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Trotz Regen in den vergangenen Wochen: In der Zentralschweiz ist es noch immer viel zu trocken

Obwohl es in den vergangenen Wochen wieder vermehrt geregnet hat, sind einige Grundwasserpegel in der Zentralschweiz nach wie vor deutlich zu tief – keine guten Voraussetzungen für den kommenden Sommer.
Matthias Stadler
Ein (zu) seltener Anblick: Die Horwer Halbinsel bei Regen. (Bild: Roger Grütter, Fürigen, 13. Mai 2014)

Ein (zu) seltener Anblick: Die Horwer Halbinsel bei Regen. (Bild: Roger Grütter, Fürigen, 13. Mai 2014)

Ein Tropfen auf den heissen Stein. So einfach lassen sich die Niederschläge der vergangenen Wochen zusammenfassen. Obwohl es in der Zentralschweiz während dieser Zeit immer wieder regnete, ist die Niederschlagssumme laut Experten nach wie vor deutlich zu gering. Die Grundwasserpegel seien immer noch zu tief. Zurückzuführen sind diese tiefen Pegel auf den trockenen Sommer 2018 und den ebenfalls niederschlagsarmen Winter danach.

Philipp Arnold, Teamleiter Gewässer bei der Luzerner Dienststelle Umwelt und Energie, sagt: «Es gibt ab und zu Wintermonate, in denen über 200 Millimeter Niederschlag fällt.» Heuer gab es in den Wintermonaten aber je nach Gegend im Kanton Luzern nur zwischen 50 und 80 Millimeter. «Die Niederschläge, die wir nun im April und Mai gehabt haben, reichen nur, um den Bodenspeicher aufzufüllen. Das Wasser geht nur in den Wurzelbereich und nicht weiter ins Grundwasser.» Denn die wachsende Vegetation im Frühling brauche den Regen gleich wieder für das Wachstum. Der Grundwasserspeicher werde damit also kaum aufgefüllt, was momentan aber dringend nötig wäre.

Altdorf: 3 Millimeter Niederschlag im November

Anders sieht es normalerweise im Winter aus. Durch die kühleren Temperaturen wächst wenig, die Böden und Pflanzen brauchen entsprechend wenig Wasser. Es fliesst durch und landet im Grundwasser. Der Winter ist also prädestiniert dafür, niedrige Grundwasserpegel wieder auszugleichen. Nur war das im vergangenen Winter zu selten der Fall, es regnete zu wenig. Krasses Beispiel ist der November 2018. In der Stadt Luzern gab es in diesem Monat laut den offiziellen Aufzeichnungen von Meteo Schweiz 15,4 Millimeter Niederschlag. Normal wären 72,6 Millimeter. Noch ausgeprägter war das Problem in Altdorf. Fallen dort in einem Durchschnittsnovember 86 Millimeter Regen, waren es 2018 gerade einmal deren 3.

Niederschlag in der Stadt Luzern

Niederschlag in Entlebuch

Niederschlag in Mosen/Aesch

Niederschlag in Sempach

Nach dem trockenen Sommer kam also ein ebenfalls trockener Winter dazu. «Wir hatten in den vergangenen zwölf Monaten in unserer Region Niederschlagsmengen, die 30 Prozent unter dem Durchschnitt lagen», sagt Arnold. «Nun gehen wir mit einem halbgefüllten Grundwasserspeicher in den Sommer, obwohl der Speicher voll sein sollte.» Zu beachten ist, dass die Niederschlagssumme lokal stark variieren kann. So gibt es etwa auf dem Pilatus durchschnittlich gut 2100 Millimeter Niederschlag im Jahr, in der Stadt Luzern rund 1100.

Problem in Sursee besonders ausgeprägt

Gemäss Arnold ist der Grundwasserspiegel im Luzerner Reusstal gut alimentiert. In Gegenden allerdings, in denen das Grundwasser durch Fliessgewässer kaum aufgefüllt wird – wie etwa in Sursee – sei das Problem derzeit ausgeprägter. «Das Grundwasser wird hier nur über den Regen und nicht über grosse Flüsse angereichert», erklärt Philipp Arnold. «Im Grundwasservorkommen des Surentals liegt der Grundwasserpegel aktuell bis zu einem Meter unter dem Durchschnitt.» Was hilft dagegen? «Durchschnittliche» Niederschlagsmengen reichen gemäss dem Experten nun nicht mehr aus, um das Defizit auszugleichen. «Es braucht eine längere Regenperiode mit starkem Regen.» Das Bundesamt für Umwelt schreibt, dass es bei ausgeprägten Tiefständen «wenige Monate mit überdurchschnittlichen oder eine grössere Zahl an Monaten mit durchschnittlichen Niederschlagsmengen braucht, um tiefe Grundwasserstände wieder in einen normalen Bereich steigen zu lassen».

Doch auf Petrus kann man sich in letzter Zeit nicht wirklich verlassen. Darum gibt es auch Massnahmen, die das Problem etwas entschärfen können. Philipp Arnold erklärt, dass gewisse Versorgungsgebiete auf Seewasser zurückgreifen können, so etwa Orte um den Vierwaldstättersee oder um den Sempachersee, wovon auch der von Trockenheit geplagte Raum Sursee profitieren kann. Weiter müssten die Gemeinden sicherstellen, dass nicht unnötig Wasser abgepumpt wird, wobei hier jeder Einwohner selber zum Wasserhaushalt Sorge tragen muss. Zu guter Letzt stellen die Gemeinden über Wasserverbünde mit Nachbargemeinden die Versorgung sicher.

Seen und Flüsse 
in guter Verfassung

Die Hoffnung stirbt also zuletzt. Doch ist die Wassersituation nicht überall schlimm. So sind die Gewässer beispielsweise weniger von Trockenheit betroffen als der Grundwasserpegel. «Die grösseren Seen der Schweiz weisen aktuell verbreitet für die Jahreszeit durchschnittliche Wasserstände auf. So auch der Vierwaldstättersee», schreibt das Bundesamt für Umwelt. Einzig der Walensee weise einen unterdurchschnittlichen Wasserstand auf. Die Flüsse und Bäche hätten derzeit aufgrund der Niederschläge mehrheitlich «durchschnittliche Abflusswerte». An der Reuss würden aktuell durchschnittliche bis leicht unterdurchschnittliche Werte gemessen. Philipp Arnold fügt abschliessend an, dass auch die Kleine Emme, die Luthern und die Wigger momentan einen genug hohen Wasserabfluss verzeichnen. «Die Abflüsse in den Gewässern im Kanton Luzern liegen im Moment im normalen Bereich.»

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