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Deutliches Ja in Reiden: Die Badi soll bleiben

Die Stimmbürger von Reiden haben den Sonderkredit von 16,05 Millionen Franken für die Sanierung und Weiterführung der Badi mit 1401 Ja- zu 768 Nein-Stimmen angenommen. Doch es gibt einen Vorbehalt.
Susanne Balli
Das Hallen- und Freiluftbad in Reiden kann erneuert werden. (Bild: Philipp Schmidli, 30. März 2019)

Das Hallen- und Freiluftbad in Reiden kann erneuert werden. (Bild: Philipp Schmidli, 30. März 2019)

Das Hallen- und Freiluftbad in Reiden soll bestehen bleiben und saniert werden. So lautet das Resultat der Doppelabstimmung über die Zukunft der Badi Reiden. Die Bevölkerung hat gestern einen Sonderkredit in der Höhe von 16,05 Millionen Franken mit 1401 Ja- zu 768 Nein-Stimmen befürwortet. Gleichzeitig mussten die Bürger auch über einen Sonderkredit für die Stilllegung und den Rückbau der Badi in der Höhe von 2,5 Millionen Franken befinden.

1584 Stimmen waren gegen den Rückbaukredit und lediglich 417 dafür. Die Stimmbeteiligung für den Sanierungskredit lag bei gut 51 Prozent.

«Ich bin froh über das Resultat. Das ist ein klares Verdikt der Bürger für unsere Badi», sagt Willi Zürcher, Vizepräsident des Gemeinderats (FDP) und Mitglied der Badi Reiden AG. Das Resultat sei sehr erfreulich:

«Wir konnten den Bürgern glaubhaft vermitteln, wie sich der 16,05-Millionen-Kredit zusammensetzt. Es wurde nicht nur die ‹blutte› Zahl gesehen.»

Erfreut ist Zürcher auch über die hohe Stimmbeteiligung von 51,4 Prozent. «Auch das zeigt, dass den Bürgern die Badi wichtig ist.»

Stimmrechtsbeschwerde hängig

Trotz deutlichem Bekenntnis zur Badi ist Zürcher nicht euphorisch: «Es schwebt noch eine dunkle Wolke über uns.» Zürcher meint damit die beim Regierungsrat hängige Stimmrechtsbeschwerde. Diese wurde Anfang März von Privatpersonen eingereicht. Darin wird gefordert, dass die Abstimmung zur Badi verschoben und auf der Basis «einer wahren, ausgewogenen, objektiven und neutralen Abstimmungsbotschaft» durchgeführt werden soll. Die Verschiebung der Abstimmung war aufgrund der knappen Fristen allerdings nicht möglich.

Sollte der Regierungsrat die Stimmrechtsbeschwerde nachträglich gutheissen, müsste Reiden die Abstimmung wiederholen. Zürcher sagt dazu: «Ich kann nicht einschätzen, wie der Entscheid der Regierung ausfallen wird. Der Gemeinderat ist aber der Ansicht, dass mit der Botschaft alles seine Richtigkeit hatte.» Zürcher hofft, dass der regierungsrätliche Entscheid in einem Monat vorliegt. «Sollte herauskommen, dass die Abstimmung wiederholt werden muss, gehe ich aber davon aus, dass sich am Resultat nicht viel ändern wird. Dafür war der gestrige Entscheid zu deutlich.»

Die Interessengemeinschaft für eine überparteiliche Gemeindepolitik (IG Reiden) hatte sich im Vorfeld der Abstimmung als einzige Gruppierung gegen den 16,05-Millionen-Kredit ausgesprochen und für zwei Nein plädiert, während die SVP Reiden, die sich in der Regel fürs Sparen einsetzt, für Stimmfreigabe war. Alle übrigen Parteien befürworteten den Sanierungskredit. Die IG Reiden war der Meinung, dass sich die finanziell angeschlagene Gemeinde das Sanierungsprojekt in dieser Form nicht leisten könne und sich die umliegenden Gemeinden mehr an den Kosten beteiligen müssten.

Der Sprecher der IG Reiden – Markus Schwander – sagt zum Abstimmungsresultat: «Wir haben erwartet, dass der Kredit angenommen wird; die Propaganda der Gemeinde hat gewirkt.» Er verstehe, dass viele Leute die Badi behalten wollen.

«Die Frage ist für uns nur, wie wir all die Projekte, die wir beschliessen, künftig finanzieren sollen.»

Schwander hofft nun auf die Stimmrechtsbeschwerde, da der Abstimmungskampf in seinen Augen «nicht demokratisch» war.

Zur finanziellen Herausforderung sagt Gemeinderat Willi Zürcher: «Dass die Finanzen von Reiden nicht rosig aussehen, ist klar. Doch wir haben einen realistischen Finanzplan erstellt, der aufzeigt, wie sich Reiden die sanierte Badi leisten kann.» Man werde aber sicher weiterhin den Finger auf die Finanzen legen und dafür sorgen müssen, dass die Bürgschaft der Gemeinde für die Badi nie zum Tragen komme. «Wir möchten auch nochmals mit den umliegenden Gemeinden über deren Kostenbeteiligung an der Badi verhandeln», so Zürcher.

Eine langjährige Geschichte

Der Abstimmung vom Sonntag ging eine turbulente Geschichte voraus. Seit rund drei Jahren befasste sich der Gemeinderat mit der Frage, wie es mit der sanierungsbedürftigen und defizitären Badi Reiden weitergehen soll. Es wurden Finanzspritzen gemacht, um den Konkurs der Badi zu verhindern. Im Mai 2017 wurde die Badi Reiden AG gegründet, die seit dem 1. Juli 2017 operativ tätig ist. In der Folge präsentierten die Verantwortlichen mehrere Szenarien, wie es mit der Badi weitergehen könnte, mussten aber diverse Rückschläge hinnehmen.

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