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Lehrabschluss in Luzern: Einen Meilenstein erreicht

Fast 95 Prozent der Luzerner Lehrlinge haben 2019 ihre Abschlussprüfungen bestanden. Und: Die Berufsmatura nach der Lehre wird immer attraktiver.
Fabienne Mühlemann
Die Polymechaniker feierten ihren Abschluss im Le Théâtre in Emmen. (Bild: Boris Bürgisser (Emmen, 4. Juli 2019))

Die Polymechaniker feierten ihren Abschluss im Le Théâtre in Emmen. (Bild: Boris Bürgisser (Emmen, 4. Juli 2019))

Endlich haben sie es geschafft: 3934 Lernende aus dem Kanton Luzern konnten in den vergangenen Tagen ihr Eidgenössisches Berufsattest (EBA) oder Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) sowie das Berufsmaturitäts-Diplom entgegennehmen. An über 40 festlichen Anlässen im ganzen Kanton feierten die Lernenden mit Familie und Angehörigen ihre bestandene Lehre.

Nur wenige Kandidaten müssen in einem Jahr nochmals zur Nachprüfung antraben, denn die Erfolgsquote liegt bei 94,48 Prozent. Im Vergleich zum letzten Jahr ist diese Quote gesunken (2018: 95,09 Prozent). Gleichzeitig holten 259 Jugendliche eine Ehrenmeldung – 13 mehr als im Vorjahr. Eine solche erhält man, wenn der Notenschnitt mindestens 5,4 beträgt.

Tendenz zu zweijähriger Lehre

Bedeutet das, dass sich die Schere immer weiter öffnet? «Nein, das würde ich nicht sagen», so Christof Spöring, Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung im Kanton Luzern. «Die Resultate hängen auch davon ab, wie sich die Schüler in den Klassen gegenseitig anspornen. 2017 hatten wir ein Spitzenjahr. Aber auch 2019 liegen wir im Streubereich vom definierten Ziel einer 94,5-prozentigen Erfolgsquote», so Spöring. Vier Schüler aus den Berufen Informatiker, Industriekeramiker, Landwirt und Winzer erreichten gar die Note 5,9.

Auffällig ist, dass in diesem Jahr rund 100 Lernende weniger die Lernzeit abschlossen als 2018. Laut Spöring ist diese Zahl vor allem demografisch bedingt. Es komme darauf an, wie viele Lernende eine zwei-, drei- oder vierjährige Lehre abgeschlossen haben und wie viele Erwachsene sich für die Prüfung anmelden. «Es gibt tendenziell eine Zunahme bei den zweijährigen Lehren, was von unserer Seite auch wünschenswert ist. Rund die Hälfte hängt danach noch eine verkürzte Lehre (EFZ) an», sagt Spöring. Gewünscht sei es in dem Sinn, als dass die Schüler, welche schulisch etwas schwächer sind, dadurch einen leistungsgerechten Einstieg in die Lehre haben und nicht überfordert sind.

Auch ältere Personen haben die Möglichkeit, einen Berufsabschluss nachzuholen. Dabei können sie freiwillig einen Vorbereitungskurs besuchen, was der Kanton sehr empfiehlt. Das Wissen kann aber auch im Selbststudium erworben werden. In diesem Jahr haben 91 erwachsene Personen die Abschlussprüfung geschrieben. Dabei sind gerade einmal 79,12 Prozent erfolgreich gewesen. Im Vergleich zu den Jüngeren eine hohe Durchfallquote. «Vor allem bei den Logistikern sind viele durchgefallen. Das hat unter anderem mit den hohen Anforderungen zu tun, auch weil einige Probleme mit der Sprache haben», sagt Spöring. Zudem würden nicht alle den Vorbereitungskurs besuchen. Zum Vergleich: 2018 traten 96 Personen zur Prüfung an, die Durchfallquote lag bei 14 Prozent.

Berufsmatura nach der Lehre wird attraktiver

Lernende können neben der Lehre berufsbegleitend eine Berufsmatura absolvieren. Eine Möglichkeit, die der Kanton mit diversen Kampagnen fördern will, da es grundsätzlich noch Potenzial für mehr Berufsmaturanden gebe. Die Statistik zeigt: Immer mehr Jugendliche wollen die Berufsmatura erst nach der Lehre im einjährigen Vollzeit- oder zweijährigen berufsbegleitenden Modell angehen. In diesem Jahr wurden 688 Berufsmaturanden – 29 weniger als 2018 – diplomiert. Spöring sieht einen Grund für den Trend beim Arbeitsaufwand für die Schüler. «Viele muten sich die Berufsmatura während der Lehre nicht zu, weil es streng sei.»

Aber auch die Betriebe sind dafür verantwortlich. «Vor allem im gewerblichen Bereich wird die Berufsmatura nicht so unterstützt, weil man dadurch weniger im Betrieb ist.» Durch das Absolvieren der Berufsmatura nach der Lehre sei die ganze Lernbelastung besser verteilt, dafür verdiene man beim Vollzeitmodell beispielsweise ein ganzes Jahr nichts.

Mehr zu den Lehrabschlüssen gibt es am Samstag in der grossen Beilage in unserer Zeitung.

Kaufmännischer Beruf am beliebtesten

Wie schon im vorderen Jahr ist auch 2019 der kaufmännische Beruf bei den Lehrabschlussgängern Trumpf. 696 Jugendliche absolvierten die Lehre als Kaufmann oder Kauffrau (B- oder E-Profil). Auch gesundheitliche Berufe wie Fachmann/frau Betreuung oder Fachmann/frau Gesundheit sind bei den Lernenden hoch im Kurs. 421 Jugendliche – davon 40 Männer – schlossen die Lehre darin ab. Weiter in der Rangliste der beliebtesten Berufe folgen Detailhandelsfachmann/frau, Elektroinstallateur, Logistiker und Landwirt. (fmü)

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