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Sauberes Wasser in den Urkantonen trotz Hitzesommer, aber ungenügende Speiseöle

Bei den Kontrollen des Laboratoriums der Urkantone fielen 77 Prozent der Speiseöle durch. Hingegen war die gemessene Wasserqualität trotz Hitzesommer aussergewöhnlich gut.
Andreas Seeholzer
Vom Laboratorium der Urkantone besonders oft beanstandet: Speiseöle. Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone

Vom Laboratorium der Urkantone besonders oft beanstandet: Speiseöle. Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone

Das Laboratorium der Urkantone, also der Kantone Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden, hat im vergangenen Jahr total 1964 Lebensmittelinspektionen durchgeführt. Die Resultate wurden gestern vorgestellt. In 29 Fällen (Vorjahr 30) musste eine erneute Kontrolle innert kurzer Frist durchgeführt werden, weil gravierende Mängel zu beheben waren. In 312 Fällen waren die Dokumente der Selbstkontrolle ungenügend. 391 Mal waren die vorrätigen Lebensmittel zu beanstanden.

Prozesse und Tätigkeiten waren in 193 Fällen nicht konform. In 147 Betrieben entsprach die angetroffene baulich-betriebliche Situation nicht den geltenden Bestimmungen. Knapp ein Fünftel der 1403 mikrobiologisch untersuchten Lebensmittel mussten wegen hygienischer Mängel beanstandet werden. Betroffen waren vor allem Reis, Gemüse, belegte Brote, Salate, Canapés und Eiswürfel. Zehn Prozent der insgesamt 128 untersuchten Patisserie-, Konditoreiprodukte und Desserts entsprachen nicht den gesetzlichen Vorgaben. Kantonschemiker Daniel Imhof sagt zu den Resultaten: «Unsere Untersuche sind immer nur eine Momentaufnahme.» Die Beanstandungsquote sei deshalb zu relativieren, da das Labor immer nur dort Untersuche mache, wo Probleme aufgetreten seien.

Schmuck mit Nickelrückständen entdeckt

Besonders gravierend sieht es beim Speiseöl aus. 77 Prozent der Speiseöle wurden beanstandet, wobei dort getestet wurde, wo ein Schnelltest unzulässige Werte ergab. Ein Kosmetikprodukt musste aufgrund mangelhafter Kennzeichnung beanstandet werden. Sieben Schmuckproben gaben Nickel über dem Höchstwert ab.

Viele Beanstandungen gab es bei den kontrollierten Detaillisten, die mit Chemikalien handeln. Die Beanstandungsquote lag nahe bei 100 Prozent. Bei der Abgabe müssen die Kunden explizit über die Gefahren, den sicheren Umgang und die Entsorgung informiert werden. Eine Person des Verkaufsbetriebes muss eine spezifische Schulung abgeschlossen haben. «Dabei müssen über sechs Punkte wie Verwendung, Lagerung oder Entsorgung Kenntnisse bestehen», sagt Imhof. Bei keiner der 18 Kontrollen wurde eine genügende Beratung durchgeführt. «Auch die angekündigten durchgeführten zweiten und dritten Kontrollen ergaben, dass die Produkte noch immer durch ungenügend geschultes Verkaufspersonal verkauft werden.»

«Ein Lob an die Alpbetriebe»

Gute Noten gibt es hingegen für die Alpbetriebe. Während der Alpsaison wurden 37 Käse in Alpbetrieben erhoben. Zwei Käse entsprachen nicht den Anforderungen. Bei beiden Produkten wurden zu hohe Werte des Kolibakteriums nachgewiesen. Zum Resultat sagt Imhof: «Diesbezüglich muss ich ein Lob an all unsere Alpbetriebe aussprechen.» In den Kantonen Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden war die Wasserqualität trotz des trockenen Sommers 2018 gut, wie es seitens Laboratorium heisst. «Ich hatte Bedenken, dass es zu Problemen mit der Hygiene kommen könnte», sagt der Kantonschemiker. Das Gegenteil war der Fall. Mit dem geringen Niederschlag war auch der Transport von Bakterien geringer. 83 Prozent der insgesamt 2328 untersuchten Trinkwasserproben genügten den Anforderungen, «das beste Resultat seit Jahren».

Grund für die geringen Beanstandungen sieht Imhof in den UV-Anlagen, die in den meisten Brunnenstuben installiert sind. Somit stand 2018 den Konsumenten trotz Trockenheit im Leitungsnetz einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung. Von 535 Proben aus Hallen- und Freibädern wurden insgesamt 137 bemängelt.

Das Laboratorium hat weiter 22 Bienenwachse auf Pestizid-Rückstände untersucht. Sieben Wachsproben wiesen erhöhte Werte schädlicher Wirkstoffe auf. Für Pflanzenschutzmittel in Wachs sind keine Höchstwerte festgelegt. Ab 1 mg/kg können sie jedoch vom Wachs in den Honig gelangen. 37 einheimische Honigproben wurden untersucht. In einer Honigprobe wurde Insektizid nachgewiesen. Der beanstandete Honig wurde schliesslich aus dem Verkehr gezogen.

(sda)

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