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Stürmischer Auftritt der 4000 Chinesen – die Stadt Luzern hielt dem Touristen-Aufmarsch stand

Die Stadt Luzern erhielt heute Besuch von insgesamt 4000 Touristen aus China. Die Ankunft war furios und es herrschte Hochbetrieb. Fazit: Keine negativen Zwischenfälle – Übung geglückt.
Janick Wetterwald

Im Video: Eindrücke und Stimmen von Touristen sowie von Mario Lütolf, Verantwortlicher der Stadt Luzern.

Der Auftritt scheint wie geplant: Eine Gruppe Chinesen posiert hinter einer Fahne mit der Aufschrift «Jeunesse». Dazu schön lächeln, winken, gute Laune verbreiten und Fotos knipsen. Als kurz nach halb 10 Uhr die ersten chinesischen Touristen beim Luzerner Inseli aus einem Reisecar stiegen, bestätigten sie gleich sämtliche Klischees.

Insgesamt tummelten sich am Montag 4000 Touristen aus China in der Stadt Luzern, heranchauffiert in 95 Cars. Die ganze Reisegruppe zählt 12000 Personen und ist auf Einladung von ihrem amerikanischen Arbeitgeber Jeunesse Global noch bis Ende nächster Woche in der ganzen Schweiz unterwegs.

Nach dem furiosen Start-Auftritt verlief die Ankunft der nachfolgenden Reisegruppen in Luzern weniger pompös: Aussteigen, Jacke anziehen, Smartphone zücken und in Richtung Seeufer laufen. Der kalte Wind beim Inseli hielt kaum jemanden vom Posieren und Fotografieren ab, sondern sorgte lediglich für zerzauste Frisuren auf den Erinnerungsfotos.

Posen für das perfekte Bild – trotz den windigen Verhältnissen am Luzerner Seebecken. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)

Posen für das perfekte Bild – trotz den windigen Verhältnissen am Luzerner Seebecken. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)

Viel Zeit zum Verweilen blieb den Touristen der ersten Welle sowieso nicht: Um 10 Uhr verliessen die ersten Schiffe vor dem KKL das Ufer. Reiseleiter mit gut sichtbaren, roten Flaggen sorgten dafür, dass niemand verloren ging oder gar das Schiff verpasste.

Übung geglückt

Direkt beim Schiffssteg machte sich Michel Scheurer, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee, ein Bild der Situation. «Für uns ist das nicht aussergewöhnlich. Am 1. August haben wir jeweils auch viele Passagiere auf einmal.» Entscheidend war laut Scheurer, dass die gesamte Koordination mit allen Beteiligten reibungslos ablief.

Peace und Selfie – die Bilder zum grossen Touristen-Aufmarsch:

Da ist selbst der Fussgängerstreifen beim Schwanenplatz zu wenig breit. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) Da ist selbst der Fussgängerstreifen beim Schwanenplatz zu wenig breit. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Cars treffen beim Inseli ein. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)Cars treffen beim Inseli ein. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Posieren für das Erinnerungsfoto. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 13. Mai 2019)Posieren für das Erinnerungsfoto. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 13. Mai 2019)
Ordentlich aufgereiht: Die parkierten Reisecars bei der Messe Allmend. Nachdem die Busse die Touristen in der Stadt Luzern beim Inseli abgesetzt hatten, fanden sie sich auf dem Parkplatz bei der Allmend ein. (Bild: Marco Vogel)Ordentlich aufgereiht: Die parkierten Reisecars bei der Messe Allmend. Nachdem die Busse die Touristen in der Stadt Luzern beim Inseli abgesetzt hatten, fanden sie sich auf dem Parkplatz bei der Allmend ein. (Bild: Marco Vogel)
Auch das Löwendenkmal besuchen die Touristen. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)Auch das Löwendenkmal besuchen die Touristen. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Touristen auf dem Grendel. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)Touristen auf dem Grendel. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Hunderte Touristen vom Schwanenplatz. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)Hunderte Touristen vom Schwanenplatz. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Touristen überqueren die Seebrücke. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) Touristen überqueren die Seebrücke. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Ein «Hallo »für den Fotografen beim Inseliquai. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)Ein «Hallo »für den Fotografen beim Inseliquai. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Posieren auf dem Inseli mit der Luzerner Kulisse im Hintergrund. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)Posieren auf dem Inseli mit der Luzerner Kulisse im Hintergrund. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Aufs WC zu gehen scheint ebenfalls ein grosses Bedürfnis zu sein. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)Aufs WC zu gehen scheint ebenfalls ein grosses Bedürfnis zu sein. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)
Erinnerungsfoto auf dem Inseli. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)Erinnerungsfoto auf dem Inseli. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019) (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
Montagmorgen früh: Das Inseli ist leergeräumt. Securitas und Polizei in Erwartung der ersten Cars. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)Montagmorgen früh: Das Inseli ist leergeräumt. Securitas und Polizei in Erwartung der ersten Cars. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)
Wieder abgeholt werden die Gäste am Nachmittag von Bussen der VBL. Diese fahren die Touristen zur Messe Allmend. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 13. Mai 2019)Wieder abgeholt werden die Gäste am Nachmittag von Bussen der VBL. Diese fahren die Touristen zur Messe Allmend. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 13. Mai 2019)
Einsteigen und ab zum Gala-Dinner: Die chinesischen Touristen steigen in die VBL-Busse ein, die sie zur Messe bringen. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 13. Mai 2019)Einsteigen und ab zum Gala-Dinner: Die chinesischen Touristen steigen in die VBL-Busse ein, die sie zur Messe bringen. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 13. Mai 2019)
Die Cars der Reisegruppe wurden nach dem Ausladen der Besucher beim Inseli direkt auf der Allmend parkiert. Von dort aus fahren die Reisebusse dann wieder zurück nach Basel und Zürich, wo die Touristen übernachten. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)Die Cars der Reisegruppe wurden nach dem Ausladen der Besucher beim Inseli direkt auf der Allmend parkiert. Von dort aus fahren die Reisebusse dann wieder zurück nach Basel und Zürich, wo die Touristen übernachten. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Luzern, 13. Mai 2019)
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4000 Chinesen in Luzern

