Neue Pächterin in St. Urban wagt den Schritt in die Selbstständigkeit

Corinne Juric ist die neue Pächterin des «Löwen» in St.Urban. Den Fokus legt sie vor allem auf bodenständige Schweizerkost.

Ernesto Piazza
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Corinne Juric (rechts), hier zusammen mit Beraterin Anita Akermann, ist die neue Pächterin des «Löwen». (Bild: Pius Amrein, 29. Juli 2019)

Corinne Juric (rechts), hier zusammen mit Beraterin Anita Akermann, ist die neue Pächterin des «Löwen». (Bild: Pius Amrein, 29. Juli 2019)

«Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung», sagte Corinne Juric (30) gestern Morgen. Sie übernimmt am 6. September als neue Pächterin den «Löwen» in St.Urban. Als sie das Gasthaus ausgeschrieben sah, habe sie sich sofort gemeldet. Und mit dem Zuschlag kehrt die in Pfaffnau wohnhafte gelernte Köchin nun zurück zu den eigenen Wurzeln.

Damit tritt Juric die Nachfolge des Wirtepaars Urs und Christa Burch an, die seit zehn Jahren den «Löwen» geführt haben. Die beiden zieht es weiter über die Kantonsgrenze, um in Langenthal das Restaurant Hirschenbad zu übernehmen.

Chefin möchte sich an der Front bewegen

Bevor die neue Chefin allerdings starten kann, wird der Betrieb noch während zweier Wochen saniert – speziell die Küche. Gearbeitet soll aber auch am Gewölbekeller, um beispielsweise bei stimmigem Ambiente ein Apéro zu geniessen. Bereits kämen erste Reservationen, freut sich Corinne Juric. «Langsam beginnt es zu kribbeln».

Die fünfköpfige Brigade ist rekrutiert. Die gelernte Köchin möchte sich künftig aber vor allem an der Front bewegen. «Ich will nahe bei den Gästen sein und dafür sorgen, dass sich jeder bei uns zu Hause fühlt.» Der «Löwen» soll ein Treffpunkt für alle sein. Sei es für Vereine, oder lediglich für ein Feierabendbier, aber auch für ein feines Essen: Corinne Juric will sich kulinarisch recht breit aufstellen. Auf guter, bodenständiger Schweizerkost soll jedoch der Fokus liegen. Sonntagsbraten mit Kartoffelstock und die Sauce dazu als Seelein, davon schwärmt sie.

Zuletzt arbeitete die 30-Jährige in der «Alten Mühle» in Olten als Serviceangestellte und als stellvertretende Chefin. Davor leitete Juric die Restauration von zwei Spitälern in Bern. «Jetzt möchte ich den Schritt wagen, auf eigene Rechnung zu arbeiten.» Dass sie sich für den «Löwen» interessiert, dazu habe auch das stimmige Ambiente beigetragen. «Ich habe mich sofort identifiziert mit der Klosterkirche und den kulturhistorischen Anlässen, die hier permanent geboten werden.»

In Olten ist sie der Zürcherin Anita Akermann begegnet. Privat kennen sich die zwei schon lange. «Bei uns passt es sehr», sagen sie. Akermann ist von den Örtlichkeiten in St.Urban ebenfalls angetan. Und im «Löwen» will sie ihre langjährige Gastroerfahrung einbringen, dabei aber im Hintergrund wirken. «Meine Aufgabe sehe ich als Mentorin, Beraterin oder Coach. Ich hätte aber nie zugesagt, wäre das Gasthaus nicht an einem so schönen Flecken gelegen.» Zudem gefalle ihr der Kraftort St.Urban ganz besonders.

«Löwen» soll mit Kloster und Kultur Einheit bilden

Das Restaurant mit Säli beinhaltet 70 Plätze. Ebenfalls dazu gehören zwei weitere Säli und eine Gartenwirtschaft mit 80 Plätzen und Sicht auf die Klosterkirche. Bestandteil der mehrjährigen Pacht ist auch eine 41/2-Wohnung, welche für das Personal als Unterkunft dienen soll.

Als grösste Herausforderung sieht Juric das Managen ihrer «ersten Selbstständigkeit», die auch längerfristiges Planen beinhalte. Urs-Peter Müller als Vertreter der Kultur Freizeit Kloster AG (KFK) und somit der Verpächterseite ist überzeugt, «dass der ‹Löwen› mit dem Kloster und der Kultur in St.Urban auch künftig eine harmonische Einheit bildet und weiterlebt.» Es habe einige Interessenten gegeben. Man wolle aber einer jungen Person mit entsprechender Hilfe eine Chance geben, sich hier eine Existenz aufzubauen.