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Luzerner Regierungsratswahlen: Alt CVP-Grossrat weibelt mit spezieller Aktion für Korintha Bärtsch

CVP-Parteimitglied Michael Egli aus Beromünster wirbt in vielen Landzeitungen in aussergewöhnlicher Form für Konkordanz in der Luzerner Regierung. Dafür lässt er einen rechten Batzen springen.
Evelyne Fischer
Michael Egli. (Bild: PD)

Michael Egli. (Bild: PD)

«Die Grösse des Stärkeren in der Demokratie zeigt sich darin, wie der Stärkere bereit ist, andere Meinungen einzubinden. Die CVP ist die grösste Partei im Kanton. Deshalb sollten gerade wir sowohl dem SVP-Kandidaten als auch der Grünen-Kandidatin die Stimme geben.» So endet ein als Leserbrief gestaltetes Inserat, das gerade in vielen Luzerner Landzeitungen erschienen ist. Verfasser: Michael Egli, 53, Unternehmer, dreifacher Vater, Kirchenratspräsident von Beromünster, CVP-Grossrat von 2002 bis 2007.

Inserat aus dem Entlebucher Anzeiger vom 12. April 2019.

Inserat aus dem Entlebucher Anzeiger vom 12. April 2019.

Egli stört sich daran, dass Anfang Monat über 90 Prozent der 274 CVP-Delegierten Stimmfreigabe zum zweiten Wahlgang der Regierungsratswahlen beschlossen haben. Zu Gunsten des Kampfs um Konkordanz in der Regierung lässt er nun über 1000 Franken springen. «Weil es meine Überzeugung ist, dass es in Luzern eine linksgrüne Vertretung braucht», sagt Egli. «Und weil Korintha Bärtsch auf der Landschaft Unterstützung nötig hat.»

«Bevölkerung wäre weit besser repräsentiert»

Wie früher mit SP-Frau Yvonne Schärli wäre die Exekutive auch mit der Grünen-Kandidatin noch klar bürgerlich, sagt Egli.

«Aber eine Regierung mit Korintha Bärtsch würde die Luzerner Bevölkerung weit besser repräsentieren, weil sie auch die Sicht der Jungen und der Frauen vertreten würde und politisch ausgewogen wäre.»

Jahrelang habe die SVP mit ihrem Wähleranteil auf einen Sitz in der Regierung gepocht. «Mit Recht. Und genauso gibt es keinen Grund, dieses Recht linksgrün abzusprechen», schreibt Egli im Inserat. Die fehlende mahnende soziale Stimme in der Regierung habe «mitbewirkt, dass wir es bei der Reduktion der Prämienverbilligung übertrieben haben».

Bewusst nahm Egli nicht Einsitz im Komitee von Bärtsch. «Denn meine aktive Zeit als Politiker ist vorbei.» Bewusst hat er auch die Form der Annonce gewählt. «Diese fällt stärker auf als ein Leserbrief.» Wie wahr: Bis gestern trafen bei Michael Egli gegen 20 Reaktionen ein. «Mehrheitlich positiv.»

CVP-Präsident Ineichen gibt sich diplomatisch

Fragt sich, wie Eglis Aktion an der Parteispitze ankommt. Denn an der Delegiertenversammlung sagte Präsident Christian Ineichen nach der Stimmfreigabe: «Es ist nicht opportun, wenn ihr euch nun in einem Komitee für einen Kandidaten starkmacht. Wir wollen euch das zwar nicht verbieten. Aber überlegt, ob es zweckmässig ist.» Auf Anfrage sagt Ineichen, dem die Annonce zugespielt wurde:

«Ich bin nie davon ausgegangen, dass nach der Stimmfreigabe Untätigkeit eintritt. Es ist das Recht unserer Parteimitglieder, Stellung zu beziehen.»

Er könne niemandem verbieten, sich zu positionieren. Werten will Ineichen das Vorgehen des alt Grossrats nicht. «Das steht mir bei geltender Stimmfreigabe nicht zu.» Diese habe im Nachgang der DV für Reaktionen gesorgt. «In beide Richtungen», so Ineichen. Nach wie vor sei er von der Richtigkeit dieses Entscheids überzeugt. Zum einen wegen des «glasklaren» Resultats. «Zum anderen, weil eine Parole zu einer weit grösseren Bildung von Lagern geführt hätte. Das wollten wir verhindern, weil es der CVP schadet.»

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