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Krähen zerstören Kerzen und Gräber auf dem Friedhof Friedental

Unerwünschte Vögel sorgen auf dem Friedhof Friedental derzeit für Ärger – die
Krähen lieben nämlich den Wachs der Grabkerzen. Die Friedhofsverwaltung ist weitgehend machtlos.
Fabienne Mühlemann
Krähen picken den Wachs aus den Grabkerzen. (Bild: PD)

Krähen picken den Wachs aus den Grabkerzen. (Bild: PD)

Der Friedhof Friedental ist mit 14 000 Gräbern auf rund 17 Hektaren der grösste in der Stadt Luzern. Er ist ein Ort der Ruhe und der Trauer, wo Personen den Verstorbenen gedenken können. Im Moment hat der im Jahr 1885 eingeweihte Friedhof aber mit einem tierischen Problem zu kämpfen. Denn Krähen haben es auf die Grabkerzen abgesehen.

«Die Vögel werfen die Kerzen auf den Gräbern um, entfernen mit dem Schnabel den Deckel und picken den Wachs aus den Behältern», erklärt Pascal Vincent, Leiter der städtischen Friedhöfe in Luzern. Manchmal würden die Vögel sogar den Plastik mit dem Schnabel durchbohren, um so an den Kerzenwachs zu gelangen. Clevere Tiere, diese Krähen.

Richtig ärgerlich wird es aber, wenn die Vögel die Kerzen schnappen und mit ihnen davonfliegen. «Irgendwann in der Luft lassen sie die Behälter fallen. So sind die Kerzen am Schluss überall auf dem Friedhof verteilt», führt Pascal Vincent aus. Die Friedhofsgärtner müssen dann aufwendige Arbeit leisten und den ganzen Abfall wieder zusammensammeln.

Auch Füchse verunstalten Gräber

Es komme auch vor, dass die Krähen die Gräber aufwühlen, weil sie nach Würmern suchen. «Dafür sind aber nicht ausschliesslich die Krähen verantwortlich, sondern unter anderem auch Füchse und andere Waldtiere.» Das Krähen-Problem besteht im Friedental schon länger. Doch etwa seit zwei Jahren hätten sich Rückmeldungen von Besuchern bei der Friedhofsverwaltung gehäuft. «Wir weisen die Leute dann auf die Krähen hin und erklären, dass die kaputten Grabkerzen und die aufgewühlten Gräber nichts mit Vandalismus zu tun haben. Wir können den Leuten dann auch Beweisfotos zeigen, dass Tiere für die zerstörten Grabkerzen verantwortlich sind und nicht Menschen», erläutert Pascal Vincent. Dann würden die Besucher jeweils viel Verständnis entgegenbringen.

Ein Fuchs klaute in der Nacht eine Grabkerze. (Bild: PD)

Ein Fuchs klaute in der Nacht eine Grabkerze. (Bild: PD)

Auf den anderen Friedhöfen in der Stadt Luzern sei das Problem mit den Krähen praktisch nicht vorhanden. Das liege vermutlich an der grossen Fläche des Friedental-Friedhofs und dem entsprechend grossen Angebot an Grabkerzen, wie Pascal Vincent meint.

Mitarbeiter sammeln Kerzen wieder ein

Doch was kann man gegen die Krähenplage unternehmen? «Es ist schwierig, die Vögel davon abzuhalten. Diese Krähen sind sehr intelligent und schnell. Sie in flagranti zu erwischen, ist beinahe unmöglich», erklärt Vincent. Die Mitarbeiter des Friedhofs würden einfach die verstreuten Behälter wieder einsammeln und sie entsorgen. «Das ist das Einzige, was wir aktiv dagegen tun», so der Leiter der städtischen Friedhöfe. «Natürlich ist es ärgerlich, wenn man eine neue Grabkerze kauft und diese eine Stunde nach dem Platzieren verschwunden ist.» Aber andererseits sei das eben die Natur. «Die Krähen gehen einfach den Weg des geringsten Widerstandes.»

Wer den tierischen Plage­geistern vorbeugen will, kann auf Wachskerzen verzichten und elektrische Grablichter verwenden. Diese haben LED-Leuchten und funktionieren mit Batterie. Sie haben allerdings den Nachteil, dass man sie nach Gebrauch nicht im normalen Abfall entsorgen darf. Im Friedhof Friedental gibt es daher neuerdings einen Container für Elektroschrott, in dem ausgediente Elektrokerzen entsorgt werden können.

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