Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Jörg Meyer lässt Grünen den Vortritt

Die SP verzichtet auf die Teilnahme am zweiten Wahlgang. Grund ist der knappe Vorsprung der Grünen Korintha Bärtsch auf SP-Kandidat Jörg Meyer am Sonntag. Der linke Regierungssitz sei wichtiger als eine Vertretung der SP.
Roseline Troxler
Die SP-Parteispitze mit David Roth (links), Priska Lorenz und Jörg Meyer informiert im Café Meyer die Medien. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 1. April 2019))

Die SP-Parteispitze mit David Roth (links), Priska Lorenz und Jörg Meyer informiert im Café Meyer die Medien. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 1. April 2019))

Nach den Wahlen vom Sonntag ist vor dem zweiten Wahlgang. Kaum haben die Parteileitungen von SP und Grünen die Feiern verdaut, gilt es, die Strategie für den 19. Mai festzulegen.

Dann der Paukenschlag: Am Montagmittag kündigte die SP kurzfristig eine Pressekonferenz an. Dort verkündet Parteipräsident David Roth: «Wir sind in der Parteileitung einstimmig zum Schluss gekommen, auf eine erneute Kandidatur zu verzichten.» Unter den gegebenen Voraussetzungen mache es «aufgrund der engen Partnerschaft mit den Grünen Sinn, auf eine Einerkandidatur zu setzen. Deshalb ist die SP als Partnerin zu diesem Verzicht bereit.» Somit tritt Jörg Meyer (Adligenswil) nicht mehr an. Die Parteileitung beantragt den Delegierten der SP heute, die Stadtluzernerin Korintha Bärtsch zu unterstützen.

SP hat drei Szenarien intensiv diskutiert

Laut Roth wurde seit Sonntagabend intensiv diskutiert. Andere Parteien hätten keinen Einfluss auf den Entscheid gehabt. Für die SP seien drei Möglichkeiten im Vordergrund gestanden: eine Einerkandidatur mit Korintha Bärtsch, eine mit Jörg Meyer oder eine Zweierkandidatur der Linken. Zu Letzterer meint Roth: «Auf dem Wahlzettel vom 19. Mai gibt es zwei Linien. Dieses Szenario war für uns ein grosser Diskussionspunkt. Schliesslich hätte auch die SP einen klaren Anspruch.»

Roth verweist auf das «hervorragende Resultat von Jörg Meyer». Mit 42'546 Stimmen lag er nur um 400 hinter Bärtsch. Dennoch sagt er:

«Unser Hauptziel ist eine linke Vertretung in der Regierung. Hier galt es für uns, die Chancen abzuwägen.»

Bereits im Vorfeld haben die linken Parteipräsidenten angekündigt, jenen Kandidaten zu unterstützen, der im ersten Wahlgang besser abschneidet. Dazu sagt Grüne-Präsident Maurus Frey: «Das war bis anhin Usus, und wir haben diese Abmachung auch schriftlich festgehalten.» Anders tönt es bei Roth: «Ein entsprechendes Papier habe ich nie gesehen.»

Jörg Meyer sagt an der Pressekonferenz:

«Der Entscheid war für mich persönlich kein leichter. Er ist der politischen Vernunft geschuldet.»

Die Empfehlung an die Delegierten sei gemeinsam abgewogen worden. Meyer betont: «Ich bin sehr stolz über mein äusserst gutes Resultat und den historischen Wahlsieg der Partei.» Den knappen Unterschied bei der Stimmenzahl gelte es, zu respektieren. Meyer sagt, er habe auch bei den Bürgerlichen auf Unterstützung zählen dürfen. Ob die Frauenvertretung oder die grüne Welle dazu geführt haben, dass Bärtsch mehr Stimmen holte, könne er nicht beurteilen.

Zur Frage, ob die SP mit einer Kandidatin die Nase vorne hätte, sagt Roth. «Wir haben uns für Jörg Meyer entschieden, weil er einen grossen Leistungsausweis hat und bis ins bürgerliche Lager hinein unterstützt wird.» Im Vorfeld der Ankündigung wurde gemunkelt, die SP könnte Meyer durch eine Kandidatin austauschen. Dazu Roth: «Dies wäre bei seinem guten Resultat absurd.» Doch hat es die SP verschlafen, intern Frauen zu fördern? Vizepräsidentin Priska Lorenz verweist auf die Wahl von vier neuen Frauen in die Kantonsratsfraktion. Der Tatbeweis der Frauenförderung werde laufend erbracht.

David Roth: «Es wird Diskussionsbedarf geben»

Am Dienstag entscheiden die Delegierten der SP über den Antrag der Parteileitung. Roth: «Es wird Diskussionsbedarf geben.» Doch die Basis werde Verständnis haben, «auch wenn wir rational gesehen Anspruch auf einen Sitz in der Regierung hätten». Die SP hat bei einer Wahl der Grünen denn auch eine klare Forderung. «Wie das mit SP-Regierungsräten üblich war, verlangen wir von den Grünen, unsere Themen aufzunehmen», sagt Meyer, der sich auch künftig im Kantonsrat engagieren will. Er hält die Wahlchance von Bärtsch für intakt:

«Der Unmut der Bevölkerung über die bisherige Regierung wird bis im Mai nicht verflogen sein.»

Ist für Meyer ein Regierungsratsmandat nun ganz vom Tisch? Meyer sagt: «Wir werden sehen, ob in vier Jahren wieder schönes Wetter ist.»

Nun stellt sich die Frage, wen die CVP unterstützt. Parteipräsident Christian Ineichen betonte bereits am Montagmorgen die Konkordanz: «Der Anspruch der Linken wie auch der SVP ist für die CVP unbestritten.» Auch die FDP entscheidet am Dienstag über ihre Taktik. Die SVP folgt am Mittwoch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.