Luzerner Polizei simuliert Geiselnahme zu Übungszwecken

Eine Geiselnahme, eine Schussabgabe, eine verletzte Person. Anhand eines simulierten Szenarios übte die Luzerner Polizei am Mittwoch einen Sonderfall, um interne Abläufe zu prüfen und trainieren.

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Die Polizei rückte schwer bewaffnet aus, um die Geiseln in Nottwil zu befreien. (Bild: Luzerner Polizei)

Die Polizei rückte schwer bewaffnet aus, um die Geiseln in Nottwil zu befreien. (Bild: Luzerner Polizei)

(pd/lil) Am Mittwoch erreicht ein Notruf die Luzerner Polizei. Es ist eine Frau am Apparat. Ihre Tochter und deren Kinder seien in Gefahr: Der Schwiegersohn bedrohe seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder in einer Wohnung in Sempach. In der Folge entführt der Mann seine Frau und flüchtet quer durch die Luzerner Landschaft. Er taucht schliesslich im Gemeindehaus Nottwil auf – seiner Frau gelingt die Flucht. Der Mann nimmt stattdessen die Mitglieder des im Gemeindehaus tagenden Gemeinderat als Geiseln. Es kommt zu einer Schussabgabe. Eine Person wird verletzt.

Dieses Szenario bot am Mittwoch die Grundlage für eine Sonderübung der Luzerner Polizei. Es waren rund 150 Einsatzkräfte beteiligt, sowohl Polizisten als auch der Rettungsdienst und ein Armee-Helikopter. Dies teilt die Luzerner Polizei am Donnerstag mit. Der Zweck solcher Sonderübungen bestehe darin, anhand eines simulierten Ernstfalls die Einsatzführung zu prüfen und interne Abläufe zu trainieren:

«Ziel der Übung war es, die gültige Einsatzdoktrin in einer konkreten Sonderlage umzusetzen.»
Ein Polizist beobachtet die Lage. (Bild: Luzerner Polizei)

Ein Polizist beobachtet die Lage. (Bild: Luzerner Polizei)

Anstatt der Geiselnahme hätte auch ein anderes Ereignis Gegenstand der Übung sein können: So zum Beispiel ein Amoklauf, eine Entführung oder ein Terrorakt. 

Während der Übung sei es im Raum Sempach und Nottwil kurzfristig zu Verkehrsbehinderungen und Umleitungen gekommen. Die Luzerner Polizei danke der betroffenen Bevölkerung für das Verständnis und der Gemeinde Nottwil für das Entgegenkommen bei der Durchführung der Übung.

Insgesamt waren rund 150 Polizisten, Sanitäter und Angehörige der Armee im Einsatz. (Bild: Luzerner Polizei)

Insgesamt waren rund 150 Polizisten, Sanitäter und Angehörige der Armee im Einsatz. (Bild: Luzerner Polizei)