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Kerns: Korporation will Allmendland gerechter verteilen

Die Korporation Kerns und die Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke haben ihre Grundgesetze teilweise revidiert. Zugestimmt wurde auch den Jahresrechnungen, bei denen insbesondere die Sportbahnen positiv auffielen.
Philipp Unterschütz
Im Sommer beförderten die Sportbahnen deutlich mehr Gäste auf die Melchsee-Frutt als im Vorjahr. (Bild: Archivbild: Corinne Glanzmann)

Im Sommer beförderten die Sportbahnen deutlich mehr Gäste auf die Melchsee-Frutt als im Vorjahr. (Bild: Archivbild: Corinne Glanzmann)

Ob es an einer guten Kommunikation lag, der Infoveranstaltung Ende Februar oder daran, dass die Reformvorschläge einfach gut ankamen, konnte auch Markus Ettlin-Niederberger nach der Versammlung der Korporation Kerns und der Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke nicht so genau sagen. Es sei aber schon fast ein historischer Abend, freute sich der Korporationspräsident, dass im Vorfeld nur zwei Anträge gestellt worden waren, an der Versammlung selbst keine weiteren Wortmeldungen kamen und alle Geschäfte problemlos angenommen wurden. Sonst habe es bei solchen Traktanden immer einiges zu diskutieren gegeben.

Tatsächlich ging es am Dienstagabend im Kernser Singsaal anschliessend an die Gemeindeversammlung (wir berichteten) um nicht weniger als die Teilrevisionen der Grundgesetze (Einung) der beiden Körperschaften, was für einen Grossaufmarsch von gegen 250 Stimmberechtigten sorgte. Die Änderungen wurden alle klar angenommen. Hinter den Anpassungen etlicher Artikel stand der Grundgedanke, dass angesichts der grossen Nachfrage nach Allmendland die Verteilung noch gerechter erfolgen soll.

Fruttstrasse ab 1. Juni offen

Markus Ettlin-Niederberger, Präsident der Korporation Kerns

Markus Ettlin-Niederberger, Präsident der Korporation Kerns

Zu weiteren wichtigen Revisionspunkten gehörte die Erhöhung der Ausgabenkompetenz des Korporationsrates, respektive des Alpgenossenrates von derzeit 100 000 auf 200 000 Franken für einmalige Ausgaben und von 30 000 auf 50 000 Franken für wiederkehrende Ausgaben. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass die Räte insbesondere bei Planungsaufgaben zu schnell an Grenzen stossen, erklärte Ettlin.

Neu ist bei beiden Körperschaften, dass das landwirtschaftliche Pachtgesetz ausgeschlossen wird. Es werden künftig nur noch Bewirtschaftungsvereinbarungen abgeschlossen. Die neuen Bestimmungen gelten für 12 Jahre für den Umgang von 2021 bis 2032. Anrecht auf die Nutzung von Allmendteilen der Korporation Kerns haben künftig nur Bewirtschafter, welche zu landwirtschaftlichen Direktzahlungen berechtigt sind.

Die Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke wiederum nahm in ihr Grundgesetz auf, dass Hüttenvergrösserungen von Privathütten erst ab einer Vergrösserung von 50 Prozent vor die Versammlung gebracht werden müssen, bisher war dies schon ab 10 Prozent der Fall. Nach altem Gesetz genehmigten die Alpgenossen eine zusätzliche Landfläche von 105 Quadratmetern für eine Erweiterung der Rosenhütte auf der Hochalp Tannalp-Hinterstafel auf rund 285 Quadratmetern.

Die Korporation Kerns stimmte ausserdem einem Kredit für einen Verbindungslift vom Fruttliland zur Fruttstrasse für 170000 Franken sowie einem dritten Fruttlizug mit Anhänger für 285000 Franken zu.

Wie die Korporation Kerns ausserdem informierte, wird die Fruttstrasse ab 1. Juni geöffnet. Nur die Sportbahnen Melchsee-Frutt und die Frutt-Lodge dürfen die Strasse bereits früher benützen. Wer ansonsten unbedingt vorher mit dem Auto auf die Melchsee-Frutt fahren muss, kann dies tun, muss sich aber mit einem Beitrag von 100 Franken an den Kosten für die Schneeräumung beteiligen.

Sportbahnen Melchsee-Frutt schreiben Gewinn

Angenommen wurden von der Versammlung auch die Jahresrechnungen der verschiedenen Betriebe der Korporation Kerns. Ein erfreuliches Ergebnis legen die Sportbahnen Melchsee-Frutt vor, die einen Gewinn von 104000 Franken erzielt haben, dies bei einem Gesamtertrag von 10 Millionen. Es konnten zusätzliche Abschreibungen von 550000 Franken vorgenommen und langfristige Verbindlichkeiten von knapp 1,8 Millionen amortisiert werden.

Das Sportcamp Melchtal weist einen Jahresgewinn von 853000 Franken aus, dies allerdings nach einem Darlehenserlass von 4 Millionen und einer Einmalabschreibung von 3,1 Millionen. Ohne diese buchhalterische Massnahme würde ein Verlust von 67000 Franken resultieren. Immerhin sei der Cashflow erstmals über 100000 Franken gestiegen und es seien Sportpässe für über 220000 Franken verkauft worden, erklärte Markus Ettlin-Niederberger. Auch das zum Sportcamp gehörende Bärgbeizli Cheselen habe gut gewirtschaftet. Während der ersten Wintersaison 2018/19 resultierte ein Gewinn von 21000 Franken.

Der Forstbetrieb weist einen Verlust von 26000 Franken aus, was insbesondere auf einen um 11 Prozent gesunkenen Ertrag aus Holzverkäufen und massiv weniger Dienstleistungen für Dritte zurückzuführen ist.

Die Gesamtrechnung der Korporation Kerns schliesst mit einem Verlust von knapp 2,6 Millionen Franken ab.

Die Rechnung der Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke schliesst bei einem Aufwand von gut 896000 Franken mit einem Jahresgewinn von knapp 25 000 Franken. (unp)

Die Alpenverlosung findet am 30. November 2019 statt.

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