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Junge Luzerner sind unberechenbare Wähler

Am kommenden Sonntag wählt das Luzerner Stimmvolk die letzten zwei Regierungsratskandidaten. Zünglein an der Waage könnten die Jungwähler sein.
Martina Odermatt

Niemand konnte am 31. März so ausgelassen jubeln wie die Grünen. Einerseits gewannen sie inklusive der Jungpartei acht Sitze im Kantonsrat hinzu, das ist ein Plus von fünf Prozent Wähleranteil. Anderseits holte ihre Regierungsratskandidatin Korintha Bärtsch 42946 Stimmen und liess damit ihre Mitstreiter Jörg Meyer (SP) sowie Marcel Schwerzmann (parteilos, bisher) hinter sich.

Der Grund für den Erfolg schrieb man zu Beginn auch den Jungen zu. Mit den Klimastreiks in der Stadt – mehrheitlich durchgeführt von Schülern – erreichte die grüne Welle auch Luzern. Sie hatten nach Zwangsferien und Klimadebatte zudem genug vom aktuellen politischen Kurs, wollten das Zepter selber in die Hand nehmen. Oder doch nicht?

Ein Blick in die Zahlen von Lustat Statistik Luzern offenbart anderes. Auch wenn die Stadt Luzern die einzige Gemeinde im Kanton ist, welche die Wahlbeteiligung nach Alter aufsplittet, lassen sich Aussagen zum Wahlverhalten tätigen. Die Wahlbeteiligung in der Stadt Luzern etwa lag am 31. März bei 40,4 Prozent. Die jüngsten Wähler (18 bis 19 Jahre) machten 26,7 Prozent aus. Die 20- bis 29-Jährigen 29,1 Prozent und die 30- bis 39-Jährigen immerhin 36,3 Prozent. Die grösste Wählerschaft waren die 60- bis 79-Jährigen.

Entwicklung Wahlbeteiligung Stadt Luzern 2015 / 2019

Stimmbeteiligung 2015 (in Prozent)
Stimmbeteiligung 2019 (in Prozent)
0204060Generelle Wahlbeteiligung18-19 Jährige20-29-Jährige30-39-Jährige40-59-Jährige60-79-Jährige80 Jahre und mehrAlter

Bei den Wahlen im 2015 sah dies anders aus. Damals lag die allgemeine Stimmbeteiligung bei mageren 34 Prozent. Es konnten aber besonders viele Junge mobilisiert werden. 35,7 Prozent der Wählenden waren 18 oder 19 Jahre alt. Bei den 20- bis 29-Jährigen waren es immerhin noch 27 Prozent. Bei den 30- bis 39-Jährigen schrumpfte die Beteiligung auf 23,9 Prozent. Wie lässt sich diese Schwankung erklären?

«Ganz junge Wählerinnen und Wähler lassen sich bei Wahlen weniger leicht mobilisieren»,

sagt Politik-Experte Iwan Rickenbacher. Generell gelte: Bei Wahlen mobilisiere die SVP ihren Anhang am besten, gefolgt von SP und CVP. Gemessen an Daten der eidgenössischen Wahlen 2015 hätten Grüne und Freisinnige in diesem Bereich noch Potenzial.

Mobilisierung über Sachthemen, nicht Partei

Die Mobilisierung junger Wähler finde vorwiegend über Sachthemen statt, sagt Rickenbacher. Denn: Junge stünden den Parteien noch nicht sehr nahe, da die Kandidierenden meist einiges älter seien als die Wähler. Heisst: Junge haben ein anderes Wahlverhalten als ältere Wähler: «Der Wahlentscheid wird beeinflusst durch das Image einer Partei, durch deren Positionierung in den als wichtig erachteten Sachthemen und durch die Wahrnehmung der Kandidierenden.»

Trendwende könnte anhalten

Die Wahlbeteiligung ist im Kanton Luzern jeweils eine volatile Angelegenheit. 2007 lag sie bei 44,8 Prozent. Im Jahr 2011 sank sie auf 43,5 Prozent. Den Tiefpunkt erreichte man im Jahr 2015 mit einer Wahlbeteiligung von 38,7  Prozent. Nun ist erstmals wieder ein Aufwärtstrend feststellbar: 41,5 Prozent der Stimmbevölkerung legte im März einen Wahlzettel ein. Ist die Talsohle also überwunden? Politik-Experte Iwan Rickenbacher schätzt, dass besonders die Diskussion um die Prämienverbilligung mobilisiert hat: «Sie hat viele Wähler im Kanton Luzern motiviert, den politischen Kurs stärker mitzubestimmen.» Die Stimmbeteiligung könnte sich im zweiten Wahlgang gar steigern, denn: Neben der Wahl von Regierungsräten finden auch kantonale und nationale Abstimmungen statt. «Abstimmungen sind für Wählende attraktiver als Wahlen, weil die Sachfragen oft direkt mit den Lebenssituationen der Menschen verknüpft sind», sagt Rickenbacher. (mod)

Wahlbeteiligung im Kanton Luzern

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