Emmen: Drei FDPler streben das Gemeindepräsidium an

FDP-Sozialdirektor Thomas Lehmann hat Ambitionen, Gemeindepräsident zu werden. Die Leitung der Emmer FDP schickt zudem Thomas Dürger und Ramona Gut-Rogger ins Rennen um die Nachfolge von Rolf Born.

Stefan Dähler
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Die Aspiranten der FDP (von links): Thomas Dürger, Thomas Lehmann und Ramona Gut-Rogger. (Bild: PD)

Die Aspiranten der FDP (von links): Thomas Dürger, Thomas Lehmann und Ramona Gut-Rogger. (Bild: PD)

Die Emmer FDP lässt die Katze aus dem Sack. Die Parteileitung schlägt drei Personen für die Nachfolge von Gemeindepräsident Rolf Born vor, der per 1. September zurücktritt. Thomas Dürger (48) oder Ramona Gut-Rogger (37) sollen für die FDP den Sitz im Gemeinderat verteidigen. Beide kommen auch für das Präsidium in Frage – neben dem bisherigen FDP-Gemeinderat Thomas Lehmann (58), der ebenfalls Ambitionen fürs Gemeindepräsidium hat. 

Ziel der FDP ist, mit je einer Person für das Gemeindepräsidium und auch für den frei werdenden Sitz im Gemeinderat anzutreten. Wer nominiert wird und wer ausscheidet, entscheidet die Parteiversammlung am 26. Juni. Die Parteileitung lässt der Versammlung also die Wahl. «Wir sind von den drei Kandidierenden überzeugt und wollen ihnen alle die gleiche Chance geben», sagt FDP-Präsident Martin Birrer. Das sei keinesfalls gegen den bisherigen Gemeinderat Thomas Lehmann gerichtet. Birrer:

«Wir sind stolz auf diese Auswahl, wir können drei Personen mit völlig unterschiedlichem Hintergrund präsentieren.»

In der Tat präsentiert die Parteileitung eine breite Palette. Thomas Dürger wäre ein politischer Quereinsteiger. Er ist Mitinhaber und Leiter Verkauf der Auviso AG, einer Anbieterin für Bild-, Licht und Tontechnik. Weiter ist er Präsident von Handball Emmen. «Mich fasziniert die Gemeinde Emmen und ich würde mich sehr gerne einbringen», sagt er. Die schwierige Finanzlage sei für ihn kein Hindernis, sondern zusätzliche Motivation. Bei einer Wahl würde er beruflich kürzertreten. Das Präsidium käme für Dürger auch in Frage. «Doch aus meiner Sicht hat der bisherige Gemeinderat Priorität.» 

Ramona Gut-Rogger ist als Schulleiterin in Emmen tätig und seit 2012 Mitglied des Einwohnerrats. Weiter engagiert sie sich in der Parteileitung, etwa als Wahlkampfleiterin. «Das Gemeinderatsamt wäre eine sehr interessante Herausforderung. Ich könnte aufgrund meiner beruflichen sowie politischen Führungserfahrungen etwas beitragen zur Entwicklung der Gemeinde.» Die abwechslungsreiche Arbeit im Gemeinderat wie auch als Gemeindepräsidentin würde sie sehr reizen. «Mir wäre es ein Anliegen, die positiven Qualitäten Emmens nach aussen zu tragen.» Vom Hintergrund her wäre sie für die Bildungsdirektion prädestiniert, diese wird jedoch nicht frei. «Ich wäre aber sicher fähig, mich in andere Themen einzuarbeiten.» Mit ihr würde wieder eine Frau in den derzeit rein männlichen Gemeinderat einziehen.

Thomas Lehmann wurde 2012 in den Gemeinderat gewählt, zuvor war er Mitglied des Einwohnerrats und als Finanzierungsspezialist für Firmenkunden bei der Luzerner Kantonalbank tätig. Mit ihm gibt auch erstmals einer der bisherigen Gemeinderäte seine Ambitionen auf das Präsidium bekannt. «Das wäre eine weitere Herausforderung, das Amt würde mich als Abschluss meiner politischen Karriere reizen.» Als Gemeindepräsident würde Lehmann einen kooperativen Führungsstil pflegen, aber auch Verbindlichkeiten konsequent einfordern, wie er sagt. «Man muss das Gremium aber nicht total umkrempeln, es harmoniert heute bereits gut.»

Was machen die anderen Parteien?

Ob Lehmann bei einer Wahl Sozialdirektor bleiben würde, müsste dann der neu zusammengesetzte Gemeinderat bestimmen. Realistisch ist wohl, dass der neue Präsident oder die Präsidentin von Rolf Born die Direktion Sicherheit und Sport übernehmen würde, damit der Arbeitsaufwand für alle Gemeinderäte ungefähr gleich hoch bleibt. Die anderen bisherigen Exekutivmitglieder haben sich zu einer möglichen Kandidatur für das Gemeindepräsidium noch nicht geäussert. In Frage kämen noch Patrick Schnellmann und Josef Schmidli (beide CVP) sowie Brahim Aakti (SP).

Die Ersatzwahl findet am 20. Oktober statt – zeitgleich mit den nationalen Wahlen. Ein allfälliger zweiter Wahlgang ist auf den 17. November terminiert. Ob eine andere Partei den Sitz angreift, ist noch offen. Die Grünen haben sich noch nicht entschieden, sagt Präsidentin Monique Frey. Das gilt auch für die SVP, die ihren Sitz 2018 an die CVP verloren hat. Man sei mit potenziellen Kandidaten im Gespräch, so Präsident Marco Paternoster. Für die CVP ist ein dritter Sitz kein Thema, sagt Präsident Christian Meister. Auch die SP wird wahrscheinlich keinen zweiten Sitz anstreben, so Fraktionschefin Barbara Fas. Der definitive Entscheid ist aber noch nicht gefallen. Eingabeschluss für Kandidaturen ist der 2. September.