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Zug-Unfall im Bahnhof Luzern fordert zwölf Verletzte

Im Bahnhof Luzern prallte ein Interregiozug in einen Prellbock. Zwölf Personen haben sich leicht verletzt, der Unfallhergang wird derzeit untersucht.

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(fmü/stp/elo) Im Bahnhof Luzern kam es am Montagmorgen zu einem Unfall mit einem einfahrenden Zug. Raffael Hirt, Mediensprecher der SBB, informierte kurz nach 12 Uhr direkt vor Ort über die Geschehnisse. Weshalb der Zug in den Prellbock gefahren ist, sei Gegenstand laufender Ermittlungen.

Kommunikationschef der Luzerner Polizei Christian Bertschi sagte zum Unfall:

«Der Zug kam nicht rechtzeitig zum Stillstand und kollidierte anschliessend mit einem Prellbock.»

Hirt geht davon aus, dass der Interregio mit normalem Einfahrtstempo von 10-15 Stundenkilometern in den Bahnhof eingefahren ist. Mit dem Lokführer konnte der Mediensprecher zu diesem Zeitpunkt noch nicht reden.

Gemäss Schätzungen der SBB war der Zug durchschnittlich ausgelastet. Wie viele Passagiere jedoch genau im Fahrzeug waren, ist gemäss Hirt noch unklar. Die 12 verletzten Personen konnten den Zug selbstständig verlassen. Sie wurden von einem Careteam betreut. Weitere Auskünfte zum aktuellen Gesundheitszustand wurden bis am Montag Abend nicht erteilt.

Der Lokführer wurde beim Aufprall nicht verletzt, gab Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, vor Ort Auskunft. Weiter waren sechs Ambulanzen bei der Unfallstelle. Weitere Blaulichtorganisationen sowie die Polizei und die Feuerwehr waren bis am Mittag noch vor Ort.

Grund für Unfall noch unklar

Die Unfallursache ist derzeit noch unklar. Dies bestätigt SBB-Mediensprecher Reto Schärli: «Wir wissen derzeit nicht, wie es zum Unfall kam.» Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ist ebenfalls vor Ort und prüfe verschiedene Szenarien. Die Staatsanwaltschaft übernimmt die Untersuchungen, sobald der Bericht der Sust vorhanden ist.

Sowohl Polizei als auch Feuerwehr waren vor Ort.

Sowohl Polizei als auch Feuerwehr waren vor Ort.

Bild: Nadia Schärli

Beim verunfallten Zug handelt es sich gemäss SBB um den Interregio 70, welcher um zirka 10 Uhr im Bahnhof Luzern eintraf. Der Zug verliess Zürich um 9.04 Uhr.

Raffael Hirt, SBB-Mediensprecher, war vor Ort.

Raffael Hirt, SBB-Mediensprecher, war vor Ort.

Bild: Nadia Schärli, Luzern, 3.2.2020

Aufgrund des Unfalls kam es am Bahnhof Luzern im Verlaufe des Tages zu Gleisänderungen. Dies, weil man nicht wusste, wie lang der Interregio auf Gleis 6 stehen wird. Weitere Auswirkungen auf den Bahnverkehr hatte der Unfall nicht. Am Prellbock sind durch den Aufprall minime Schäden entstanden. Ob auch am Zug etwas kaputt ist, weiss man laut SBB-Mediensprecher Raffael Hirt zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Mehrere Sicherheitssysteme in Zügen eingebaut

Doch wie lässt sich der Unfall genau einordnen? Hätte der Zug theoretisch mit seiner Höchstgeschwindigkeit in den Bahnhof Luzern einfahren können? Hirt verneint: «Es gibt mehrere Systeme, welche die Sicherheit der Passagiere gewährleisten.» So würde eines davon die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges kontrollieren. Dieses Sicherungssystem sei im Zug verbaut und richte sich nach den Geschwindigkeitsvorgaben, welche auf den jeweiligen Streckenabschnitten vorherrschen würden, sagt Hirt. Eine derartige Vorgabe gäbe es auch vor dem Bahnhof Luzern.

Ausserdem müsse der Lokführer auch während der Fahrt ein akustisches Signal in regelmässigen Abständen manuell bestätigen. Drittes Kontrollsystem ist das sogenannte «Totmann-Pedal». Hier muss der Lokführer auf ein Pedal permanent einen richtigen Druck ausüben. Ist dieser über einen zu langen Zeitraum zu hoch oder zu tief, wird der Zug automatisch gestoppt. Das System löst dann eine Meldung in die Zentrale aus. Somit erkennt dieses, ob der Fahrer handlungsfähig ist.