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Horwer Altersheim setzt Tariferhöhung aus – nach Druck von aussen

Trotz Versprechen, die Heimtaxen bis 2022 nicht zu erhöhen, wollte die Kirchfeld AG per 1. Mai eine neue Taxordnung einführen. Nach mehreren Rückmeldungen und Druck von politischer Seite krebst der Verwaltungsrat zurück – zumindest für ein Jahr.
Natalie Ehrenzweig
Das «Kirchfeld – Haus für Betreuung und Pflege» aus der Vogelschau. (Bild: Pius Amrein, Horw 19. Februar 2018)

Das «Kirchfeld – Haus für Betreuung und Pflege» aus der Vogelschau. (Bild: Pius Amrein, Horw 19. Februar 2018)

Vor gut einem Jahr stimmte die Horwer Bevölkerung über die Überführung des «Kirchfeld – Haus für Betreuung und Pflege» in die gemeinnützige Kirchfeld AG ab. Den Stimmberechtigten wurde in den Abstimmungsinformationen und an verschiedenen Anlässen versprochen, dass die Taxen bis 2022 nicht erhöht wurden. Allen Versprechungen zum Trotz bekamen Mitte März die Angehörigen der Heimbewohner einen Brief, in dem informiert wurde, dass auf den 1. Mai eine neue Taxordnung in Kraft trete.

In einer dringlichen Motion, die am 26. April eingegangen ist, hält Einwohnerrätin Nathalie Portmann (L20) fest, dass es sich um die Erhöhung der Ein- und Austrittspauschalen und um eine Tariferhöhung für die Demenzabteilung Lindengarten handle. Der Vorstoss fordert den Horwer Gemeinderat auf, seine Abstimmungsversprechen zu halten und die neue Taxordnung nicht zu akzeptieren. Fakt ist: Am 1. Mai ist diese neue Taxordnung noch nicht in Kraft getreten. Marco Müller, Geschäftsleiter der Kirchfeld AG, sagt dazu:

«Aufgrund mehrerer Rückmeldungen von Angehörigen sowie der Motion ging der Verwaltungsrat nochmals über die Bücher.»

Die Abstimmungsversprechungen basierten laut Müller damals auf einer langfristigen Finanzplanung. »In dieser Planung ging man von einer viel besseren Auslastung und einem jährlichen Gewinn aus. Aktuell sieht sich das Kirchfeld mit einer tiefen Auslastung und Verlusten für die Jahre 2018 und 2019 konfrontiert, das werden auch die Rechnung 2018 und das Budget 2019 zeigen, die im Mai veröffentlicht werden.»

Die Tariferhöhung für die Demenzabteilung sei beschlossen worden, um die hohe Qualität des Angebotes zu halten. «Doch am Mittwochabend hat der Verwaltungsrat entschieden, diese Erhöhung mindestens für dieses Jahr auszusetzen und erst in die politische Diskussion zu gehen», sagt Müller. Die Kirchfeld AG müsse gemäss Eigentümerstrategie, welche vom Einwohnerrat bewilligt wurde, ein ausgeglichenes Unternehmensergebnis erzielen und sich bei den Tarifen am Durchschnitt der umliegenden Gemeinden orientieren. «Das Kirchfeld ist bislang die einzige Institution, welche keinen Betreuungszuschlag für die spezialisierte Demenzabteilung verrechnet», so Müller.

Gespräch mit Motionären geplant

Bezüglich Anpassung der Ein- und Austrittspauschale sagt er, dass die Depotgebühr dem Bewohner beim Austritt wieder gutgeschrieben werde und dies lediglich eine Sicherheit für die Institution sei, analog einem Mitzinsdepot.» Es gelte jetzt, einen guten Weg zu finden. Man könne sich zwar auf die Position stellen, dass versprochen wurde, dass die Tarife nicht vor 2022 erhöht würden. Dies würde jedoch nicht der veränderten finanziellen Lage des Heims mit der tieferen Belegung entsprechen. «Am Montag werden die Motionsunterzeichner und ich uns zu einem Gespräch treffen», sagt der Geschäftsleiter.

Nathalie Portmann hat sich bereits vor der Abstimmung gegen die Umwandlung in eine AG gewehrt: «Mit den Versprechen bezüglich der Taxordnung und weil der Prozess gut und transparent gelaufen ist, war ich zuversichtlich, doch jetzt kommt diese neue Taxordnung.» Diese sei online aufgeschaltet und aufgrund dieser habe sie ihre Motion eingereicht. Jetzt müsse man in die Diskussion einsteigen, der Verwaltungsrat müsse sich erklären. Portmann:

«Ich möchte, dass die Bewohner nicht stärker finanziell belastet werden und dass die Versprechen aus der Abstimmungsbotschaft eingehalten werden».

Spätestens an der nächsten Sitzung des Einwohnerrats am 25. Mai wird sich zeigen, ob eine Lösung gefunden wurde, die den Verwaltungsrat wie die Motionsschreiberin zufriedenstellt.

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