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Mit welchem Transportmittel in die Sommerferien? Alles eine Frage der Zeit, der Kohle, des Kohlendioxids

Ferienzeit: Doch wie reisen? Die Wahl des richtigen Transportmittels bewegt auch in der Zentralschweiz 
mehr denn je. Wir zeigen anhand von vier Beispielen vier Optionen auf – oder genau genommen sogar fünf.
Yasmin Kunz
Wer gerne mit viel Gepäck reist, setzt am besten aufs Auto. (Symbolbild: Getty)

Wer gerne mit viel Gepäck reist, setzt am besten aufs Auto. (Symbolbild: Getty)

Auf die Frage, wohin eine Reise führen soll, folgt meist eine zweite: Jene nach dem richtigen Transportmittel. Bei dessen Wahl spielen finanzielle Aspekte, der zeitliche Rahmen und persönliche Präferenzen seit jeher eine zentrale Rolle. In Zeiten der Klimaerwärmung ist nun aber eine neue Entscheidungskategorie dazu gekommen: Jene nach der Umweltverträglichkeit einer bestimmten Reise.

Wir haben für Sie gerechnet. Exemplarisch – und eben mit Blick sowohl aufs Portemonnaie, das Zeitbudget wie das ökologische Gewissen. Ausgangspunkt unserer vier Reisen nach Florenz, Hamburg, Barcelona und Marseille ist Luzern. Klar ist: Nicht jede Reiseart eignet sich für jeden Typ.

Für Sparfüchse

Der Flixbus eignet sich für Reisende mit tiefem Budget und starker Rückenmuskulatur. Die Fahrten an die von unserer Zeitung ausgewählten Destinationen kosten vergleichsweise wenig, sind dafür aber mit körperlichen Strapazen verbunden: 10 bis 20 Stunden eingeschränkte Beweglichkeit, klimatisierte Luft, schlafen in quasi aufrechter Haltung. Mit kleineren Kindern könnte es eine beschwerliche Anreise werden. Oder gar eine Zumutung – auch für die anderen Passagiere. Aber: Man spart gegenüber anderen Reisearten mehreren hundert Franken. Die lassen sich dann an der Strandbar in Glacés und Cocktails investieren.

Empfehlung: Stützstrümpfe

Für Eilige

Das Flugzeug ist auf den ersten Blick die schnellste Variante, um von A nach B zu kommen. Lediglich knapp zwei Stunden dauert etwa der Flug von Zürich nach Barcelona. Verlockend. Vergessen (oder verdrängt) wird vor lauter Vorfreude meistens, dass die Fahrt an den Flughafen und das Check-in-Prozedere zusätzlich Zeit brauchen. Ganz zu schweigen von der Warterei am Gate und häufig im Flugzeug selber. Auch werden die Nerven mitunter beansprucht. Etwa dann, wenn die SBB im dümmsten Moment eine Stellwerkstörung mit Wartezeit vermelden oder wenn der Herr in der Schlange bei der Sicherheitskontrolle Getränke, Nagelschere und die grosse Tube Sonnencreme mitführt und schlicht nicht verstehen will, warum diese Sachen nicht ins Handgepäck gehören.

Empfehlung: Baldriantropfen

Für Klimabewusste

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg reist in der Regel mit dem Zug. Manchmal tagelang. Zum Beispiel 65 Stunden von Schweden nach Davos. Für die Jugendliche wie für ähnlich Denkende ein Muss, weil Zugreisen klar umweltfreundlicher sind als solche mit anderen Transportmitteln. Das ist unbestritten. Es ist ratsam, mit wenig Gepäck zu reisen, weil der Stauraum in Zügen oft sehr begrenzt ist. Hinzu kommt, dass aktuell viele Maturanden Greta nacheifern und heuer ebenfalls mit dem Zug unterwegs sein werden. Der Gang durch die Abteile mit Sack und Pack gestaltet sich umständlich und das Umsteigen – wenn man mit Taschen behängt ist wie ein Christbaum mit Kugeln – geht mit gewissen Risiken einher.

Empfehlung: Knieschoner

Für Schwerbepackte

Für Reisende, die beim Packen kaum Grenzen kennen, ist das Auto das wohl geeignetste Transportmittel. Denn in einem Kofferraum lassen sich neben einem Kinderbettchen, zwei aufgeblasenen Luftmatratzen auch kofferweise Kleider für alle Wettersituationen verstauen. Ausserdem mag es gerade für Familien aufgrund der Flexibilität eine komfortable Variante sein. Abhängig davon, durch welche Länder man kurvt, ist das Auto auch günstig. Für Eilige und Sparsame empfiehlt sich Deutschland, da die Strassen weder gebührenpflichtig noch tempolimitiert sind.

Empfehlung: Navigationsgerät

Für Sportskanonen

Das wohl umweltfreundlichste Transportmittel dürfte das Velo sein: CO2-Bilanz bei null und Lärmemissionen gegen null. Wobei: Auch quietschende Bremsen können stören. Ganz zu schweigen vom Keuchen oder gar Stöhnen aktiver Sportlerinnen und Sportler. Stichwort Maria Sharapova. Fakt ist aber: Alle anderen Verkehrsmittel weisen mehr Dezibel auf. Eine Radtour zu den ausgewählten Destinationen soll aber nur machen, wer neben einer Veranlagung zur Askese und ordentlich Kondition auch viel Zeit hat. Rund 60 Stunden sollte man etwa für die Fahrt nach Barcelona kalkulieren – ohne Pausen.

Empfehlung: Ersatzreifen


Fest steht dies: Es gibt diverse Möglichkeiten, die Zentralschweiz in Richtung Meer zu verlassen. Die einen mögen die Reisedauer mehr gewichten als die Umweltfaktoren, für andere hingegen ist das Budget ausschlaggebend für die Wahl des Transportmittels. Es gibt weder richtig noch falsch. Allen Reisenden dürfte allerdings eins gemein sein: Die Sehnsucht, den Alltagstrott ein paar Tage hinter sich zu lassen und in eine andere Welt abzutauchen.

Die verschiedenen Transportmittel im Vergleich

So haben wir gerechnet

Erläuterungen zum Transportmittelvergleich (Tabelle): Der CO2-Verbrauch wurde mit den Rechnern von myclimate.org und von calculator.carbonfootprint.com ermittelt. Die Flug-, Zug- und Flixbuspreise variieren. Wir haben den 8. Juli als Abreise- und den 22. Juli als Rückreisedatum gewählt. Für die Zugreisen innerhalb der Schweiz gäbe es je nach Abfahrtszeiten noch die Möglichkeit, Sparbillette zu lösen. Dieser Spareffekt wurde bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Die Reisen wurden mehrheitlich über die SBB-Homepage gebucht. Für die Flugvarianten wurden nur Direktverbindungen ab Zürich-Kloten berücksichtigt. Flüge mit Zwischenstopps sind zum Teil günstiger. Bei den Autoreisen wurde mit dem Schweizer Benzinpreis zuzüglich 70 Rappen pro Kilometer für die Abschreibung gerechnet. Die in Italien, Frankreich und Spanien zu entrichtenden Autobahngebühren sind berücksichtigt. (kuy)

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