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Ausgezeichnet: Stefan Kälin aus Küssnacht gewinnt Schweizer Filmpreis

Stefan Kälin wurde mit dem Quartz-Award für den besten Schnitt des Dokumentarfilms «Chris the Swiss» am Schweizer Filmpreis 2019 in Genf ausgezeichnet. Der Küssnachter erzählt, was die grösste Herausforderung an dieser Filmarbeit war.
Edith Meyer
Hat einen Quartz-Award erhalten: der in Küssnacht und Zürich wohnhafte Filmeditor Stefan Kälin. (Bild: PD)

Hat einen Quartz-Award erhalten: der in Küssnacht und Zürich wohnhafte Filmeditor Stefan Kälin. (Bild: PD)

Bei der Verleihung der Schweizer Filmpreise in Genf gewann «Chris the Swiss» in der Sparte Dokumentarfilm. Der Dok siegte auch in der Kategorie «Beste Montage», was Filmeditor Stefan Kälin einen Quartz-Award eingebracht hat. Kälin wohnt in Küssnacht und Zürich. Er sagt: «Die persönliche Auszeichnung ist eine grosse Ehre und Wertschätzung meiner Arbeit.»

Schon mehrere Filme, die Kälin geschnitten hat, erhielten den Schweizer Filmpreis: «Aber diesmal ist es speziell, weil explizit meine Arbeit ausgezeichnet wurde.» Er montiere gern hybride Formate wie jüngst «Chris the Swiss» von Anja Kofmel, der 2018 in Cannes gezeigt wurde.

Spurensuche im Balkankrieg

Regisseurin Anja Kofmel folgt in diesem Film den Spuren ihres Cousins Christian Würtenberg, der einst als Berichterstatter in den Jugoslawienkrieg zog, sich von diesem involvieren liess und in Kroatien, nahe der serbischen Grenze, 1992 erschossen wurde. «Es ist ein sehr persönlicher Film», sagt Stefan Kälin. Beim Tod von Würtenberg sei Anja Kofmel neun Jahre alt gewesen.

Die Archivbilder vom Krieg der 1990er-Jahre im ehemaligen Jugoslawien seien zum Teil sehr heftig gewesen, sagt Kälin. «Ich musste viel nachlesen, um einigermassen zu begreifen, wie dieser grausame Krieg überhaupt entstehen konnte.»

Die Arbeit an diesem Film sei äusserst komplex gewesen, weil die Kombination von Animations- und Dokumentarfilm zwei Genres vereine, die ganz unterschiedliche Vorgehensweisen verlangen würden. Zunächst wurden der dokumentarische Teil und die Interviews gedreht, dann entstand ein erster Rohschnitt, und auf dieser Basis wurden die Szenen für die animierten Sequenzen entworfen. «Das dauerte sehr lange, insgesamt war ich während vier Jahren an diesem Projekt beteiligt», sagt Stefan Kälin.

30 Zeichner für Animationen

Die Animationen entstanden in Zagreb in einem eigens erstellten Studio. Dort waren zeitweise gegen 30 Zeichner beschäftigt. «Weil die Regisseurin vor Ort sein musste, habe ich oft auch in Kroatien gearbeitet, was eine schöne Erfahrung war», sagt Kälin. Die Zusammenarbeit mit Kofmel sei sehr gut gewesen. «Sie hat mir von Anfang an grosses Vertrauen entgegengebracht.»

Als freischaffender Film­editor war Kälin bereits an über 30 Spiel- und Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen beteiligt. Kälin blickt auf die Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Stefan Haupt oder Sabine Boss zurück. Ob ein Film wirkt und den Betrachter zum Staunen, Lachen oder Weinen bringt – dafür ist die Montage der Filmeditoren entscheidend. Kälins letzte Schnittarbeit war «Gateways to New York» von Martin Witz über den Schweizer Brückenbauer Othmar H. Ammann. Der Film hat an den Solothurner Filmtagen den Publikumspreis gewonnen und startet am 4. April in den Kinos.

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