Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Geburtsstunde des Frauennetzes: In Neuenkirch fusionieren die beiden Frauenvereine

Der Frauenbund und der Gemeinnützige Frauenverein schliessen sich zum «Frauennetz» zusammen. Die Fusion hat aber auch ihren Preis: Beide geben dadurch eine jahrzehntelange Eigenständigkeit auf.
Ernesto Piazza
So präsentiert sich das Leitungsteam des neu gegründeten Frauennetzes in Neuenkirch (von links): Simone Schmid, Monika Bürkli, Sandra Odermatt und Heidi Wigger. (Bild: Manuela Jans-Koch (2. Mai 2019))

So präsentiert sich das Leitungsteam des neu gegründeten Frauennetzes in Neuenkirch (von links): Simone Schmid, Monika Bürkli, Sandra Odermatt und Heidi Wigger. (Bild: Manuela Jans-Koch (2. Mai 2019))

In Neuenkirch bündeln die Frauen ihre Kräfte. Der Frauenbund und der Gemeinnützige Frauenverein haben sich für eine gemeinsame Zukunft entschieden. Die beiden historisch gewachsenen Vereine blicken je auf eine über 100-jährige Vergangenheit zurück. Durch die Fusion wird die neue Organisation nun mehr als 650 Mitglieder umfassen. Heute Abend treffen sich die Mitglieder im Pfarreiheim Neuenkirch zur Gründungsversammlung.

«Gemeinsam erreichen wir mehr», begründet Ursi Bucher, Co-Präsidentin des Frauenbundes, den Schulterschluss. Und das Frauenverein-Mitglied Monika Bürkli – sie war Vorsitzende des Fusionsteams und nimmt künftig auch Einsitz im neuen Leitungsteam – sieht dies genauso. Man habe die Zeichen der Zeit erkannt, sind sich die beiden einig. Knapp zwei Jahre haben sich die Vereine Zeit gelassen, um den Zusammenschluss vorzubereiten und schliesslich zu vollziehen.

Gemeinschaftswerk legte Grundstein für Spitex

2016 feierte der Frauenbund noch sein 100-Jahr-Jubiläum. Gegründet wurde die Sektion Neuenkirch seinerzeit mit etwa 100 Frauen und Töchtern. Marie Muff-Muff war die Gründungspräsidentin. «Die ersten Jahre standen im Zeichen des Bestrebens, frauliche Aufgaben in erzieherischer, religiöser und hauswirtschaftlicher Sicht zu lösen und wohltätige Handlungen zu fördern», steht in der Jubiläums-Chronik. So sei bereits an der Gründungsversammlung zur Spende von Obst und Gemüse für die Soldaten aufgerufen worden. In dieser Zeit tobte der 1. Weltkrieg. Weissnäh- und Glättekurse waren damals äusserst beliebt. Nach der Ausbildung konnte man die Arbeiten an einem Sonntag im grossen Löwensaal in Neuenkirch jeweils besichtigen.

Doch die Tätigkeit des Frauenbundes bezog sich nicht nur auf typisch «frauliche Aufgaben»: 1978 entstand in einem Gemeinschaftswerk zwischen dem Frauenverein und dem Frauenbund der «Verein für Familienhilfe und Krankenpflege». Damit war der Grundstein für die heutige Spitex gelegt. Als etwas früher, im Jahre 1971, das Frauenstimmrecht angenommen wurde, stiess die eidgenössische Vorlage beim Frauenbund auf breite Zustimmung. Im 2. Weltkrieg beschäftigte er sich auch mit der Interniertenfürsorge und der Wehrmannsunterstützung.

Während über 100 Jahren 13 Präsidentinnen erlebt

Der Gemeinnützige Frauenverein wurde 1889 gegründet. Das erste Protokollbuch begann mit folgenden Worten: «Am 10. März wurden die Mitglieder eingeladen zur Berichterstattung, wobei provisorische Statuten abgelesen und von den Anwesenden unterzeichnet wurden.» Diese besagten unter anderem, dass die «hülfsbedürftigen» Kinder der Arbeitsschule mit den nötigen Arbeitsstoffen zu versehen seien und «der Arbeitsschule in Verbindung mit der Aufsichtskommission die grösste Aufmerksamkeit zu schenken ist». In der Folge entwickelte sich der Verein – und mit ihm auch deren Angebote. So wurde beispielsweise auch die Brockenstube ins Leben gerufen. Im Protokoll vom 24. August 1971 steht: «Vorwärts sollte es jetzt gehen mit der Brockenstube, sonst müssen wir das Lokal der Gemeinde abgeben.» Während seines über 100-jährigen Bestehens erlebte der Frauenverein 13 Präsidentinnen.

Führung besteht aus vierköpfigem Leitungsteam

Ein Zusammenschluss der beiden Vereine war schon einige Male ein Thema - so beispielsweise vor 15 Jahren. Damals sei die Zeit aber noch nicht reif gewesen, weiss Ursi Bucher. Oder etwa vor vier Jahren. «Da war der Frauenbund ein wenig der Bremsklotz. Der Verein wollte das 100-Jahr-Jubiläum noch eigenständig begehen», begründet die Co-Präsidentin.

«Es tut gut, dass wir nun zusammenkommen und die beiden Vereinskulturen verbinden können», sagt Monika Bürkli.

Bereits jetzt haben die beiden Vereine gemeinsame Punkte im Jahresprogramm und unterstützen sich.

Künftig besteht die Führung aus einem vierköpfigen, paritätisch zusammengestellten Leitungsteam. «Damit verkleinern wir die Führung personell und haben dadurch auch kurze Wege», sieht Monika Bürkli einen grossen Vorteil in diesem Schritt. Die Vermögen beider Vereine werden zusammengeführt. Buchhalterisch wird die Fusion rückwirkend auf den 1. Januar 2019 vollzogen. Der Name «Frauennetz» solle mit dem «Netz» auch eine reelle Verbindung zwischen Frauen in der vermehrt digitalisierten Welt symbolisieren, sagt Bürkli.

Ab 2020 erscheint nur noch ein Programm. Darin werden für die Pflege sozialer Kontakte auch wieder gesellschaftliche Anlässe wie Ausflüge, ein gemeinsamer Kinoabend oder der allmonatliche Senioren-Mittagstisch Platz finden. «Solche Anlässe stossen auf viel Resonanz», so Ursi Bucher. Mit eingebunden beim Programm sei auch die lose Organisation des Familientreffs. Mit der Fusion gebe es bei der Frage «wer gehört wohin?» ebenfalls keine Verwirrung mehr.

«Künftig treten die Neuenkircher Frauen mit einer Stimme auf.»


Hinweis: Die Gründungsversammlung des Frauennetzes ist am 3. Mai um 19 Uhr im Pfarreiheim Neuenkirch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.