Ehemaliger Schwyzer Sportamtchef muss wieder vor Gericht

Die Schwyzer Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil des Strafgerichts Berufung eingelegt. Nun muss das Kantonsgericht ein Urteil fällen.

Stefan Grüter
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Der Fall des ehemaligen Sportamtchefs beschäftigt die Schwyzer Justiz schon über drei Jahre. Nun wird eine weitere Runde eingeläutet: Die Schwyzer Staatsanwaltschaft hat gegen den Freispruch des Strafgerichts fristgerecht Berufung eingelegt. Damit kommt der Fall vor Kantonsgericht. Wann der Prozess stattfindet, ist noch nicht bekannt.

Der frühere Leiter der Abteilung Sport im Schwyzer Amt für Volksschulen und Sport wurde im vergangenen November vor Strafgericht wegen mehrfachen Betrugs, ungetreuer Geschäftsführung, Urkundenfälschung und gewerbsmässiger Geldwäscherei angeklagt.

Die Ermittlungen wurden eingeleitet, nachdem bei der Verwendung von Sportfördergeldern Ungereimtheiten zum Vorschein gekommen waren. Der Antrag der Staatsanwaltschaft lautete vor Strafgericht auf 24 Monate bedingt.

Strafgericht sah keine Bereicherungsabsicht

Das Strafgericht urteilte anders und sah keine arglistige Täuschung oder Betrug. Entsprechend wurde der ehemalige Sportamtchef im vergangenen November von sämtlichen Anklagepunkten freigesprochen. Der heute 64-Jährige habe die Verwendung von Geldern zum persönlichen Gebrauch als eine Art Entschädigung angesehen und nicht die Absicht gehabt, sich persönlich zu bereichern, stellte das Strafgericht fest und ergänzte: «Der Beschuldigte hat nur einen kleinen Bruchteil für private Zwecke verwendet.»

Die Verfahrenskosten von 16000 Franken überband das Strafgericht dem Staat. Zudem wurde dem Beschuldigten eine Entschädigung von rund 35000 Franken zugesprochen.