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Luzerner Waldbesitzer sind alarmiert: Hitze beflügelt Borkenkäfer

Die hiesigen Wälder ächzen unter der Trockenheit. Gleichzeitig vermehren sich Borkenkäfer rasant – trotz ergriffener Massnahmen. Luzerns Waldbesitzer sprechen von einer «zermürbenden» Situation.
Niels Jost
Ein vom Borkenkäfer befallener Baum. (Bild: Nadia Schärli, Rain, 22. März 2019)

Ein vom Borkenkäfer befallener Baum. (Bild: Nadia Schärli, Rain, 22. März 2019)

Regen. Das ist es, was Luzerns Wälder derzeit brauchen. Zwar hat es im April und Mai viel Niederschlag gegeben und teilweise gar geschneit, doch die Grundwasserpegel sind noch immer zu tief – und die Bäume weiterhin geschwächt. Sie leiden nach wie vor an den Folgen der Trockenheit im Sommer 2018:

Monatssummen der Niederschlagswerte in Millimeter. (Grafik: PD)

Monatssummen der Niederschlagswerte in Millimeter. (Grafik: PD)

Monatssummen der Niederschlagswerte in Millimeter. (Grafik: PD)

Monatssummen der Niederschlagswerte in Millimeter. (Grafik: PD)

Die Hitze und Trockenheit gefällt dafür jemand anderem: dem Borkenkäfer. Die Larven kommen nun allmählich als Käfer aus den Rinden hervor und befallen fliegend neue Bäume. Noch Mitte März warnten Luzerns Waldbesitzer, Förster, der Kanton und die Holz-Branche davor, dass in diesem Jahr ein ausserordentliches Käfer-Wachstum bevorstünde, sollte es nicht bald mehr Niederschlag geben.

«Viele neue gestochene Bäume»

Die Situation sei noch stets angespannt, betonen die Betroffenen nun auf Anfrage. «Es gibt viele neu gestochene Bäume», sagt Ruedi Gerber, Präsident von Wald Luzern, dem Verband der Luzerner Waldeigentümer. Erkennen könne man das anhand des Bohrmehls, welches um die Bäume liegt. Gerber weiss gar von Waldstücken, wo Käfer-Holz bereits herausgeführt wurde und nun doch wieder frisch befallene Bäume auszumachen sind.

Schützen vor den Borkenkäfern können sich die über 11'000 mehrheitlich privaten Waldeigentümer, indem sie befallene Bäume fällen und aus dem Wald führen oder entrinden. Doch diese Arbeit lohnt sich derzeit kaum – der Holzmarkt ist europaweit nach wie vor aufgrund des vielen Sturmholzes aus dem Jahr 2018 übersättigt, insbesondere was qualitativ weniger wertvolles Käfer-Holz betrifft, welches bei den Verarbeitern nicht gefragt ist. Die Waldbesitzer finden daher kaum einen Abnehmer. «Die Situation ist zermürbend», fasst Ruedi Gerber zusammen.

Herunterfallende Äste: Im Wald ist Vorsicht geboten

Auch Bemühungen der Branche, die Schnittholzproduktion zu erhöhen, erzielten noch nicht den gewünschten Umfang, wie Bruno Röösli sagt. Der Abteilungsleiter Wald bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald spricht aktuell von einer «unsicheren Situation», die für den Wald wie Stresstest sei. Ob die Trockenheit der vergangenen Tage nun ein exponentielles Käfer-Wachstum zur Folge hat, könne er noch nicht abschätzen.

«Entscheidend ist, wie vital und widerstandskräftig die Bäume sind.»

Dabei würden sich die Baumarten unterscheiden. Bei der Buche und Rottanne etwa hielten sich die Schäden bisher im Rahmen der Erwartungen. Bei der Weisstanne hingegen sei der Schaden «überraschend stark», so Röösli.

«Die weiteren Schäden infolge von Winterstürmen und Schneedruck halten sich im üblichen Rahmen.» Diese seien am Schutzwald, beim dem der Kanton federführend ist, bewältigbar. «Die 2018 getroffenen Präventionsmassnahmen haben gewirkt.» Die rund 9000 Kubikmeter werden gefällt und in den meisten Fällen vor Ort entrindet. Oberste Priorität habe nun weiterhin, die Ausbreitung der Borkenkäfer im frühen Stadium einzudämmen.

Offen ist für den Abteilungsleiter, wie die Bevölkerung auf die Folgen der Trockenheit und des Borkenkäfer-Problems reagieren wird. Da betroffene Bäume mit der Zeit absterben, werden braune Flecken in den Wäldern sichtbar. Das könnte zu einer gewissen Verunsicherung in der Bevölkerung führen. Nicht zu unterschätzen seien zudem herunterfallende Äste oder Kronenteile von abgestorbenen Bäumen. Röösli appelliert daher:

«Gerade bei starkem Wind erfordert der Aufenthalt im Wald eine erhöhte Aufmerksamkeit.»

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