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Kanada-Schweizer zu Gast am Heirassa: «Ich träume auf Obwaldnerisch»

Emmanuel Gasser wohnt rund 6500 Kilometer von Weggis entfernt. Dass der kanadisch-schweizerische Doppelbürger Tänze von Obwaldner Komponisten spielt, hat einen Grund.
Monika van de Giessen
Die Musik ist die Verbindung zur «alten Heimat»: der Schweiz-Kanadier Emmanuel Gasser. Bild: Roger Grütter (Weggis, 31. Mai 2019)

Die Musik ist die Verbindung zur «alten Heimat»: der Schweiz-Kanadier Emmanuel Gasser. Bild: Roger Grütter (Weggis, 31. Mai 2019)

Am 15. Heirassa-Festival, das an diesem Wochenende stattfindet, gab’s Besuch aus Kanada vom Akkordeonisten Emmanuel Gasser. Gasser? Das muss doch ein Obwaldner sein. Und tatsächlich: Seine Eltern, Franz und Barbara Gasser-Wettstein, wanderten vor 32 Jahren vom Riedli in Sarnen nach Sudbury, nördlich der kanadischen Metropole Toronto aus, um auf 450 Hektaren Land einen eigenen Milchwirtschaftsbetrieb zu führen. «Meine Eltern träumten seit jüngster Kindheit davon, einmal einen eigenen Bauernhof zu bewirtschaften», verrät der Kanadier mit Obwaldner Wurzeln.

Ist Gasser mehr Schweizer oder mehr Kanadier? «Ich bin ganz einfach ‹dr Emmanuel›. Da wir zu Hause immer in Obwaldner Dialekt kommunizieren, denke und träume ich auch immer auf Obwaldnerisch». Das musikalische Talent hat Emmanuel Gasser wohl eher von seiner Mutter geerbt, die Flöte, Klarinette, Klavier und Akkordeon spielt. «Mein Vater ‹spielt› Langspielplatten, Tonbändli, CDs und Radio», verrät Gasser. Er sei aber ein guter Schwinger. Was vermisst der Doppelbürger in Kanada am meisten? «Schwingfeste, Älplerchilbis, Rivella und Magenbrot.»

Musikunterricht via Skype

Emmanuel Gasser ist ein musikalisches Multitalent. Er ist Landwirt, Kirchenorganist, Komponist und Musiklehrer. Nebenbei repariert und stimmt er Akkordeons und Klaviere. Kanada ist das Land mit den grossen Distanzen und den endlosen Weiten. So kann es schon mal vorkommen, dass die Musikschüler nicht zu ihm nach Sudbury kommen, sondern via Skype am Akkordeon unterrichtet werden. Er kennt sie alle, die Cracks der schweizerischen Ländlermusikszene. Walter Grob, Willi Valotti, Noldi Burch, Sepp Bucheli, Walter und Clemens Gerig sowie Hans Della Torre sind seine grossen Vorbilder. Aber auch der Jodelgesang hat es ihm angetan. Gasser sagt:

«Ich wünschte mir immer, dass ich einmal so wunderschön jodeln könnte wie der Sarner Robi Britschgi oder der unvergessliche Ruedi Rymann aus Giswil.»

Ein grosser Traum ging mit dem Engagement am Heirassa-Festival in Erfüllung. Gasser sagt, dass er sich geehrt fühle, an diesem speziellen Anlass auftreten zu dürfen. Der Akkordeonist absolvierte verschiedene Universitäts-Musikkurse und studierte klassische Komposition. Aus seiner Feder stammen rund 50 Kompositionen. Die Verschiedenheit und Vielseitigkeit seiner Kompositionen umfasst volkstümliche, klassische, kirchliche und Unterhaltungsmusik. Der Kanada-Schweizer ist mehrfacher, preisgekrönter Sieger in zahlreichen internationalen Akkordeon-Wettbewerben.

Seine musikalische Begabung wurde durch die vielen volkstümlichen Traditionen im Elternhaus bereichert und liebevoll gepflegt. Als 10-Jähriger hatte er bereits 12 Eigenkompositionen geschrieben. Von seinen Zuhörern wurde er deshalb auch «Der kleine Mozart von Sudbury» genannt. Armin Della Torre aus Kerns gab dem Heirassa-Organisationskomitee den entscheidenden Tipp und machte Emmanuel Gasser dem Akkordeonvirtuosen und OK-Mitglied des Heirassa-Festivals, Willi Valotti, bekannt. Valotti bestätigt, dass er dem jungen Akkordeonisten aus Kanada vor einem Jahr bei ihm zu Hause in Nesslau SG einige Tipps mit auf dem Weg gegeben habe. Gasser seinerseits freut sich auf das Zusammenspiel mit seinem Vorbild Willi Valotti. «Ich bin überglücklich und freue mich wie ein ‹Maiechäfer›». Er fühle sich geehrt, dass er sich an diesem speziellen Festival mit anderen Musikern austauschen dürfe. Zudem freue er sich auf die wunderschöne Schweiz mit all den eindrücklichen Bergen und darauf, alte Freunde zu treffen und neue Freundschaften zu schliessen. «Neben der Musik freue ich mich ganz speziell auch auf das gute Schweizer Essen, speziell auf Wurst und Käse».

Das Heirassa-Festival, das heuer zum 15. Mal über die Bühne geht, erinnert an den legendären Weggiser Komponisten und Musiker Alois Schilliger (1924-2004). Schilliger war unter anderem Komponist der bekannten Heirassa-Polka und Mitbegründer der Ländlerkapelle Heirassa.

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