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Umstrittener Krienser Imam verhaftet und verhört

Der Imam, der in der Krienser Dar-Assalam-Moschee gepredigt haben soll, dass Frauen zur Disziplinierung geschlagen werden dürfen, wurde am Mittwoch festgenommen. Derweil distanziert sich die Islamische Gemeinde Luzern von der Predigt.
Roman Hodel
In der obersten Etage dieses Gewerbegebäudes in Kriens befindet sich die Moschee. (Bild: Jakob Ineichen, 9. Oktober 2019)

In der obersten Etage dieses Gewerbegebäudes in Kriens befindet sich die Moschee. (Bild: Jakob Ineichen, 9. Oktober 2019)

Polizisten sind am Mittwochmorgen in Ennetbürgen aufgekreuzt, haben den umstrittenen Krienser Prediger Abdulrahman O. festgenommen und dessen Wohnung durchsucht. Im Laufe des Tages konnte er der Luzerner Staatsanwaltschaft seine Version erzählen, wie der Tages-Anzeiger online am Mittwochabend berichtete. Diese wird keine Untersuchungshaft beantragen, womit der Iraker schon bald wieder auf freiem Fuss sein dürfte. Die Ermittlungen laufen aber dennoch weiter.

Abdulrahman O. soll an einer Predigt im August in der Krienser Dar-Assalam-Moschee die rund 60 Zuhörer dazu aufgefordert haben, ihre Ehefrauen bei widerspenstigem Verhalten mit Hilfe von Schlägen zu disziplinieren. Dies, wenn andere Massnahmen wie Gespräche oder das Verlassen des Ehebetts nichts nützten.

Die Staatsanwaltschaft hat deshalb am Montag eine Untersuchung eingeleitet (wir berichteten). Es handle sich um ein Offizialdelikt. Untersucht wird der Straftatbestand öffentlicher Aufruf zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Erstmals hat sich am Mittwochabend die Islamische Gemeinde Luzern zu dem Fall geäussert. Dabei handelt es sich um die Dachorganisation der wichtigsten islamischen Vereine in der Region Luzern, die die Moscheen betreiben. Auch die Krienser Dar-Assalam gehört dazu. «Die IGL lehnt jegliche Art von Gewalt ab. Wir distanzieren wir uns von Predigten mit Aufruf zu Verbrechen und Gewalttätigkeit», wird IGL-Präsident Petrit Alimi in einer Stellungnahme zitiert. Und weiter:

«Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet und wir warten die Ermittlungen ab. Wir Muslime von der IGL setzen uns ausschliesslich für das friedliche Zusammenleben ein. Sollte sich ein Straftatbestand erhärten, werden wir uns öffentlich abgrenzen.»

Wie es in der Stellungnahme weiter heisst, leistet die IGL alle Arbeit auf Freiwilligenbasis, unentgeltlich und die gemeinsame Sprache ist Deutsch. «Die Integration in der Schweiz beziehungsweise dem Kanton Luzern zu fördern, ist unser Ziel.» Dabei stünden sie vor Herausforderungen der Professionalisierung: «Beispielsweise empfehlen wir den Moscheen, Predigten im Vorfeld zu prüfen und diese mit Audioaufnahmen zu dokumentieren», so IGL-Präsident Petrit Alimi.

Auf nächste Woche hat die IGL eine Medienkonferenz angekündigt. Sie wird in den Räumen der Dar-Assalam-Moschee in Kriens stattfinden.

Gerne hätte unsere Zeitung auch mit dem Eigentümer der Liegenschaft gesprochen, in dessen oberstem Geschoss sich die Moschee befindet. Doch sowohl in seinem Geschäft wie auch bei ihm zu Hause hiess es, er sei die ganze Woche nicht erreichbar.

Der Hauseigentümer hatte sich bereits 2015, als die Dar-Assalam-Moschee ebenfalls wegen radikaler Botschaften des gleichen Predigers Abdulrahman O. in die Schlagzeilen geraten war, in unserer Zeitung geäussert. Damals sagte er:

«Die Leute wissen, wenn es Probleme gibt, fliegen sie raus.»

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