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Hergiswiler Firma blitzt vor deutschem Gericht ab

Der Kampf zweier Unternehmen, die im Bereich der Medienbeobachtung tätig sind, fand erst vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht ein Ende. Die unterlegene Firma gab sich aber bis übers Ende hinaus widerborstig.
Thomas Heer
Der Streit zweier Firmen im Bereich der Medienbeobachtung hat vor einem deutschen Gericht sein momentanes Ende gefunden. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Der Streit zweier Firmen im Bereich der Medienbeobachtung hat vor einem deutschen Gericht sein momentanes Ende gefunden. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Im vorliegenden Fall geht es um zwei Unternehmen, die sich auf dem Gebiet der Medienbeobachtung und des Monitorings konkurrenzieren und dabei auch harten juristischen Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg gehen Bei den Kontrahenten handelt es sich auf der einen Seite um die Management Tools Media AG (MTM), ansässig in Hergiswil. MTM nennt sich übrigens seit kurzem One4u Media AG.

Auf der anderen Seite steht die Pressrelations GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Dieses Unternehmen entwickelt einerseits Software für die Medienbeobachtungsbranche. Andererseits ist die Firma selbst als «Fullservice-Anbieter» tätig, wie Jens Schmitz, Pressrelations-Geschäftsführer schreibt. Das Unternehmen bearbeitet den Medienbeobachtungsmarkt also auch operativ.

Hintergrund ist ein Streit um Systemnutzung

Dass es jüngst vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf zum Showdown kam, hat folgenden Hintergrund: Anfang 2017 veräusserte der MTM-Hauptaktionär seine 69 Prozent des Gesellschaftskapitals an die Argus-Gruppe. In der Folge wechselten zahlreiche MTM-Angestellte zum Konkurrenten NR Swiss AG. Darüber berichtete die «Zentralschweiz am Sonntag» am 28. Mai 2017 sowie am 25. Februar 2018. Die Titel lauteten: «Millionenbetreibungen sorgen für Schock» und «Ein Kampf bis an die Schmerzgrenze». Über den Deal schrieb auch der «Kleinreport». Der Artikel war überschrieben mit: «Minderheitsaktionäre von Management Tools schauen in die Röhre».

Zurück zum Düsseldorfer Gerichtsfall: Die MTM AG benutzte von 2012 bis 2017 die Software von Pressrelations. Geschäftsführer Schmitz stiess dies sauer auf, da die MTM-Muttergesellschaft Argus selber auch auf dem deutschen Markt aktiv ist. Schmitz schreibt: «Die Schwesterfirma Argus Data Insights Deutschland ist ein Hauptwettbewerber von uns, dem wir keinen Zugriff auf unser überlegenes System geben wollten.» Und: «Für uns kam daher eine Systemnutzung durch eine hundertprozentige Argus-Tochterfirma nicht in Frage.»

In der Folge kam es zu einer ausserordentlichen Kündigung des MTM-Vertrages durch Pressrelations. MTM respektive Argus passte das überhaupt nicht, und der Konzern ging gerichtlich gegen Pressrelations vor und forderte Schadenersatz in der Höhe von knapp 550'000 Euro.

Die Düsseldorfer Richter liessen diese Forderung aber nicht gelten und erachteten auch die ausserordentliche Kündigung für rechtens. In der Folge wurde Argus dazu verdonnert, Pressrelations Prozesskosten in der Höhe von knapp 20'000 Franken zu erstatten. Argus liess sich mit der Überweisung aber Zeit und wurde schlussendlich von Pressrelations betrieben. Mittlerweile ist die Rechnung beglichen. Warum aber war eine Betreibung nötig? Dazu sagt Bernd Pfister, Verwaltungsratspräsident von Argus der Presse Holding AG: «Wir bezahlen unsere Rechnungen meist pünktlich. Im vorliegenden Fall war es aber vorerst nicht klar, ob wir die Sache an die nächsthöhere Instanz weiterziehen wollen.»

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