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Zentralbahn erhält neun neue Züge

Bund und Kantone haben sich geeinigt, dass die Zentralbahn neun Zugskompositionen beschaffen kann. Es ist die zweitgrösste Bestellung in der Geschichte des Unternehmens – und die erste Flottenerweiterung.
Christian Glaus
Eine Komposition des Typs Adler: Zwei weitere dieser Stadler-Rail-Züge sollen bestellt werden – nebst sieben Zügen eines anderen Typs. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Eine Komposition des Typs Adler: Zwei weitere dieser Stadler-Rail-Züge sollen bestellt werden – nebst sieben Zügen eines anderen Typs. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Die Zentralbahn braucht rasch neue Züge. Das ist unbestritten seitdem klar ist, dass die 30-jährigen Kompositionen der früheren Brünig-Bahn nur noch bedingt einsatzfähig sind. Weil sich in den Wagen Risse gebildet hatten, mussten einige notsaniert werden. Zudem wird die Instandhaltung der Loks aufwendiger, im vergangenen Jahr blieben sie wegen technischer Probleme immer wieder stehen und erlangten so in der Öffentlichkeit den Ruf eines Problemzugs. Deshalb soll ein Teil der per 2030 geplanten Beschaffung vorgezogen werden.

Nun senden Bund und Kantone laut der Zentralbahn positive Signale, dass das Unternehmen neun Zugskompositionen von Stadler Rail beschaffen kann; von einer definitiven Einigung will die Zentralbahn aber noch nicht reden. Es handelt sich dabei um zwei siebenteilige Kompositionen des Typs Adler. Dabei handelt es sich um jenen Zugtyp, der bereits heute als Interregio auf der Brünigstrecke eingesetzt wird. Hinzu kommen sieben dreiteilige Kompositionen des Typs Fink. Diese verfügen wie die Adler über Zahnräder und können dadurch auf dem gesamten Streckennetz verkehren. Sie werden sowohl als S-Bahn wie auch als Verstärkungsmodule für die Interregios eingesetzt. «Von den Bestellern haben wir eine mündliche Zusage für die nächste Fahrzeugbeschaffung erhalten», sagt Gerhard Züger, Leiter Produktion und Rollmaterial bei der Zentralbahn, auf Anfrage unserer Zeitung. In den Verhandlungen war unter anderem die Frage zu klären, ob fünf oder sieben Züge des Typs Fink zur Flotte dazustossen sollen.

Das Modell "Fink" der Zentralbahn-Flotte. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

Das Modell "Fink" der Zentralbahn-Flotte. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

«Durch die Bestellung von neun Zügen kann nun erstmals seit der Fusion der Brünig-Bahn und der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn 2005 die Flotte vergrössert werden», erklärt Züger. Die neuen Kompositionen ersetzen die pannenanfälligen ehemaligen Brünig-Züge. Diese werden künftig nicht mehr im regulären Betrieb eingesetzt, sondern nur noch als saisonale Entlastungs- und Reservezüge. Damit können die Kapazitäten ausgebaut und die Flexibilität erhöht werden.

Zentralbahn löst eine Option ein

Die Bestellung hat gemäss heutigem Stand einen Wert von 114 Millionen Franken. Es ist damit nach 2009 die zweitgrösste Beschaffung. Vor zehn Jahren hatte die Zentralbahn vier Adler- und sechs Fink-Kompositionen im Gesamtwert von 140 Millionen Franken gekauft. Es handelte sich damals laut Züger um die weltweit grösste Bestellung an Zahnradfahrzeugen. Mit der aktuellen Bestellung wird eine Option aus dem damaligen Kaufvertrag eingelöst, wodurch die Zentralbahn auf eine Ausschreibung des Auftrags verzichten kann.

Es ist das Ziel, die neuen Züge im Jahr 2020 zu bestellen. Bis dahin muss die Zentralbahn noch die offiziellen Genehmigungen beim Bund, bei den Kantonen, den SBB und dem eigenen Verwaltungsrat einholen. Gleichzeitig werden bei den Anforderungen an die Züge Detailfragen geklärt, beispielsweise zum Innenausbau. So werden die Adler-Kompositionen des Luzern-Engelberg-Express’, anders als auf der Brünig-Strecke, nicht über ein Bistro verfügen. Für die Zentralbahn stellt sich nun die Frage, ob zusätzlicher Stauraum für Skis oder Velos geschaffen werden soll.

Vorgesehen ist, dass die Züge zwischen Ende 2022 und Anfang 2024 ausgeliefert werden. Dieser Termin sei zwar noch nicht definitiv, betont Züger. Doch die Zentralbahn steht unter einem gewissen Zeitdruck. Denn die ehemaligen Brünig-Züge müssen in den nächsten Jahren aus dem Verkehr genommen werden. Züger sagt dazu:

«Seit der Notsanierung haben wir die Kompositionen im Griff. Doch es bleibt ein Restrisiko, dass wieder Probleme auftreten.»

Definitiv ausrangiert werden die ehemaligen Brünig-Züge per 2030. Auf diesen Zeitpunkt hin ist auch die Einführung des Halbstundentakts nach Engelberg geplant. Somit kündigt sich bereits die nächste grosse Beschaffung an. Züger: «Nach heutigem Stand werden dann 14 weitere Fink-Kompositionen benötigt.»

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