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Krematorium in Luzern: Mit neuen Ideen einen alten Ort beleben

Seit 14 Jahren ist das alte Krematorium der Stadt Luzern ungenutzt, das soll sich nun ändern. Stadt und die Stiftung Luzerner Feuerbestattung lancieren dazu eine öffentliche Ausschreibung. Personen und Organisationen mit guten Ideen sollen sich melden.
Sandra Monika Ziegler

Seit der Eröffnung des neuen Krematoriums im Jahr 2005 ist das alte Krematorium unbenutzt. Eigentümerinnen des Areals sind die Stadt Luzern und die Stiftung Luzerner Feuerbestattung. An der Medienorientierung vom Montag haben Stiftung und Stadt nun ihr aussergewöhnliches Projekt – die Neunutzung des Krematoriums – und die aktuell gestartete Ausschreibung präsentiert. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist von nationaler Bedeutung.

Mit der öffentlichen Ausschreibung wird eine Trägerschaft gesucht. Diese soll die Gebäude und das Areal mit einer öffentlichen Nutzung beleben. «Wichtig dabei ist, dem Kulturdenkmal und der Parkanlage angemessen Rechnung zu tragen, dass die Bevölkerung dadurch einen Mehrwert erhält», sagt Projektleiter Cornel Suter. Eine Disco oder ein Firmensitz schliesst er jedoch aus.

Der Architekt Albert Froelich hat den Kuppelbau in den Jahren 1922 - 1926 erbaut. Bild: Pius Amrein (Luzern, 15. April 2019)

Der Architekt Albert Froelich hat den Kuppelbau in den Jahren 1922 - 1926 erbaut.
Bild: Pius Amrein (Luzern, 15. April 2019)

Wenn ein Interessent zum Beispiel eine Stiftung mit gemeinnützigem Zweck ist, dann seien die Mieten mit einer Gebrauchsleihe wie beim Neubad vergleichbar und dementsprechend niedrig. Melde sich aber ein Interessent, der eine kommerzielle Nutzung vorhat, dann werden von ihm die marktüblichen Mieten verlangt, so Suter.

Mit einem Workshop im April vor einem Jahr, an dem an die 40 Personen teilgenommen haben, wurden erste Ideen präsentiert, erzählt Suter: «Da war von einem Friedenspark, klassischen Konzerten, einer gastronomischen Nutzung, von einem Museum oder auch einem Begegnungszentrum diverser Religionen die Rede.»

Der Tele1 Bericht zum Krematorium:

Die Ideen von Privaten oder Organisationen zu der zukünftigen Nutzung können nun bis zum 19. Juli schriftlich eingebracht werden. «Es ist auch durchaus denkbar, dass sich mehrere zusammentun und unter einer Trägerschaft aktiv werden», erklärt Stadtrat Adrian Borgula (Grüne).

Zwei Orgeln und 20 Parkplätze

Zur Nutzung gehören Nebenräume, zwei Orgeln, eine technische Anlage, 300 Stühle und über acht Hektaren grosse terrassenförmig angelegten Grünflachen mit altem Baumbestand, ergänzt Markus Ehrenberg, Präsident Stiftung Luzerner Feuerbestattung.

Das Gebäude besitzt zudem zwei Toiletten und 20 Parkplätze. Doch auf der Zufahrtsstrasse zum Kreamatorium besteht zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens ein Nachtfahrverbot. «Zwar scheint das Krematorium abgelegen, doch mit dem ÖV ist der Ort gut erschlossen und eine erholsame Oase», schwärmt Ehrenberg.

Eine grüne Oase mit freiem Blick auf den Pilatus

Das Areal des alten Krematoriums liegt eingebettet zwischen Reuss, Friedental und Rotsee. Der imposante zweigeschossige Kuppelbau mit den angrenzenden Gräberhallen wurde in den Jahren 1922 bis 1926 nach den Plänen des Schweizer Architekten Albert Froelich (1876-1953) gebaut. Zwischen den Oblichtfenster im Rundbau hat der Künstler Eduard Renggli 16 überlebensgrossen ockergelben allegorischen Figuren gemalt. Sie stellen männliche und weibliche Trauernde dar. Dass der katholische Kanton Luzern zu einem Krematorium kam, ist dem Engagement eines Initiativkomitees zu verdanken, das sich im Jahr 1902 formierte. Aus dem Komitee entstand drei Jahre später der Feuerbestattungsverein Luzern.

Das Krematorium war übrigens das Erste der Zentralschweiz. Und am 31. Dezember 1924 erfolgte mit der Kremation der sterblichen Überreste des Schweizer Literaturnobelpreisträgers Carl Spitteler die erste Kremation. Ab 1925 stand dann das Krematorium in Betrieb. Die Rahmenbedingungen für eine Neunutzung sind durch den kantonalen Denkmalschutz gegeben und müssen zonenkonform sein. Eine Jury wird bis zum 12. September entscheiden, der Luzerner Stadtrat im Oktober. Die Vertragsverhandlungen sind auf November geplant. (sam)

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