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Stadt Luzern prüft den Bau einer Tiefgarage am Pilatusplatz

Neben der Sicherheit soll an Pilatusplatz und Obergrundstrasse auch die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Weil die Aufhebung von Parkplätzen auf Widerstand stösst, erwägt der Luzerner Stadtrat Alternativen.
Beatrice Vogel
Gesamtprojektleiter Stefan Huonder (links) und Stadtrat Adrian Borgula an der Obergrundstrasse. (Bilder: Dominik Wunderli, Luzern, 28. März 2019)

Gesamtprojektleiter Stefan Huonder (links) und Stadtrat Adrian Borgula an der Obergrundstrasse. (Bilder: Dominik Wunderli, Luzern, 28. März 2019)

Wie kann der Verkehrsfluss beibehalten, die Sicherheit verbessert und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität am Pilatusplatz erhöht werden? Während für den Kanton Luzern als Eigentümer der Strassen die Verkehrsaspekte im Vordergrund stehen, möchte der Stadtrat den Strassenabschnitt zusätzlich aufwerten.

Ein Vorprojekt für eine Strassensanierung liegt bereits vor. Zusätzlich möchte der Stadtrat die sogenannte Y-Variante vertieft prüfen, bei welcher der oberste Abschnitt der Obergrundstrasse (zwischen Hotel Anker und Hirschengraben) verkehrsberuhigt wird. Dort sollen nur noch der öffentliche und der Langsamverkehr stattfinden, Autos würden in beide Richtungen über den Hallwilerweg geleitet:

(Visualisierung: Stadt Luzern)

(Visualisierung: Stadt Luzern)

Der Stadtrat hat nun beschlossen, auch zur Y-Variante ein Vorprojekt ausarbeiten zu lassen, damit die Varianten verglichen werden können.

Neben sicherheitstechnischen Aspekten – Verkehrsinseln, Anpassungen bei Fussgängerstreifen und Fahrspuren – beinhaltet die bereits ausgearbeitete Basisvariante eine Veloverbindung, die vom Bruchquartier her via Pilatusstrasse, entlang der Fussgängerstreifen und weiter auf der linken Seite der Obergrundstrasse zum Hirschengraben führt. Dafür müssen die Parkplätze auf der linken Seite der Obergrundstrasse aufgehoben werden:

«Bei diesen Parkplätzen muss man rückwärts ausparkieren, was ein Sicherheitsrisiko darstellt», erklärt Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne). Total würden bei der Basisvariante 26 bis 34 Parkplätze wegfallen. Bei der Y-Variante kommt die erwähnte Verkehrsberuhigung hinzu. Weil dann zwei zusätzliche Autospuren über den Hallwilerweg geführt werden müssen, fallen die dortigen Parkplätze vollständig weg.

46 Parkplätze weniger: «Keine Option» für IG

Mit der Y-Variante gäbe es am Pilatusplatz 46 Parkplätze weniger. Ein Umstand, der beim ansässigen Gewerbe auf Widerstand stösst. Direktbetroffene, Vertreter der Quartiervereine und die Wirtschaftsverbände, die laut einer Mitteilung von gestern «das bewährte Miteinander» erhalten wollen, haben sich deshalb zur IG Pilatusplatz formiert. Für sie ist die Y-Variante «keine Option» – eben wegen der wegfallenden Parkplätze. Dies bedeute eine massive Schwächung des Detailhandels und der Dienstleister und führe zwangsläufig zu Suchverkehr in den Wohnquartieren.

An der gestrigen Medieninformation stellte Stefan Huonder, Gesamtprojektleiter vom städtischen Tiefbauamt, jedoch klar: «Den heutigen Zustand wird es nach der Sanierung nicht mehr geben. Es fallen so oder so Parkplätze weg.» Denn wird die Y-Variante nicht realisiert, kommt die Basisvariante. Dass die Strasse saniert wird, steht ausser Frage, nur schon wegen der sicherheitstechnischen Defizite. Kommt hinzu, dass EWL und Real diverse Leitungen respektive den Krienbachkanal unter der Strasse teils dringend sanieren müssen (siehe Box unten).

Erhalt von Parkplätzen wird abgeklärt

Trotzdem: Für den Stadtrat ist klar, dass die kritischen Stimmen ernst genommen werden müssen. In den letzten Monaten wurden Rückmeldungen eingeholt, die Aufhebung der Parkplätze war der zentrale Kritikpunkt. «Das Tiefbauamt wird abklären, wie die Parkplätze kompensiert werden könnten», so Huonder. In diesem Zuge wird der Bau einer neuen Tiefgarage geprüft. Auch der Erhalt von Parkplätzen soll abgeklärt werden. Borgula: «Der Stadtrat wird aufgrund der Ergebnisse dieser Abklärungen entscheiden, welche Variante er bevorzugt.» Dies soll bis Ende dieses Jahres geschehen. 2020 soll das eigentliche Vorprojekt für die Y-Variante erarbeitet werden. Erst anschliessend kommt es zum definitiven Variantenentscheid durch den Kanton. Ein Baustart der Y-Variante kann frühestens 2023 erfolgen.

Übrigens: Auch der Verkehrsverbund Luzern sieht die verkehrsberuhigte Obergrundstrasse als Chance. Der ÖV kann dort mehr Platz erhalten. Offenbar gibt es Überlegungen, an dieser Stelle eine Art Bushub zu installieren, wo einige Linien wenden.

Sanierungen werden teils vorgezogen

Unter der Obergrundstrasse in der Stadt Luzern verläuft der Krienbachkanal, der bald saniert werden muss. Ebenso sanierungsbedürftig sind am Pilatusplatz alte Wasser-, Elektro- und Gasleitungen. Dies soll im Zuge des Strassenprojekts geschehen. Da es bis zu dessen Baustart wegen der Variantenprüfung nun länger dauern wird als ursprünglich angenommen, werden einige Arbeiten vorgezogen.

Noch diesen Sommer wird eine rund 90-jährige Wasserleitung in der Pilatusstrasse durch EWL ersetzt. Ab September (bis Mai 2020) wird dann Real den Krienbachkanal unter der Obergrundstrasse südlich des Pilatusplatzes sanieren. Die Arbeiten werden unterirdisch stattfinden – auf der Strasse wird man wenig davon sehen.

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