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Wirbel um ambitioniertes Musical-Projekt in der Messe Luzern

Im Dezember 2019 soll eine Gross-Produktion Tausende Zuschauer in die Messe Luzern locken. Pikant: Die Produzenten hinterliessen anderswo offene Rechnungen. Werden nun Schweizer Top-Promis das Musical «Heiweh» in Luzern zum Erfolg führen?
Sandra Monika Ziegler
Szene aus dem Musical «Alperose» in Bern, das Schulden hinterliess. Bild: Marcel Bieri/Keystone (16. Februar 2012)

Szene aus dem Musical «Alperose» in Bern, das Schulden hinterliess. Bild: Marcel Bieri/Keystone (16. Februar 2012)

Ein Casting für ein Musical sorgt bereits vor den Proben für Aufregung in der Szene. Konkret geht es um das geplante «Heiweh – das Musical», das die grössten Hits und schönsten Schweizer Popsongs Ende 2019 in Luzern auf die Bühne bringen will, wie einem Flyer zu entnehmen ist. Der Unmut ist nicht etwa inhaltlich begründet, sondern betrifft das Produktionsteam. Dabei lässt vor allem ein Name aufhorchen, nämlich der von Daniel Greber. Mit seiner Musical­produktion «Alperose» 2012 in Bern ist er vielen nicht nur in guter Erinnerung geblieben. Denn mit dem Musical kam er zwar mit der ersten Auflage in den «halbgrünen» Bereich, wie ein Insider sagt, doch er hinterliess bis heute offene Rechnungen. Eine geplante zweite Auflage von «Alperose» 2014 wurde denn auch abgesagt. Es gab Probleme mit den Urheberrechten für die Songs von Polo Hofer.

Bis heute beklagen diverse beteiligte Handwerker und Bühnenakteure, dass sie auf ihren Lohn, beziehungsweise ihre Gage immer noch warten. Die Geprellten wollen namentlich nicht erwähnt werden – zu klein sei die Schweizer Szene und die Auftrittsmöglichkeiten. Daniel Greber hat inzwischen die Anmeldungen für das Heiweh-Casting entgegen genommen. Er gibt aber noch keine Details bekannt. «Zu gegebener Zeit, sprich Mitte oder Ende April, werden wir mit einer Pressemitteilung über all diese Punkte informieren», verspricht Greber.

Bo Katzman steht mit Tochter auf der Bühne

Ein prominenter Name wird gemäss Recherchen unserer Zeitung mit an Bord sein: Bo Katzman. Der Gospel-Star wird zusammen mit seiner Tochter Ronja Borer auf der Bühne stehen. Die beiden werden eine Vater-Tochter-Rolle verkörpern. Damit stehen sie erstmals zusammen in einem Musical auf der Bühne und erfüllen sich einen lang ersehnten Traum, wie Katzman unlängst auch in der Sendung Glanz &Gloria andeutete.

Fest steht auch der geplante Auftrittsort, nämlich die Messe Luzern. Laut Castingausschreibung sollen dort ab der Premiere, die für den 10. Dezember 2019 vorgesehen ist, bis in die erste Januarwoche 2020 etliche Aufführungen stattfinden. Urs Hunkeler, Verwaltungsrats-­Präsident der Messe Luzern, bestätigt die laufenden Gespräche mit den Produzenten, so auch Silvan Auf der Maur, Geschäftsleitungsmitglied der Messe Luzern und verantwortlich für Gastveranstaltungen und Betrieb. Er selber sei in den Verhandlungen mit dem «bestens vernetzten» und bekannten Luzerner Werner Grossniklaus, der zusammen mit Daniel Greber und Francisco Andrade das Produzenten-Team bildet. Dazu haben Daniel Greber, Michelle Greber und Werner Grossniklaus Ende März die SwissMusic Events GmbH gegründet.

Der Alperose-Flop schreckt nicht ab

Werner Grossniklaus sorgt für das Sponsoring und Marketing. Bedenken, dass es wie bei der «Alperose» zu einem finanziellen Fiasko werden könnte, hat Grossniklaus nicht: «Ich bin überzeugt, dass die musikbegeisterte und begeisterungsfähige Innerschweizer Bevölkerung das Musical zu einem Erfolg führen wird. Es wäre doch schön, wenn wir inskünftig für solche Events nicht immer auswärts gehen müssten.» Er geht von einem Einzugsgebiet von 500 000 bis 600 000 Personen aus.

Und auch Silvan Auf der Maur schreckt der Alperosen-Flop nicht ab. Er sagt dazu: «Wir begrüssen solche Veranstaltungen. Die Messe Luzern fungiert als Infrastrukturleister und unterstützt die Initianten nach Möglichkeit.»

Direkte Konkurrenz für Le Théâtre Emmen

Besser bekannt als Musicalspielort ist das «Le Théâtre» in Emmen. Miteigentümer und Theaterleiter Andréas Härry ist ein Szenenkenner. Was hält er davon, dass das Musical «Heiweh» eventuell in der Messe Luzern stattfinden wird? «Dazu kann ich nicht viel sagen. Falls es soweit kommt, ist es aber ein kühner Entscheid.» Dies, weil die Messe Luzern schon rein von der Kapazität her mehr Publikum als etwa das «Le Théâtre» brauche, um rentabel zu sein. «Unsere Aufführungen sind lokal mit internationaler Ausstrahlung. Wir bieten bewusst ein Nischenprodukt und backen die kleineren Brötchen», erklärt Härry. Hier gilt festzuhalten, dass das «Heiweh»-Musical fürs Le Théâtre eine direkte Konkurrenz wäre, zumal auch die Emmer ihre neue Produktion «Rock of Ages» zwischen Dezember und Januar aufführen.

Bekannter TV-Regisseur ist ebenfalls an Bord

Härry ortet in der Zentralschweiz ein Potenzial von durchschnittlich 14'000 Eintritten pro Musical. Für Vorstellungen in der Messe Luzern müssten es aber mehr sein, um im grünen Bereich zu bleiben. Doch das «Heiweh»-Musical versucht offenbar, mit prominenten Namen in Luzern zum Publikumsmagneten zu werden. Neben Bo Katzman ist mit dem Prix-Walo-Gewinner Max Sieber aus Luzern ein weiteres Zugpferd vorgesehen. Der bekannte Schweizer TV-Regisseur und Unterhaltungsproduzent wird beim «Heiweh»-Musical als Regisseur aufgeführt. Ungenannt bleibt bis dato der Autor des geplanten Musicals. Max Sieber hält sich diesbezüglich ebenfalls bedeckt und verweist auf die interne Regelung, bis zur Medienmitteilung zu schweigen. Einzig bestätigt er, dass er die Regie übernehmen wird: «Ich freue mich auf die Aufgabe und bin guten Mutes.»

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