Einen reibungslosen Ablauf bestätige am Montagabend auch Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen bei der Stadt Luzern: «Das Mobilitätskonzept hat funktioniert, der Normalverkehr in der Stadt wurde kaum zusätzlich belastet.» Die vorgegebenen Ankunfts- und Abfahrtszeiten beim Inseli wurden eingehalten und die Schiffe fuhren planmässig.

«Es ist himmlisch»

Als die ersten Schiffe bereits dem Wellengang trotzten, kam die zweite Touristenwelle an. Für diese 2000 Personen begann der Tag in Luzern mit Sightseeing und Shopping.

Mit einer Person ins Gespräch zu kommen ist schwierig: Die meisten sprechen gar nicht oder nur schlecht englisch und zeigen sich zudem zurückhaltend, sobald es nicht um ein Erinnerungsfoto geht. Die Verantwortlichen der Stadt haben ein Auge darauf, dass die Touristen während ihrer Reise nicht zu stark gestört werden – dies sei vom Organisator so gewünscht.

Mit einer jungen Frau mit dem Namen Tanya Sun klappt es dann aber mit einer Unterhaltung. Sie antwortet auf die Frage wie es ihr hier gefällt fast schon überschwänglich:

«Es ist himmlisch –ich mag den Lifestyle, die Menschen und das Wetter hier.»

Es sei eine ganz andere Atmosphäre in Luzern als in ihrer Heimat, in China. Dort seien die Menschen sehr gestresst, auf der Strasse fokussiere sich jeder auf sich selbst.

Tanya Sun mag die Schweiz, abgesehen vom Essen. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)

Tanya Sun mag die Schweiz, abgesehen vom Essen. (Bild: Janick Wetterwald, Luzern, 13. Mai 2019)

«In der Schweiz ist alles lockerer, einfacher. Nur das Essen ist nicht so nach meinem Geschmack», sagt Sun. Sie ist zum ersten Mal hier – zusammen mit ihren Arbeitskollegen, die etwas entfernt das Smartphone in die Luft halten und das Interview filmen. Der Tag in Luzern hat bei Chinesin Tanya Sun seine Wirkung nicht verfehlt: «Das nächste Mal komme ich mit meiner Familie nach Luzern.»

Mehr Personal, mehr Sicherheitskräfte

Mittagszeit auf der anderen Seite der Seebrücke: Es dominiert auf den ersten Blick das übliche Tourismus-Geschäft. Der zweite Blick zeigt: Touristen mit roten Bändeln umgehängt und Reiseleiter mit roten Flaggen sind omnipräsent. Die Touristen tun, was alle Touristen in Luzern tun: Besuch im Souvenirshop, Schokolade kaufen, unzählige Fotos knipsen.

In der Altstadt hat man sich auf die riesige Reisegruppe vorbereitet. Roberto Casagrande, Geschäftsführer der gleichnamigen Souvenirshops, sagte in seinem Laden beim Schwanenplatz: «Ich habe alle Mitarbeitenden aufgeboten, die Chinesisch sprechen. Das sind über den ganzen Tag verteilt rund 35 Personen.» Bezüglich der Sicherheit überliess der Chef ebenfalls nichts dem Zufall:

«Normalerweise ist eine Person für die Sicherheit im Einsatz – heute sind es vier.»

Trotz stressiger Atmosphäre wirkte Casagrande optimistisch und sagte: «Das wird schon gut gehen.» Es ging gut und so blickt Mario Lütolf von der Stadt Luzern zuversichtlich dem 19./20. sowie dem Wochenende vom 24. bis 26. Mai entgegen. Dann werden in Luzern pro Tag je 2300 respektive 1400 chinesische Touristen erwartet.

Essen und Show hinter geschlossenen Türen

Ab 16 Uhr wurde es in der Stadt wieder ruhiger. Die einzelnen Gruppen folgten der roten Flagge vom Reiseleiter zurück zum Inseli, wo VBL-Busse für den Transport zum Messegelände Allmend bereitstanden.

Imposant: Die 95 Cars vor der Bergkulisse auf der Luzerner Allmend. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Imposant: Die 95 Cars vor der Bergkulisse auf der Luzerner Allmend. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Ordentlich aufgereiht: Die parkierten Reisecars bei der Messe Allmend. (Bild: Marco Vogel)

Ordentlich aufgereiht: Die parkierten Reisecars bei der Messe Allmend. (Bild: Marco Vogel)

Am Abend fand dort im privaten Rahmen ein Galadinner inklusive Multimediashow zur Region statt. Um Etwa 22 Uhr ging es für die 4000 Touristen mit den 95 Cars zurück nach Basel oder Zürich. Wir sagen, Bye Bye!

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