenarbeiten an unserem Gebäude abgeschlossen haben. Der Umzug des UKB Hauptsitzes und der Bezug durch die Mieter ist noch offen. Dies dürfte jedoch im Frühling 2022 soweit sein», so Christoph Bugnon.

«Wir wollen unsere Rolle als einer der wichtigen Wirtschaftsmotoren in Uri auch künftig erfolgreich umsetzen», so Sommer. «Deshalb leisten wir am Kantonsbahnhof einen aktiven Beitrag zum Wohl der Volkswirtschaft und unserer Kunden.» Die Verantwortlichen der UKB und die Regierung sind überzeugt, dass die dabei in Kauf genommenen, sorgfältig geprüften und laufend beobachteten Risiken in einem guten Verhältnis zum erwarteten Mehrwert stehen. Der Mehrwert beziehe sich dabei auf die UKB, auf ihre Kunden und Mitarbeitenden sowie auf Uris Bevölkerung als Eigner der Bank.

Auf Zukunft ausgerichtet

Die UKB schaffe mit dem Dienstleistungsgebäude am Bahnhofplatz 1 einen modernen Begegnungsort mit attraktiven, auf die neuen Kundenbedürfnisse ausgerichteten Services. Der Bau mit seinen flexiblen Nutzungsmöglichkeiten dient der Bank als neuer Hauptsitz; sie wird im Parterre eine Kundenzone und in der oberen Etage Büros und Besprechungsräume einrichten. Für rund zwei Drittel der 6240 Quadratmeter grossen vermietbaren Fläche sucht die UKB einen passenden Mietermix. Besonders wichtig sei dabei das Erdgeschoss: Es werde zum multifunktionalen Zentrum für Bank-, Bahn- und Buskunden, Touristen und Einheimische, Pendler und Passanten. Momentan ist die UKB mit weiteren Partnern dabei, die Aufteilung, Einrichtung und Nutzung dieses Gebäudeteils zu planen, um die Kunden von morgen auf «sympathische Weise abzuholen», wie die Bank schreibt.

Dorfkern Altdorf soll lebendig bleiben

Gleichzeitig will sich die UKB im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterhin für einen lebendigen Dorfkern von Altdorf einsetzen. «Wir prüfen derzeit in einem breit abgestützten Prozess, wie die ideale künftige Nutzung des bisherigen Hauptsitzes an der Bahnhofstrasse 1 aussehen kann», sagt Heini Sommer. Bezüglich Varianten ist die Bankleitung offen – so kann auch ein Verkauf des heutigen Hauptgebäudes mit einer Teilvermietung an die UKB eine Möglichkeit sein.

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