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Erster Schwung für Willisauer Ringer und Schwinger in neuen Räumen

Am Samstag wird das neue Ringer- und Schwingerzentrum in Willisau offiziell eröffnet. Gross sind nicht nur die Trainingshallen, die zu den grössten des Landes zählen. Gross ist auch der Stolz der beiden Clubpräsidenten.
Alexander von Däniken
Schwingklub-Präsident Ruedi Stadelmann (links) und Ringerclub-Präsident Markus Odermatt. (Bild: Eveline Beerkircher, Willisau, 2. Mai 2019)

Schwingklub-Präsident Ruedi Stadelmann (links) und Ringerclub-Präsident Markus Odermatt. (Bild: Eveline Beerkircher, Willisau, 2. Mai 2019)

Die Abendsonne scheint auf die 260 Quadratmeter grosse Sägemehlfläche. Auf dieser trainieren seit einer halben Stunde 20 Kinder, eine Handvoll Eltern schaut von einer kleinen Tribüne aus zu. An der Wand gegenüber der Fensterfront hängen 100 neue Schwingerhosen. Noch vor ein paar Monaten wären sie im Dunst des Schweisses verschwunden.

Wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung des neuen Ringer- und Schwingerzentrums in Willisau führen Markus Odermatt, Präsident des Ringerclubs Willisau Lions, und Ruedi Stadelmann, Präsident des Schwingklubs Wiggertal, unsere Zeitung durch ihr neues Reich. 1,9 Millionen Franken hat es die Gemeinde gekostet, die Vereine steuerten eine weitere halbe Million bei. Eingerechnet sind unzählige Arbeitsstunden, welche die Vereinsmitglieder unentgeltlich in den Innenausbau investiert haben.

Schwünge werden über Video analysiert

Das Resultat kann sich sehen lassen. Die Schwingerhalle ist nicht nur hell und gut belüftet, sie verfügt auch über einen kleinen Kraftraum und ein Videosystem, über welches sich die Schwünge analysieren lassen. «Wir haben hier optimale Trainingsbedingungen», sagt Schwingclub-Präsident Ruedi Stadelmann, der das neue Zentrum vor sieben Jahren initiiert hat.

Im Erdgeschoss befinden sich neben der Schwingerhalle mit 130 Kubikmetern Sägemehl auch Garderoben, zu denen ausschliesslich die Schwinger Zugang haben. Anders beim Zwischengeschoss: Hier sind die Garderoben öffentlich zugänglich: Eine separate Tür führt direkt zu den Aussensportplätzen. In einer Garderobe ist eine Sauna integriert. «Hier können unsere Ringer die letzten Kilos wegschwitzen», sagt Ringerclubpräsident Markus Odermatt.

Das eigentliche Ringerreich ist im Obergeschoss. Auch hier gibt es ein Büro und Trainingsmaschinen. Das Herzstück ist die 286 Quadratmeter grosse Ringerhalle mit einer eigens angefertigten Matte. Diese wird auch von Kindergärtlern und Primarschülern genutzt, wie Odermatt erklärt.

Aus Sportlern wurden Handwerker

Während der Führung ist den Clubpräsidenten der Stolz anzusehen. Dieser gilt nicht nur den Trainingshallen, die zu den grössten des Landes zählen. Er gilt auch den Vereinsmitgliedern. «Uns kam sehr gelegen, dass wir Schreiner, Zimmermänner und Elektriker in unseren Reihen haben», sagen Odermatt und Stadelmann unisono. Stolz sind die beiden auch auf den Willisauer Stadtrat und die ganze Bevölkerung. Stadelmann sagt:

«Der Stadtrat hat uns von Anfang an super unterstützt. Und dass die Stimmbürger dem Kredit mit keiner Handvoll Gegenstimmen zugestimmt haben, ist phänomenal.»

Odermatt fügt an, dass das Projekt niemals zu Stande gekommen wäre, wenn beide Clubs nicht zusammengespannt hätten.

Diese Verbundenheit ist nicht selbstverständlich, da die Sportarten unterschiedlich aufgestellt sind: Schwingen ist Nationalsport und seit einigen Jahren extrem populär – Ringen ist olympisch, hierzulande aber eine Randsportart. Unterschiede gibt es auch bei den örtlichen Vereinen. Der Schwingclub Wiggertal hat 450 Mitglieder, davon 60 Junioren und 50 Aktive. Der Ringerclub Willisau zählt 263 Mitglieder, davon 50 Junioren und 40 Aktive.

Die starke Verankerung in der Bevölkerung und der Zusammenhalt der Vereine haben dem neuen Zentrum zum Durchbruch verholfen, sind Odermatt und Stadelmann überzeugt. Gefeiert wird dies in erster Linie am kommenden Samstag. Für den Schwingclub ist das nur der Auftakt: Der Verein feiert das 100-Jahr-Jubiläum und veranstaltet vom 31. Mai bis am 2. Juni auch das 100. Kantonale Schwingfest. «Das wird ein riesiges Fest», freut sich Ruedi Stadelmann, und blickt aus einem Fenster des Zentrums auf den Fussballplatz, wo bald Wenger Kilian und Wicki Joel in den Ring steigen werden.

Hinweis: Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 11. März, ab 10.30 Uhr im neuen Ringer- und Schwingerzentrum im Schlossfeld Willisau statt.

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