THEATER: Vom Knastbruder zum Ladysitter

Im neuen Stück des Theaters Kriens jagen sich die Pointen. Die Platzverhältnisse am neuen Aufführungsort sind eine Herausforderung.

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Szene aus dem Stück «Ladysitter» des Theaters Kriens. Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 1. November 2016)

Szene aus dem Stück «Ladysitter» des Theaters Kriens. Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 1. November 2016)

Damit hätte Archie (Daniel Häberli) am ersten Tag seiner Haftentlassung nicht gerechnet: In der Wohnung seines Sohnes Maximilian (Thomas Stadelmann) geben sich die schrägsten Frauen die Türklinke in die Hand. Aber der Reihe nach: Archie sass sieben Jahre hinter Gittern, weil er bei einem Bankraub erwischt worden war. Bei seinem Sohn will er duschen und sich die Haare schneiden lassen, bevor er seine Ehefrau endlich wiedersieht.

Doch der Sohn hat keine Zeit für seinen Vater, er heiratet in zwei Tagen, sein Polterabend steht an. So kommt es, dass sich Archie allein in der Wohnung aufhält, die von drei Nachbarinnen mit unterschiedlichen Macken und Absichten aufgesucht wird. Charlotte (Erika Lüthi) ist grundsätzlich liebestoll. Linda (Yvonne Ascher) soll Archie die Haare schneiden und verträgt keinen Alkohol und Betty (Yvonne Staiger) kommt gerne via Balkontüre zu Besuch und ist heimlich in Maximilian verliebt. Archie verwechselt die Ladys – und die Turbulenzen nehmen ihren Lauf.

Halb so viel Platz wegen Bauarbeiten

Das Theater Kriens hat die leichte und frivole Komödie «Ladysitter» von Bernd Spehling in der Dialektfassung von Erwin Britschgi in gut vierzig Proben zur Bühnenreife gebracht. Regie führt zum vierten Mal Susy Giger, die auf intensive Monate zurückblickt: «Da der Pilatussaal abgerissen wurde, sind wir im Pfarreiheim Bruder Klaus zu Gast. Die Bühne hier ist halb so gross, es ist alles viel enger, wir mussten einige Kompromisse eingehen. Zum Glück spielt das Stück in einer kleinen Junggesellenbude.»

Dialoge wie Pingpongbälle

Die Platzverhältnisse stellten auch die Bühnenmannschaft vor eine Herausforderung: Weil die Decke niedriger ist, mussten alle Kulissen neu gebaut werden. Entstanden ist ein stimmiges Bühnenbild, auf dem sich das ganze Ensemble offensichtlich heimisch fühlt, das Spiel fliesst, die Dialoge spicken wie Pingpongbälle und treffen mit Garantie ins Lachzentrum des Publikums. Morgen Samstag ist Premiere.

Hinweis

Aufführungen: 5. November, 20 Uhr. 11., 12., 16., 18., 19., 23. und 25. November, jeweils 20 Uhr. Am 6. November um 14 Uhr. Pfarreiheim Bruder Klaus, Kriens. Reservationen unter Tel. 077 443 82 61 oder unter www.htk.ch.

Yvonne Imbach