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Vorstoss: Baum soll vor Bau kommen

Die Grünen fordern vom Luzerner Stadtrat einen griffigeren städtischen
 Baumschutz. Das Fällen alter Bestände sollte die Ausnahme sein. Das dem nicht so ist, wird aktuell bei einem Neubauprojekt im Quartier Dreilinden sichtbar.
Sandra Monika Ziegler

Bauvorhaben werden immer wieder durch Einsprachen verzögert. Oft geht es dabei auch um den Erhalt von alten Baumbeständen. In der Stadt Luzern werden im Artikel 46 des Bau- und Zonenreglements Bäume ab 80 Zentimetern Stammumfang ab einer Höhe von einem Meter geschützt. Wer solch einen Baum fällen will, braucht dazu eine Bewilligung.

Mit der Motion 299 wollen Mirjam Landwehr namens der G/JG-Fraktion und Luzia Vetterli namens der SP/JUSO-Fraktion den Luzerner Stadtrat auffordern, den Artikel 46 der BZO zu überarbeiten, um damit einen «griffigeren» Baumschutz zu erhalten. Denn der Druck auf grüne unbebaute Flächen im Siedlungsgebiet nehme stetig zu. Das verdichtete Bauen führe zudem dazu, dass Grundeigentümer für neue Gebäude oder Tiefgaragen ältere Bäume fällen lassen. Als Beispiel wird ein Innenhof einer bestehenden Siedlung genannt. Hier musste eine alte Linde gefällt werden, um eine Tiefgarage zu bauen.

Bäume sind eine 
natürliche Klimaanlage

Die Motionärinnen befürchten, dass im «Vergleich von Baumerhalt und Bauvorhaben häufig das Bauvorhaben höher gewichtet wird». Eine Bewilligung sollte aber erst dann erteilt werden, wenn das geplante Bauvorhaben mit Bäumen nicht realisierbar ist und dies einer materiellen Enteignung gleichkäme.

Kritisiert wird auch, dass Ersatzpflanzungen wegen der geforderten Grenzabstände erst gar nicht realisierbar sind. Mit dem Vorstoss soll erreicht werden, dass «Baum vor Bau» zur Grundregel wird und die Anzahl Bäume auf dem Stadtgebiet zumindest erhalten bleibt.

Dass aber eher der Grundsatz Bau vor Baum gilt, mussten auch die Einsprecher bei einem Wohnprojekt im Dreilindenquartier erfahren. Sie wollten den alten Baumbestand erhalten. Denn für den geplanten Neubau von drei Gebäuden für 12 Wohnungen sollen 18 Bäume gefällt werden. Allein sieben Bäume, weil die Einstellhalleneinfahrt von der Hitzlisbergstrasse aus vorgesehen war. Das Projekt wurde daraufhin überarbeitet und neu aufgelegt. Daraus ist nun ersichtlich, dass die Zufahrt zur Einstellhalle neu über die Dreilindenstrasse führen soll.

Und die Bäume? Auf den Plänen sind anstelle der mächtigen Bäume als Ersatzpflanzungen Magnoliensträucher eingezeichnet. Für einen der Einsprecher ist das ein Hohn: «Ein Baum ist kein Strauch. Es war von Anfang an klar, dass der Mindestabstand zu den Bäumen nicht eingehalten werden kann. Anstatt den Bau anzupassen, werden Bäume gefällt.»

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