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Neues Bachmann-Geschäft in Sursee lässt die ansässigen Bäcker kalt

Bis zu 1,4 Millionen Franken investiert die Luzerner Confiserie Bachmann in einen Laden samt Café im Surseepark. Ansässige Bäcker glauben, dass der städtische Betrieb primär die Migros konkurrenziert.
Evelyne Fischer
Ein Centerteil des Surseeparks. (Bild: Maria Schmid, 4. Januar 2012)

Ein Centerteil des Surseeparks. (Bild: Maria Schmid, 4. Januar 2012)

Im Herbst wird die Confiserie Bachmann in Sursee ihre 20. Filiale eröffnen. Geplant ist ein Café mit 80 Sitzplätzen. Damit markiert die laut eigenen Angaben marktführende Bäckerei-Confiserie der Zentralschweiz in Luzern erstmals ausserhalb von Stadt und Agglo Präsenz – und geht gleichzeitig zu ihren Wurzeln zurück: 1897 hatte Anton Bachmann in Sursee die Bäckerei bei der Stadtmühle übernommen (Artikel vom 25. April).

Die neue Filiale entsteht vis-à-vis des Denner im Surseepark II, dem mittleren Centerteil. Der dortige Umbau dauert noch bis zum 2. Oktober. Mitinhaber Raphael Bachmann sagt auf Anfrage unserer Zeitung:

«Ziel ist es, unser Fachgeschäft mit Café schnellstmöglich danach zu eröffnen.»

Schwierig abschätzen lasse sich momentan, welche Auflagen es zu erfüllen gelte. Klar sei, dass der Filial-Verantwortliche über das Wirtepatent verfügen müsse. Zusätzliche Toiletten braucht es laut Migros nicht.

Rund 1,2 bis 1,4 Millionen Franken lässt sich Bachmann die frische Filiale kosten. Über die Laufzeit des Mietvertrags und den Mietzins schweigt er sich aus. Zwölf neue Arbeitsstellen im Verkauf sollen entstehen, deren fünf in der Backstube in Luzern. Dass die Migros die Fläche im Surseepark ohne Ausschreibung an Bachmann vermietet, erstaunt wenig: Der Grossist arbeitet bereits im Länderpark Stans und im Einkaufscenter Zugerland mit dem Betrieb zusammen.

Take-away-Konkurrenz verärgert Café-Inhaberin

Gar keine Freude am neuen Mitbewerber hat das «Merkur Cafe Restaurant», das seit bald drei Jahren im Centerteil III beim Coop beheimatet ist. «Ich blicke der Eröffnung kritisch entgegen», sagt Inhaberin Monika Tschopp, die das Lokal mit vier Aushilfen führt. Monatelang schon sei ihr Café durch Baulärm beeinträchtigt.

«Und nun noch Bachmann, der sich am besten Platz niederlassen kann und im Gegensatz zu uns Take-away-Menüs verkaufen darf.»

Das werde nicht spurlos am «Merkur» vorbeigehen. Sie ärgert besonders, dass kein ansässiger Betrieb berücksichtigt wurde. «Gerade aus ökologischer Sicht.»

Tatsächlich wird Bachmann die Surseer Filiale zwei- bis dreimal täglich mit frischer Ware von Luzern beliefern. «Ich garantiere jedoch, dass eine Backstube vor Ort viel mehr Emissionen verursachen würde als unsere zentrale Backstube in Luzern», kontert Raphael Bachmann. Dies dank Wärmerückgewinnung: Die Abwärme von Bachmann wird gespeichert und zur Warmwasseraufbereitung sowie zum Beheizen von Räumen benutzt. «Wir sind beinahe CO2 neutral.»

Ansässige Bäcker zeigen sich unbeeindruckt

Vor Ort produzieren in Sursee noch das Cafe Koller, das Café Confiserie Surchat sowie die Bäckerei Konditorei Stocker. «Die Dichte an Cafés und Bäckereien ist hoch, der Kuchen wird künftig nicht grösser werden», sagt René Stocker, der im Zentrum Trotte und im Stadthof 27 Mitarbeiter beschäftigt. «Der Standort im Surseepark ist aufgrund der Kundenfrequenz sehr interessant», sagt René Stocker. «Bachmann wird dort sicher Erfolg haben – hoffentlich auf Kosten der Migros.»

Migros-Mediensprecherin Rahel Kissel bestätigt: «Eine gewisse Konkurrenzierung zum Migros-Angebot wird entstehen. Entscheidend ist aber: Surseepark-Kunden erhalten so eine attraktive Ergänzung des Gesamtsortiments.»

Bachmann will Surseepark-Kunden abschöpfen

Raphael Bachmann fügt an, der Marktanteil der Branche liege ohnehin bei über 70 Prozent beim Grossverteiler. «Als gewerbliche Bäckerei werden wir zuerst deren Kunden abschöpfen. Kein einziger Surseepark-Besucher läuft heute 300 Meter aus dem Center, um dann sein Brot oder seine Pralinees im Fachgeschäft zu kaufen. Unsere Confiserie wird keinem Bäcker in der Umgebung den Umsatz schmälern.»

Entsprechend gelassen gibt sich der Willisauer Bäcker Hans Weibel, der seit 2007 an der Bahnhofstrasse mit einem Café präsent ist und 50 Mitarbeiter beschäftigt.

«Diesen Mitstreiter wird der Markt verkraften. Eine Einbusse wirds höchstens bei der Migros geben.»

Auch die Conditorei Fischer aus Beromünster, die seit 2016 eine Surseer Filiale besitzt und seit 20 Jahren 55 Mitarbeiter zählt, zeigt sich unbeeindruckt: «Eine gesunde Konkurrenz spornt uns an, unsere Messlatte bezüglich Qualität, Angebot und Bedienung hoch zu halten», sagt Firmeninhaber Kilian Fischer. «Der neue Mitbewerber animiert uns vielleicht da und dort sogar, noch einen Zacken zuzulegen.»

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