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Massentourismus: Jetzt sollen die Luzerner ihre Meinung dazu sagen

Wie viele zusätzliche Touristen erträgt Luzern überhaupt noch? Solche Fragen will die «IG Weltoffenes Luzern» jetzt öffentlich diskutieren. Auch die Stadt will einen «Partizipationsprozess» starten – dort dauert es aber deutlich länger.
Robert Knobel
André Bachmann und Philippe Stutz (links) von der IG Weltoffenes Luzern auf dem Velo mit integriertem Briefkasten am Rathausquai. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 1. April 2019)

André Bachmann und Philippe Stutz (links) von der IG Weltoffenes Luzern auf dem Velo mit integriertem Briefkasten am Rathausquai. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 1. April 2019)

Sie bringen viel Geld nach Luzern – aber die asiatischen Gäste sorgen auch für Unmut in der Bevölkerung. In der Altstadt gibt es an manchen Tagen kaum noch ein Durchkommen vor lauter Touristen, und die Cars behindern zu den Stosszeiten den Verkehr. Die Stadtpolitik sucht seit Jahren nach Lösungen, um die zunehmende Touristenflut in geordnete Bahnen zu lenken. Was bisher geschah:

  • Die vom Stadtparlament 2018 geforderte «Vision Tourismus 2030» soll Antworten bringen und schreckt auch vor Radikallösungen wie einer Plafonierung der Hotelbetten nicht zurück. Je nach Ergebnis dieser «Vision 2030» wird dies auch Folgen haben für die Leistungsvereinbarung mit Luzern Tourismus, die per 2021 neu verhandelt werden muss.
  • Die Frage der Carparkierung bleibt weiter ungelöst. Ein erster Schritt wurde 2015 mit dem Car-Regime gemacht, bei dem die Cars zu den Stosszeiten am Schwanenplatz nur noch zum Aussteigenlassen anhalten dürfen. 2017 entschied das Stimmvolk, den Carparkplatz Inseli aufzuheben. Die Pläne des Stadtrats, alternative Carparkplätze ausserhalb der Innenstadt zu schaffen, wurden im Sommer 2018 vom Stadtparlament zurückgewiesen. Im März 2019 gab das Parlament dem Stadtrat den Auftrag, ein Modell für Car-Anhaltegebühren auszuarbeiten.

Wie geht es nun weiter? Der Stadtrat hat angekündigt, er wolle die Fragen rund um Tourismus und Cars in einem «Partizipationsprozess» klären. Das heisst, die Interessenvertreter und die Bevölkerung sollen mitreden können. Ein Konzept, wie eine solche Partizipation genau aussehen könnte, ist zurzeit bei der Stadt in Erarbeitung. Gemäss Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) soll dem Parlament im Herbst ein Zwischenbericht vorgelegt werden – der eigentliche Partizipationsprozess soll dann gegen Ende Jahr starten.

Das Velo nimmt die Feedbacks entgegen

Die Bevölkerung befragen will auch die «IG Weltoffenes Luzern», welche 2018 aus Kreisen der Tourismuswirtschaft und der City Vereinigung gegründet wurde. «Damit die Luzerner ihre weltoffene und gastfreundliche Grundhaltung erhalten können, braucht es eine ehrliche Auseinandersetzung mit und über den Tourismus», sagt André Bachmann, Co-Präsident der IG.

Diesen Dialog will die IG möglichst rasch anreissen. Als erster Schritt soll in der Altstadt ab Mitte April ein «Feedbike» aufgestellt werden – ein Lastvelo mit einem integrierten Briefkasten, dem Passanten ihre Ideen und Überlegungen rund ums Thema Tourismus anvertrauen können. An einer öffentlichen «Dialogveranstaltung» am 10. April kann sich die Bevölkerung zudem zum Thema Tourismus austauschen. Weiter will die IG im Sommer «sämtliche Haushalte in der Stadt Luzern ansprechen», wie André Bachmann sagt. Gleichzeitig sollen Städtevergleiche und Analysen zu den Themen Mobilität und Lenkungsmassnahmen erstellt werden.

Für die Umsetzung von konkreten Massnahmen fühlt sich die IG allerdings nicht zuständig. André Bachmann:

«Dazu fehlt ihr auch die Legitimation. Wir verstehen uns als eine Art Think Tank.»

Eine Denkfabrik also, welche Ideen liefert – umsetzen muss sie dann aber die Politik.

Dialogveranstaltung der IG Weltoffenes Luzern: Mittwoch, 10. April, 18.30-20 Uhr im Marianischen Saal Luzern. www.weltoffenesluzern.ch

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