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VBL-Malwettbewerb läuft aus dem Ruder

Die VBL organisierten anlässlich der Verlängerung der Linie 1 nach Ebikon einen Malwettbewerb für Kinder. Drei Geschwister zogen mit ihren Zeichnungen der Konkurrenz davon – dank mehrmaligem Abstimmen. ­Nun wurde der Wettbewerb abgebrochen.
Julian Spörri

Seit Mitte Juli sind die Zeichnungen bei der Haltestelle Fildern vor der Mall of Switzerland ausgestellt. Die besten Bilder sollten mit Preisen im Gesamtwert von 3000 Franken ausgezeichnet werden: Als Hauptgewinn lockte eine Reise in den Europapark. Um die Gewinner zu ermitteln, war in der Zeit bis anfangs September eine Online-Abstimmung vorgesehen. Doch kurz nach dem Start musste die Abstimmung unterbrochen werden – aufgrund von «Auffälligkeiten», wie die VBL auf der Website bekannt gab.

Grund dafür waren drei Geschwister, die deutlich mehr Stimmen als ihre Konkurrenz hatten. Die VBL stellte fest, dass die Kinder rasch mit Stimmen überschüttet wurden und allen anderen Kindern enteilten. «Dies hat uns stutzig gemacht, darum haben wir den Wettbewerb vorübergehend gestoppt, um eine Analyse zu machen. Schnell wurde klar, dass die immer wiederkehrenden Stimmabgaben System haben», schreibt die VBL in einem Brief an Beat Schilliger, dem Vater der Kinder.

Verwandte und Bekannte halfen mit

«Drei unserer Kinder haben ihre Zeichnungen beim Malwettbewerb eingereicht», bestätigt Schilliger. «Nicht zuletzt aufgrund der attraktiven Preise haben sie viel Freude und Leidenschaft in ihre Arbeiten investiert.» Deshalb habe die Familie auch Verwandte, Bekannte und Freunde angeschrieben und über Social-Media für die Bilder Werbung gemacht. «Ganz erstaunt haben wir bemerkt, dass Mehrfachabstimmungen ohne weiteres möglich sind. Das wurde von uns auch ausgenutzt, da nichts darauf hingewiesen hat, dass dies nicht erlaubt sei.»

Die VBL war sich bewusst, dass man mit dem gebrauchten Online-Tool täglich mehrfach abstimmen kann. Mediensprecher Sämi Deubelbeiss sagt aber: «Wir hätten nie gedacht, dass das jemand gnadenlos ausnützt. Auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, ist es nicht Sinn und Zweck von einem Kinder-Malwettbewerb, mehrmals täglich abzustimmen.» Schliesslich gehe es darum, die Leistungen der Kinder zu honorieren und nicht um den Gewinn von Luxusartikeln.

Im Rahmen ihrer Abklärungen hat die VBL entschieden, die Stimmen der drei Geschwister zu löschen. Das Unternehmen begründet dies damit, dass das Verhalten gegenüber den anderen Kindern unfair sei. Schilliger findet das einen Witz: «Unser Verhalten ist nicht unfair, schliesslich könnten alle Teilnehmenden mehrfach abstimmen. Für den Malwettbewerb hätte man besser eine Jury eingesetzt, die über die Gewinner entscheidet.»

Kinder erhalten Geschenk für ihre Arbeit

Nach dem Unterbruch hat die VBL den Wettbewerb vorerst weitergeführt. Neue Teilnahmebedingungen sahen vor, dass pro Tag und Person nur eine Stimme abgegeben werden darf – ansonsten drohte der Ausschluss. Doch am Montagabend informierte die VBL über den Abbruch des Wettbewerbs: «Aufgrund von Manipulationen sehen wir uns gezwungen, den Malwettbewerb zu stoppen», sagt Deubelbeiss.

«Die VBL bedauert, dass die Geschichte so ein Ausmass angenommen hat – eigentlich sollten doch die Zeichnungen im Mittelpunkt stehen.» Es sei schade für die rund sechzig Kinder, die viel Herzblut in ihre Zeichnungen investiert haben. Eine Belohnung für die Kinder gebe es trotzdem: «Wir werden über das weitere Vorgehen informieren», sagt Deubelbeiss, «die Kinder erhalten sicher ein Geschenk für ihre Arbeit.»

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