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Zofingen bebt – brettharter Schweizer Auftakt der Heitere-Woche

Die erste Rock-Night auf dem Zofinger Hausberg fand unter dunklen Wolken statt. Solche Details kümmern wahre Fans nicht, knapp 4000 kamen.
Roger Rüegger

Jack Slamer hat dem Publikum auf dem Heitere zu Beginn richtig eine reingehauen. Für jene, denen der Name nichts sagt: Es handelt sich hierbei nicht um einen schlagkräftigen Amerikaner, sondern um eine brettharte Rockband aus Winterthur, deren Sänger durch seine typische Rock-Röhre starke Akzente setzt.

(Bild: Jakob Ineichen, Zofingen, 6. August 2019)

(Bild: Jakob Ineichen, Zofingen, 6. August 2019)

Die Männer an den Gitarren, am Bass und die Drummer legten einen soliden Arbeitseinsatz ab. Pädu aus Brittnau meinte: «Das ist für mich die beste Schweizer Band.» Das lassen wir so stehen.

Die fünf jungen Männer durften den Tanz an der allerersten Virgin Rock Night am Dienstagabend auf dem Heiternplatz in Zofingen eröffnen.

(Bild: Jakob Ineichen, Zofingen, 6. August 2019)

(Bild: Jakob Ineichen, Zofingen, 6. August 2019)

Ihre ersten Riffs nahm der Grossteil des Publikums jedoch noch an den Festbänken, die in grosser Zahl auf dem Gelände aufgestellt wurden, zur Kenntnis. Es war halt grad Essenszeit.

Die Rockfans vor der Bühne zogen die Musik der Zürcher aber tanzend und headbangend rein. Es wehte ob dem hämmernden Sound eine steife Brise bei den Lautsprechern. Wobei gesagt werden darf, dass sich wohl die meisten Anwesenden für die Band Biffy Clyro auf den Weg ins Wiggertal machten. Zumindest trugen zahlreiche Fans den Namen der Schottischen Gruppe auf ihren schwarzen Shirts.

Bevor diese die Bühne rockten, gehörte sie aber den Berlinern The Boss Hoss.

(Bild: Jakob Ineichen, Zofingen, 6. August 2019)

(Bild: Jakob Ineichen, Zofingen, 6. August 2019)

Auf die sechs Männer freute sich die Zugerin Gudrun, die mit ihrem Partner Peter angereist ist, sehr. «Ich kenne zwar nur ein Lied, aber ich finde die Typen sympathisch», sagte die Frau.

Wie auch immer. Die Sorge um gute Musik war an einem kleinen Ort. Vielmehr schauten die Besucher immer wieder gen Himmel. Es würde an diesem Abend noch dick kommen, das wusste jeder. Aber was soll’s. Die Aufmerksamkeit gehört der Musik. Rock’n’Roll. Kev, ein junger Mann, der in Root aufgewachsen ist, sagte es richtig: «Die Bands sind Top. Jack Slamer sind super, sie sind ein wahnsinniger Einstieg für das Festival.»

(Bild: Jakob Ineichen, Zofingen, 6. August 2019)

(Bild: Jakob Ineichen, Zofingen, 6. August 2019)

Seine Favoriten sind jedoch ebenfalls Biffy Clyro. Wobei auch auf The Boss Hoss sei er gespannt, sagte er während die Schweizer noch die Bühne rockten. «Mit den Deutschen kann man feiern, aber auf Biffy Clyro warte ich schon seit Jahren. Das wird ein grosser Abend», prophezeite der Bursche.

Wie recht er mit seiner Aussage hat, zeigte sich im übertragenen Sinne, als ein Trio auftaucht, das in bester Stimmung war. Susanna Jackson, ursprünglich aus Wikon und heute in Basel wohnhaft, hat ihre beiden deutschen Freunde Tanya und Udo Swat aus dem 700 Kilometer entfernten Wolfenbüttel mitgebracht. Das Paar feierte in Zofingen silberne Hochzeit. Die beiden taten dies stilecht. Tanyas Shirt trägt die Aufschrift «Biffy Fuckin Clyro». «Als wir sahen, dass unsere Lieblingsband praktisch vor Susannas Haustür spielt, holten wir uns Tickets», sagte die Frau. Nein, am Heitere Open Air seien sie noch nie gewesen, aber sie wüssten jetzt genau, wo in der Schweiz die Musik spielt.

Der ersten Virgin Rock Night auf dem Heiternplatz folgten laut Festivalchef Christoph Bill knapp 4000 Leute. «Es hat gut ausgesehen. Die drei Bands präsentierten die Vielfalt des Rock. Die Fans, die den Weg auf den Heitere gefunden haben, verbrachten einen guten Abend», sagt Bill. So gesehen könne man zufrieden sein. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass 4000 Fans zu wenig sind, um von einem erfolgreichen Anlass zu sprechen. «Wir haben nicht erwartet, dass die Rock Night durch die Decke gehen wird. Die dunklen Wolken an einem Dienstagabend locken auch nicht jeden Musikfan aus dem Haus. Aber wir betrachten den Anlass als Investition. Wir können darauf aufbauen.» Eines aber ist gewiss: Auch im nächsten Jahr wird eine Virgin Rock Night auf dem Heitere stattfinden. «Nach nur einem solchen Anlass kann man noch keine Bilanz ziehen», sagt Bill.

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