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Kolumne

Lozärner Usdröck: «Scheese»

Wer in der Schweiz einen Kinderwagen herum schiebt, nennt diesen kaum so, sondern eher «Scheese». Der Ursprung dieses Begriffes liegt nahe: nämlich in der französischen Sprache.
Simon Mathis

Heute kennen wir die «chaise» als Stuhl, die Entlehnung Scheese verweist allerdings auf eine zweisitzige, leichte Kutsche mit demselben Namen. Von einer solchen «chaise» ist auch der Weg zum schaukelnden Kinderwagen nicht mehr weit. Zu Jeremias Gotthelfs Zeiten (1797-1854) bemühte man noch die französische Schreibweise, zum Beispiel «Chaisli». Das ist heute eine Seltenheit.

Scheese kann noch eine zweite, weniger schmeichelhafte Bedeutung annehmen. Der Ausruf «Du dummi Scheese!» ist eine Beleidigung für Frauen, die dusselig daher kommen. In seinem Buch «Luzerner Typen in der Mundart» bezeichnet der Luzerner Journalist Hans Kurmann eine Scheese als «innerlich verlotterte Dame». Kurmann vermutet, dass die Scheese eine Abart von «Schnaus» sein könnte. Die Schnaus ist eine übermässig neugierige und naschhafte Frau. Womit wir den Bogen zu unserem letzten Wörtchen geschlagen hätten, dem Verb «schnöigge».

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