Unihockey: Ad Astra Sarnen feiert den NLA-Aufstieg ausgelassen

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte schafft Ad Astra Sarnen den Aufstieg in die NLA. Auf den 6:5-Sieg über die Kloten-Dietlikon Jets folgt eine lange andauernde Aufstiegsfeier.

Melk von Flüe
Drucken
Teilen
Valerio Läubli (Nr. 9, Ad Astra Sarnen) spielt den Pass an Patrick Kapp (Nr. 96, Kloten-Dietlikon Jets) vorbei. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
12 Bilder
Jürg Graf (Nr. 11, Kloten-Dietlikon Jets) mit Markus Abegg (Nr. 15, Ad Astra Sarnen) im Zweikampf. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Marco Schöni (Nr. 33, Ad Astra Sarnen) im Zweikampf mit Yannick Jaunin (Nr. 57, Kloten-Dietlikon Jets). (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Sarner Torjubel zum 4:3. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Mario Britschgi (Nr. 1, Ad Astra Sarnen) im Tor von Sarnen. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Robin Markström (Nr. 14, Ad Astra Sarnen) kracht in die Bande. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Jonas Höltschi (Nr. 24, Ad Astra Sarnen) mit einem Abschlussversuch. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Robin Markström (Nr. 14, Ad Astra Sarnen) im Zweikampf mit Patrick Kapp (Nr. 96, Kloten-Dietlikon Jets). (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Heissblütige Fans von Sarnen. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Tatu Eronen (Nr. 23, Ad Astra Sarnen) im Zweikampf mit Markus Kulmala (Nr. 88, Kloten-Dietlikon Jets). (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Ad Astra Sarnen bei der Torhüterbeschwörung. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)
Sarner Torjubel zum 0:1. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)

Valerio Läubli (Nr. 9, Ad Astra Sarnen) spielt den Pass an Patrick Kapp (Nr. 96, Kloten-Dietlikon Jets) vorbei. (Bild: Claudio Schwarz, Kloten, 13. April 2019)

Um exakt 01.04 Uhr am frühen Sonntagmorgen erreichte das Team von Ad Astra Sarnen sein Ziel. Auf dem Sarner Dorfplatz warteten rund 200 Fans bei Schneeregen auf die Mannschaft, um ihr einen gebührenden Empfang zu bereiten. Als der Bus mit den Aufsteigern schliesslich ankam, gab es kein Halten mehr: Umrahmt von reichlich Feuerwerk und Sprechgesängen tanzten Spieler, Staff und Fans mitten im Dorf und feierten den erstmaligen Aufstieg von Ad Astra in die NLA. «Es ist Wahnsinn, was wir erreicht haben. Das ist das absolute Highlight», sagte Captain Roman Schöni mitten in der jubelnden Menge. Er ist einer von sieben Spielern, die bereits 2012 bei Ad Astras Aufstieg in die NLB im Team dabei waren. Auch damals feierte man ausgelassen auf dem Sarner Dorfplatz.

Ein Heimspiel in Kloten

Die Feierlichkeiten hatten natürlich schon früher begonnen. Genauer gesagt um 22.13 Uhr in der Klotener Ruebisbachhalle. Ad Astra hatte sich von einem 3:5-Rückstand nach 40 Spielminuten zurückgekämpft und es in die Verlängerung geschafft. Und wie bereits in Spiel 5 der Serie gegen die Kloten-Dietlikon Jets waren es die Obwaldner, die das Spiel in der Overtime für sich entschieden. Als Basil von Wyl nach 3:43 Minuten zum 6:5 traf und das Spiel sofort beendete, brachen alle Dämme. Der Jubel unter den rund 400 Fans aus Obwalden, die das Auswärtsspiel stimmungsmässig zu einem Heimspiel machten, und dem Team von Ad Astra kannte keine Grenzen mehr. «Es ist nicht wichtig, dass ich das entscheidende Tor geschossen habe. Wir wollten als Team hier gewinnen», gab Siegestorschütze Basil von Wyl zu Protokoll. Das Publikum habe ihnen sehr geholfen, nachdem sie schläfrig in die Partie gestartet seien.

Lohn für den jahrelangen Kampf

Dass die Obwaldner in der Best-of-7-Serie gegen Kloten-Dietlikon nicht in ein siebtes Spiel mussten, verdankten sie auch Goalie Mario Britschgi. Im dritten Drittel beim Stand von 3:5 zeigte er mehrere Big Saves und hielt sein Team so im Spiel. «Nach dem ersten Big Save wusste ich, dass wir dieses Spiel noch gewinnen werden», so Ad Astras Nummer 1. «Niemand hatte uns das vor der Saison zugetraut und nun spielen wir bald in der NLA.» Trainer Eetu Vehanen genoss den Triumph eher auf die stille, finnische Art. «Das hätte ich mir nie erträumt. Der Aufstieg ist der Lohn für viele unserer Spieler, die bereits seit zehn Jahren für diesen Verein kämpfen.» Einer den er nannte, ist Markus Abegg. Der Teamsenior sprach von der «hammermässigen Unterstützung» des Publikums. «Der Aufstieg bedeutet uns alles. Wir haben hart dafür gearbeitet und viele junge Spieler integriert.» Es ist kein Zufall, dass mit Basil von Wyl ein Eigengewächs den Treffer zum erstmaligen Aufstieg in die NLA erzielte.

17 Obwaldner im Kader

Ad Astras Präsident André Küchler zeigte sich stolz auf seinen Verein: «Was wir mit unserem kleinen Einzugsgebiet geschafft haben, ist einzigartig.» Man sei nun in der zweitgrössten Sportart der Schweiz – gemessen an den Lizenzierten – in der NLA. «Das dies in so einem kleinen Kanton wie Obwalden möglich ist, ist Wahnsinn.» Ohne die ausgezeichnete Juniorenförderung des Vereins wäre der Aufstieg nicht zu schaffen gewesen. 17 Spieler des Kaders der ersten Mannschaft stammen aus Obwalden. Der Aufstieg in die NLA soll an der Club-Philosophie nichts ändern. «Wir haben nicht eine grosse Breite an Spielern. Wir müssen die jungen Leute fördern und in die erste Mannschaft integrieren», weiss André Küchler. Er lobte explizit das Trainer-Duo Eetu Vehanen und Roger Hänni, das diese Philosophie hervorragend umgesetzt habe.

Mit gleichem Budget in die NLA

Zwischen unzähligen Umarmungen und Gratulationen fand Präsident André Küchler Zeit, einen Blick in die Zukunft zu werfen. «Wir wollen mit dem gleichen Budget arbeiten, müssen aber noch klären, was für Auflagen von der Liga auf uns zukommen.» Man habe dem nicht vorgreifen wollen. Aber nun, wo der Aufstieg in die NLA feststeht, befasst man sich bei Ad Astra Sarnen gerne damit. Der Kader wird sich auf die kommende Saison hin nicht gross verändern. Lauri Liikanen und Robin Markström haben ihre Verträge bereits verlängert, Abgänge sind bisher keine bekannt. Und auch Trainer Eetu Vehanen steht weiterhin an der Bande. Ad Astra setzt also auch in der höchsten Schweizer Liga auf Kontinuität und einheimische Kräfte.